Am 4. Oktober 2026 ist die Bewerbungsphase für den Manus Award 2027 von Igus weltweit gestartet. Gesucht werden Anwendungen, in denen schmierfreie Polymergleitlager die Wirtschaftlichkeit erhöhen und zugleich die Ökobilanz verbessern. Für die Gewinner liegen insgesamt Preise von bis zu 5.000 Euro bereit.

Der Wettbewerb findet 2027 zum 13. Mal statt. Wie groß das Interesse ist, zeigte bereits die Ausgabe 2025: Damals gingen mehr als 600 Projekte ein. Bewerben können sich Entwicklerinnen, Entwickler und Unternehmen mit mindestens einer funktionsfähigen Version ihrer Vorrichtung.

Weniger Schmierstoff, weniger Aufwand

Bei herkömmlichen Schmiermitteln fallen laut Igus mehrere Nachteile weg, wenn schmierfreie Polymerlager eingesetzt werden. Dazu zählen der Ressourcen- und Energieaufwand bei der Herstellung, ein mögliches Eindringen in die Umwelt sowie die fachgerechte Entsorgung am Ende des Lebenszyklus. Zusätzlich können Polymerlager die Kosten für Schmierstoffe und regelmäßiges Nachschmieren reduzieren.

Eine gemeinsam mit der RWTH Aachen durchgeführte Studie beziffert die möglichen jährlichen Einsparungen bei Schmierstoffkosten – abhängig von der jeweiligen Anwendung – auf 7.000 Euro bis 14 Millionen Euro. Das ist eine ziemlich breite Spanne. Sie zeigt aber, dass sich der Blick auf ein kleines Bauteil in großen Anlagen durchaus lohnen kann.

Teilnehmen dürfen Anwendungen mit Gleitlagern, Lineargleitlagern oder Gelenklagern. Die Lager müssen aus Vollkunststoff oder Kunststoff-Compounds bestehen. Der Manus Award wird seit 2003 vergeben, um Anwendungen mit Kunststoffgleitlagern sichtbarer zu machen.

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Vier Farben für unterschiedliche Stärken

Eine Jury aus Wissenschaft, Industrie und Fachmedien bewertet die Einreichungen. Im Mittelpunkt stehen der technische Nutzen, ökologische Vorteile und der wirtschaftliche Nutzen im praktischen Einsatz. Bewerbungsschluss ist der 12. Februar 2027.

Vergeben werden vier Preise: der goldene Manus Award, der silberne Manus Award, der bronzene Manus Award und der grüne Manus Award für die nachhaltigste Anwendung. Die Preisverleihungen finden jeweils in den Ländern der Gewinner statt – nicht zwingend an einem einzigen zentralen Veranstaltungsort.

Festschmierstoffe sitzen schon im Material

Der technische Hintergrund der schmierfreien Lager liegt unter anderem in den iglidur-Werkstoffen. Ihre Festschmierstoffe sind direkt im Material integriert. Mikroskopisch kleine Partikel sollen über die gesamte Lebensdauer hinweg für eine gleichmäßige Schmierung sorgen. Regelmäßige Wartung ist dadurch nicht nötig, was Wartungskosten senken und die Betriebseffizienz erhöhen kann.

Auch die Lebensdauer der Werkstoffe ist laut Igus berechenbar. Wartungsintervalle lassen sich damit planen und vorhersagen, statt erst dann zu reagieren, wenn ein Lager auffällig wird oder eine Maschine stehen bleibt. In einem 4.000 m² großen Testlabor untersucht Igus die Materialien in Praxistests und prüft ihre Langlebigkeit unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen.

Für die Bewerbung reicht also keine Idee auf Papier: Mindestens eine funktionsfähige Version der Vorrichtung muss vorhanden sein. Wer bis zum 12. Februar 2027 einreicht, kann mit seiner Anwendung um einen der vier Manus Awards antreten.