Vier Jahre lang begleitet der Paderborner Psychologe Sven Lindberg eine Grundschulklasse. Im Mittelpunkt steht die Klasse 1d der städtischen Grundschule am Steigerweg in Mülheim an der Ruhr. Das ZDF kommt dafür wiederholt mit Kameras in den Unterricht und dokumentiert den Alltag sowie die Entwicklung der Kinder.

Die Langzeitdokumentation entsteht in Zusammenarbeit mit dem ZDF. Lindberg untersucht, wie die Schülerinnen und Schüler mit Vielfalt, Leistungsdruck und Konflikten umgehen. Beobachtet werden sollen sie bis zu ihrer Entlassung aus der Grundschule – also über einen Zeitraum, in dem sich im Klassenzimmer eine Menge verändert: Freundschaften, Lernfortschritte, Streit und vermutlich auch die eine oder andere Träne.

Was im Unterricht beobachtet werden kann

Für die schulische Beobachtung lassen sich zwei große Bereiche unterscheiden. Zum einen geht es um den Stand und die Entwicklung fachspezifischer Kompetenzen, für die fachbezogene Module zur Verfügung stehen. Zum anderen rücken das allgemeine Lernverhalten und die Lernbedingungen in den Blick.

Dazu zählen unter anderem die emotionale Befindlichkeit des Kindes, sein Zugang zum Lernen und die verwendeten Lernstrategien. Auch Leistungen im Vergleich zu anderen schulischen Fächern können betrachtet werden. Eine weitere Frage lautet, ob der Unterricht zur Lernentwicklung des Kindes passt. Gerade bei einer über Jahre begleiteten Klasse können solche Veränderungen sichtbar werden – nicht nur in Heften und Tests, sondern auch in der Art, wie Kinder an Aufgaben herangehen oder auf Schwierigkeiten reagieren.

Beobachten, ohne vorschnell zu urteilen

Damit aus einzelnen Eindrücken brauchbare Ergebnisse werden, sollen Beobachtungen möglichst sachlich, transparent und sprachlich treffend protokolliert werden. Wichtig ist außerdem, Beobachtung und Beurteilung deutlich voneinander abzugrenzen. Was tatsächlich zu sehen oder zu hören war, steht damit nicht einfach gleichbedeutend für eine Bewertung des Kindes.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Beobachtungsbögen sollen positiv beschreiben, auf welcher Entwicklungsstufe sich ein Kind befindet, und zugleich Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. Für unterschiedliche Zwecke werden Beispiele verschiedener Beobachtungsbögen bereitgestellt. Die Dateien können als Word-Dokumente heruntergeladen und für eigene Zwecke überarbeitet werden.

Für Lindbergs Untersuchung bedeutet das: Die Kamera hält den Alltag fest, die psychologische Analyse ordnet Entwicklungen ein. Zwischen beidem liegt die genaue Beobachtung – manchmal vermutlich in einem lauten Klassenraum, zwischen Stühlerücken, Stimmengewirr und dem kurzen Moment, in dem ein Kind plötzlich doch die richtige Lösung findet.

Stand: 26.10.2026, Uni Paderborn