Am 30. Juni 2026 beginnt an der Technischen Universität Braunschweig eine neue Ära der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Kunst und Wissenschaft. Die Ecoversity Initiative eröffnet mit der britischen Bildhauerin Louise Ward Morris die erste Artist-in-Residence. Diese Veränderung bringt frischen Wind in das berühmte Konzept der Science and Art Residencies, das seit den 1960er Jahren Künstler*innen und Wissenschaftler*innen an renommierten Universitäten wie Yale und MIT vereint. Auch in Europa hat dieses Format, wie magazin.tu-braunschweig.de nachzulesen ist, seinen Platz gefunden und wurde am CERN etabliert.

Louise Ward Morris wird für drei Monate am Nitride Technology Center (NTC) der Universität arbeiten, wo sie sich mit Fragen der Technologie, Architektur, Psychologie und deren Schnittstelle zur Kunst beschäftigt. Ihr aktuelle Projekt mit dem Titel „Digital Mirage“ ist besonders bemerkenswert, da es sich mit den physikalischen und ästhetischen Aspekten von Licht und Energie auseinandersetzt, wie tu-braunschweig.de berichtet. Sie bewarb sich für die Residency aufgrund ihrer thematischen Übereinstimmung mit der Forschung am NTC, das Teil der Ecoversity Initiative ist.

Ziele und Herausforderungen der Artist Residency

Der Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft steht im Mittelpunkt der Residency. Das Ziel ist ein Perspektivwechsel, sowohl für die Künstler*innen als auch für die Wissenschaftler*innen. Dr. Jule Hillgärtner und Henrike Wenzel vom Science and Art Lab erläutern, dass während der Residency öffentliche Formate geplant sind, um die Ergebnisse der Zusammenarbeit zu präsentieren. Dieser Austausch fördert nicht nur die Kreativität, sondern bietet den Wissenschaftler*innen auch die Möglichkeit, ihre Wissenschaftskommunikation zu schulen.

Durch den Auswahlprozess, der über internationale Ausschreibungen und eine Jury aus dem Kunstbereich erfolgt, erhalten prägnante Projekte Zugang zu Laboren und wissenschaftlichem Wissen. Wissenschaftler*innen und Künstler*innen treten in einen Dialog, der durch Videocalls vorbereitet wird.

Louise Ward Morris’ künstlerische Praxis

Louise Ward Morris erforscht in der Residency, wie sichtbare Übergänge zwischen Licht und Energie in digitalen Ästhetiken entstehen. Inspiriert von der Umwelt und den sozialen Auswirkungen technischer Lebenszyklen, insbesondere im Bereich E-Waste, zielt ihr Projekt darauf ab, neue Perspektiven innerhalb der digitalen Kunst zu entwickeln. Sie integriert wissenschaftliche Methoden in ihre Arbeit und generiert somit ein einmaliges Konzept, das auch auf den Herausforderungen interdisziplinärer Zusammenarbeit basiert.

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Einen typischen Tag in der Residency beschreibt sie als einen Mix aus Planung und Durchführung von Experimenten im Labor. Die Herausforderung besteht oft darin, sich in der Fülle an Informationen zurechtzufinden und relevante Schwerpunkte zu setzen, um das Projekt erfolgreich voranzutreiben.

Zusätzlich wird auch die Künstlerin Mareike Bernien ab Oktober 2024 bis September 2025 im Exzellenzcluster QuantumFrontiers mit von der Partie sein. Sie wird in engem Dialog mit den Wissenschaftlern arbeiten und ein projekt entwickeln, das die verschiedenen Facetten der Quantenwissenschaft hinterfragt und kommentiert. Die Auswahl Berniens als erste Künstlerin in der Residency erfolgte unter über hundert internationalen Bewerbungen durch eine Jury aus Kunstexperten und Wissenschaftlern.

Insgesamt stehen die Artist Residencies an der TU Braunschweig für eine innovative Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Sie bieten Raum für kreative Ansätze und fördern den interdisziplinären Austausch, der für beide Seiten bereichernd ist.