Musikgeschichte neu entdecken: Fest für Komponistinnen in Potsdam!
Am 30. Juni 2026 gibt die Universität Potsdam bekannt, dass ein außergewöhnliches Fest für Komponistinnen am 9. Juli 2026 stattfinden wird. Unter dem Titel „Fest für Komponistinnen“ wird die Veranstaltung zwischen 17 und 22 Uhr auf dem Campus Golm der Universität in der Karl-Liebknecht-Str. 24, Haus 6, stattfinden. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf die vielfältige Musik von Frauen zu lenken und deren Beiträge zur Musikgeschichte zu würdigen.
Das Programm bietet einen Klangparcours, der durch Jahrhunderte musikalischen Schaffens von Frauen führt. Die Besucher können sich auf Konzerte, Performances und Kurzvorträge freuen. Die Veranstaltung wird Komponistinnen wie Hildegard von Bingen, Florence Price, Carla Bley, Julia Hülsmann und Nkeiru Okoye vorstellen. Zudem wird es einen Roundtable mit den zeitgenössischen Komponistinnen Misha Cvijović und Charlotte Seither geben.
Wissenschaftlicher Fokus und Rezeption
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Veranstaltung umfassen wissenschaftliche Kurzvorträge über Komponistinnen, ihre Werke und den biografischen Kontext. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Rezeption und Sichtbarkeit von Frauen in der Musikgeschichte. Präsentiert werden auch Musikstücke von Fanny Hensel und Lili Boulanger sowie Porträtstudien von Studierenden des Lehramts Kunst. Der Eintritt zu dieser bedeutenden Veranstaltung ist frei.
Das Event wird organisiert von einem Team um Prof. Dr. Christian Thorau, einem Musikwissenschaftler, sowie Theresa Schlegel, einer Doktorandin, und dem Pianisten Jan Gerdes. Unterstützt werden sie von Studierenden der Lehramtsstudiengänge in Musik und Kulturwissenschaft.
Die Rolle des Archivs Frau und Musik
Das Archiv Frau und Musik in Frankfurt am Main spielt eine zentrale Rolle im Bereich der Dokumentation und Förderung von kompositorischen Arbeiten von Frauen. Es trauert um das Vorstandsmitglied Heike Matthiesen (1964–2023). Das Archiv ist das weltweit größte und bedeutendste seiner Art und besitzt rund 32.000 Medieneinheiten, die 2.200 Komponistinnen und Dirigentinnen gewidmet sind. Die Sammlung umfasst Noten, Tonträger, Literatur und Graue Literatur über Frauen in der Musik vom 9. bis zum 21. Jahrhundert.
Ein besonders wertvoller Bestandteil der Sammlung sind die Originalpartituren und -briefe des 18. bis 21. Jahrhunderts sowie Nachlässe von Komponistinnen. Die Einrichtung bietet eine Vielzahl an Services wie fachliche Beratung, Unterstützung bei der Vorbereitung von Konzertprogrammen, Archivführungen und Workshops an. Um die Ressourcen optimal nutzen zu können, müssen Besucher sich vorab per E-Mail anmelden.
Das Archiv wurde 1979 gegründet und setzt sich dafür ein, die Frauenmusikgeschichte zu dokumentieren und musikschaffende Frauen zu fördern. Laut dem DACH-Verband ist es eines der wenigen internationalen Forschungseinrichtungen in diesem speziellen Fachgebiet. Es ist auch ein bedeutender kulturpolitischer Beitrag zur Sammlung, Bewahrung und Veröffentlichung des kreativen Schaffens von Komponistinnen.
Für Rückfragen bezüglich der Veranstaltung „Fest für Komponistinnen“ steht Prof. Dr. Christian Thorau per Telefon unter 0331/977 2108 oder per E-Mail unter thorau@uni-potsdam.de zur Verfügung.
Weitere Informationen über das Archiv Frau und Musik und deren Angebote finden Sie auf der Webseite von Archiv Frau und Musik sowie über die IDA DACH-Verband. Das Event an der Universität Potsdam erscheint als ein richtungsweisender Schritt in der Anerkennung und Würdigung der musikalischen Werke von Frauen und deren Einfluss auf die Kulturgeschichte.
