Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, geriet gegen 12.30 Uhr ein Lastwagen in der Straße Am Stollen im Goslarer Siemensviertel in Brand. Der Brandort lag im Bereich des Energiecampus Goslar. Die Flammen griffen auf ein unmittelbar angrenzendes Lagergebäude über – aus einem Fahrzeugbrand wurde damit binnen kurzer Zeit ein größerer Feuerwehreinsatz.

Nach ersten Erkenntnissen hatte der Lkw Sanitärartikel oder Drogerieprodukte geladen, darunter offenbar auch Sprühdeodosen. In Zusammenhang mit der Ladung kam es zu mehreren Verpuffungen; die Dosen explodierten durch die Hitze. Welche Stoffe sich tatsächlich im Fahrzeug befanden und welchen Einfluss sie auf den Brand hatten, war zunächst ungeklärt. Auch der genaue Entstehungsort am Lastwagen und der Auslöser blieben offen.

Rauch über dem Siemensviertel

Die Feuerwehr verhinderte eine weitere Ausbreitung der Flammen. Zunächst waren mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz, später wurde die Zahl mit rund 250 Einsatzkräften angegeben. Die angrenzende Lagerhalle wurde kontrolliert abbrennen gelassen. Am späten Nachmittag liefen noch intensive Nachlöscharbeiten, die voraussichtlich mehrere Stunden dauern sollten; am Abend war deren Ende weiterhin offen.

Wegen der starken Rauchentwicklung räumten Polizei und Einsatzkräfte umliegende Betriebe und evakuierten vorsorglich einen nahe gelegenen Kindergarten. Der betroffene Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Um 13.25 Uhr gab die Integrierte Leitstelle des Landkreises Goslar eine Bevölkerungswarnung heraus, unter anderem über die Warn-App NINA. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten und das Brandgebiet möglichst meiden.

Um 15.43 Uhr wurde die Rauchwarnung aufgehoben, obwohl der Feuerwehreinsatz noch andauerte. Nach späteren Angaben bestand keine zusätzliche Gefährdungslage für die Bevölkerung. Nach aktuellem Ermittlungsstand wurde niemand verletzt.

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Lager der Karnevalsgesellschaft betroffen

Medien bezeichneten das betroffene Gebäude zunächst als Forschungszentrum; die Polizei sprach später von einem Lagergebäude. In der abgebrannten Halle befand sich die Lagerstätte der Großen Karnevalsgesellschaft Goslar. Nach Angaben ihres Vorsitzenden Bernhard Hasler lagerten dort Kostüme sowie Ton- und Lichttechnik.

Auf dem Energiecampus befinden sich unter anderem das Forschungszentrum Energiespeichertechnologien der Technischen Universität Clausthal, Einrichtungen des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts sowie ein Batterie- und Sensoriktestzentrum. Ob Forschungsgeräte oder wissenschaftliche Einrichtungen beschädigt wurden, war zunächst ungeklärt. Weitere Details zu den Gebäudeschäden lagen zunächst nicht vor.

Im Umfeld des Energiecampus waren Straßen zeitweise gesperrt. Betroffen war die Straße Am Stollen zwischen Ortseingang und Bundesstraße 241 am Zwingerwall. Außerdem blieb die Wallstraße zwischen Am Stollen und Bergdorfstraße in beiden Fahrtrichtungen dicht. Einen bestätigten Zeitpunkt für die vollständige Freigabe aller betroffenen Straßen gab es zunächst nicht.

Ermittlungen zur Brandursache laufen

Die Polizei Goslar nahm Ermittlungen zur Brandursache auf. Der Sachschaden wurde zunächst auf etwa eine Million Euro geschätzt; eine abschließende Schadensbilanz lag noch nicht vor. Ob die Ladung den Brand verstärkte oder die Verpuffungen auslöste, soll ebenso geklärt werden wie der genaue Ablauf an dem Lastwagen.

Brände und Explosionen sind in vielen Branchen ein ernstes Risiko, vor allem dort, wo brennbare Stoffe verarbeitet werden oder entstehen. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall nennt etwa Lacke, Lösemittel, Holzstaub und Metallstaub als mögliche Gefahrenquellen. Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung müssen Art und Menge der eingesetzten oder entstehenden brennbaren Stoffe berücksichtigt werden, damit schwere Unfälle, Schäden an Menschen und Maschinen sowie hohe Kosten und Ausfallzeiten vermieden werden.

Dazu gehören klar festgelegte und mit Warnschildern gekennzeichnete brand- und explosionsgefährdete Bereiche, Maßnahmen gegen Zündquellen, ein bekannt gemachter Alarmablauf mit Fluchtwegen und Rettungsplan sowie ausreichend Feuerlöscher. Beschäftigte müssen zum Verhalten in solchen Bereichen unterwiesen werden. Außerdem sollen ein Brandschutzbeauftragter und genügend ausgebildete Brandschutzhelfer benannt werden. Für Arbeiten mit Zündgefahren sind Schutzmaßnahmen festzulegen und in einem Erlaubnisschein zu dokumentieren.

Besteht Explosionsgefahr, kommen ein Explosionsschutzdokument, die Einteilung in Ex-Zonen und regelmäßige Kontrollen der Schutzmaßnahmen hinzu. In Goslar dauerten die Nachlöscharbeiten am Abend des 8. Oktober 2026 noch an.