Heute, am 4.11.2026, steht Marten kurz vor dem nächsten großen Schritt: Am 5. November beginnt in Salzburg seine „Immer Leben Tour 2026“. Der 29-Jährige stammt aus Ardagger im Mostviertel, einer Gemeinde mit rund 3.500 Einwohnern an der Grenze zu Oberösterreich. Dass seine Musik inzwischen auch in Deutschland gehört wird, überrascht ihn selbst. Auf Spotify tauchen etwa Hörerinnen und Hörer in Berlin auf. Ob das zugezogene Österreicher sind oder echte Berliner, weiß Marten nicht.

Seine Musik nennt er „Modern Mundart“: Pop auf Dialekt. Dialekt sei seine Muttersprache, sagt er; Hochdeutsch oder Englisch kamen beim Songschreiben nie infrage. Aufgewachsen ist Marten mit Georg Danzer, Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros. In der Schulzeit war sein Weg allerdings schwierig. Wegen seines Übergewichts, seiner offenen Art und seines starken Rededrangs wurde er mehrfach gemobbt und wechselte deshalb mehrmals die Schule.

Ein Platz für kreative Köpfe

Am Pop BORG Linz fand Marten schließlich ein Umfeld, in dem er sich akzeptiert fühlte. Dort lernte er andere kreative Menschen mit ähnlichen Interessen kennen. Auch Musiker von Bilderbuch, Folkshilfe und Krautschädl haben Wurzeln an dieser Schule. Für Marten öffnete sich damit eine Tür, die lange ziemlich fest zugedrückt worden war.

Trotzdem entschied er sich zunächst für ein Medizinstudium. Musiker schien ihm kein sicherer Beruf zu sein; er wollte ein beständiges Leben mit Familie. Mit 20 Jahren begann er neben dem Studium in einer Eventband zu singen. Erst dabei merkte er, welchen Stellenwert Musik für ihn tatsächlich hatte. Während der Corona-Pandemie fielen alle Live-Auftritte aus – und Marten schrieb seinen ersten eigenen Song.

2022 erreichte er bei „Starmania“ den vierten Platz. Kurz danach erschien seine erste Single „Der letzte Tanz“. 2024 folgte das Debütalbum „Eigene Art“, 2025 die EP „Endlich glücklich“. Lieder wie „Gnuag mit dir“, „A Leben lang“ und „Bis ans End oller Tage“ brachten ihm eine treue Fangemeinde.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Zwölf Geschichten aus zwei Jahren

Sein zweites Album „Immer leben“ erschien am 23. Oktober 2026. Die zwölf Songs erzählen Geschichten aus Martens eigenem Leben und beschreiben, was sich in den vergangenen zwei Jahren verändert hat. Besonders wichtig ist ihm „Hoidst du mi“, ein persönlicher Song über Selbstzweifel und das Bedürfnis nach Sicherheit.

Eine der ersten Personen, die neue Lieder zu hören bekommt, ist meistens seine Mutter. Sie schickt ihm danach ausführliche Nachrichten. Keine knappe Daumen-hoch-Reaktion also, sondern offenbar ordentlich Text – Familienkritik mit Herz.

Die erste eigene Tour im Herbst 2025 war vollständig ausverkauft. Die erste Show fand in München statt und war viermal größer als Martens bisherige Auftritte. In Regensburg sang er vor 1.200 Menschen; insgesamt spielte er unter anderem vor 500 Menschen in einer ausverkauften Halle. Der Sprung von der Eventband auf solche Bühnen dürfte sich auch im Bauch bemerkbar gemacht haben.

Von Salzburg bis München – und weiter

Die „Immer Leben Tour 2026“ startet am 5. November in Salzburg. Danach geht es über Kufstein, Dornbirn, Klagenfurt, Graz, Linz und Wien nach Deutschland. Ende November 2026 sind Konzerte in Nürnberg, Stuttgart und München geplant.

Im Frühjahr 2027 folgt die „Immer Weiter Leben Tour“ mit Terminen unter anderem in Nürnberg, Augsburg, München und Regensburg. Im Sommer 2027 tritt Marten auf der Burg Clam auf. Für Herbst 2027 sind Konzerte in Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg und Linz vorgesehen. Sein Kalender ist bis zum 22. Oktober 2027 gefüllt. Als weiteres Ziel nennt er die Wiener Stadthalle.

Parallel dazu bleibt die Medizin Teil seiner Geschichte. Marten schloss sein Studium trotz gleichzeitiger „Starmania“-Teilnahme, Prüfungen, 35-Stunden-Schichten im Krankenhaus und Wochenendauftritten ab. Den akademischen Titel hat er erworben, die Facharztausbildung pausiert derzeit. Vorerst konzentriert er sich auf seine Musikkarriere. Falls es ihn später wieder in den Klinikalltag zieht, wäre Allgemeinmedizin sein Wunschfach – am liebsten als Hausarzt.

Mundart zwischen Tradition und Pop

Martens Dialekt-Pop steht in einer österreichischen Musiklandschaft, die schon lange mehr kann als gemütliche Rückschau. Das ORF-„Radiokolleg“ widmet sich seit Januar 2017 in einer Langzeit-Serie der Geschichte der österreichischen Popmusik und porträtiert Musikerinnen, Musiker und Bands von Wolfgang Ambros bis Joe Zawinul.

Ein aktuelles Beispiel dafür ist Anna Buchegger. Sie wurde 1999 geboren, wuchs in Abtenau im Bezirk Hallein auf und lebt inzwischen in Wien. Ihre Salzburger Mundart verbindet sie mit modernem, eingängigem und experimentierfreudigem Pop. Bekannt wurde sie durch die ORF-Castingshow „Starmania“, deren Ausgabe sie 2021 gewann. Seitdem veröffentlichte sie zwei Alben; ihre jüngste LP „Soiz“ erschien im Herbst 2025.

„Soiz“ bedeutet Salz. Das kann konservieren, aber auch in Wunden gestreut werden – ein passendes Bild für Bucheggers Auseinandersetzung mit Heimat und Tradition. Sie thematisiert gesellschaftliche Engstirnigkeit, nutzt Elemente der Volksmusik wie Jodeln und Hackbrett, setzt ihnen aber elektronische Beats und zeitgenössische Produktion entgegen. Selbst ihre Bühnenkleidung mischt Tracht, Punk und Clownskostüm. In mehreren Musikvideos stehen Bergpanoramen im Bild; das Video zu „Maria“ von 2025 nimmt Bezug auf den in Salzburg angesiedelten Film „The Sound of Music“ über die singende Trapp-Familie. Buchegger widmete das Lied der von Julie Andrews gespielten Filmfigur Maria Augusta von Trapp.

Im Radiokolleg-Beitrag sind unter anderem „Kim vorbei“ und „Keine Ahnung“ aus „Windschatten“ (2024) sowie „Vaterland“ aus demselben Album zu hören. Aus „Soiz“ stammen „Teppich“, „Maria“, „Hex Hex“, „Weda“ und „Soiz“. Ergänzt wird die Playlist durch Hubert von Goisern und die Alpinkatzen mit „Koa Hiatamadl“ sowie Folkshilfe mit „Hey Du“.