Die Zahl der Studienanfänger an der Universität Halle steht derzeit überregional im Fokus. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat ihre aktuellen Zahlen, wie viele neue Studierende zum Semesterbeginn ihr Studium aufnehmen, erst am letzten möglichen Tag veröffentlicht. Als Grund werden besondere Umstände genannt; konkrete Zahlen nennt der vorliegende Bericht dazu nicht.

Das Interesse an Halle und der Umgebung hält laut dem Beitrag auch nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an. Frank Klemmer, Themenmanager und Leiter der Lokalredaktion der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Halle, verfasste den Kommentar am 8. Oktober 2026. Darin klingt bereits an, dass die weitere Entwicklung in Halle – in diesem oder in den kommenden Semestern – von Bedeutung sein könnte.

Mehr neue Studierende an der MLU

Ein Blick auf die jüngeren verfügbaren Hochschuldaten zeigt: Zum vorläufigen Stichtag hatten sich an der MLU 4.110 neue Studierende eingeschrieben, mehr als im vergangenen Studienjahr. Insgesamt studieren rund 19.000 Menschen an der Universität. Im Lehramt liegen die Einschreibungen leicht über dem Vorjahresniveau: 792 Erstsemester beginnen ein Lehramtsstudium.

Der Anteil ausländischer Studierender beträgt an der MLU weiterhin rund 9 Prozent. Die Zahlen sind allerdings noch vorläufig. Die endgültigen Werte sollten nach dem amtlichen Stichtag für alle Hochschulen am 31. Oktober 2025 veröffentlicht werden.

Auf dem Universitätsplatz war für den 9. Oktober 2025 von 10 bis 16 Uhr eine Immatrikulationsfeier mit Bühnenprogramm angesetzt. Um 11 Uhr sollte ein Presse-Rundgang mit Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker folgen. Treffpunkt war vor dem Löwengebäude, Universitätsplatz 11.

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Psychologie mit großem Abstand gefragt

Bei den 43 grundständigen NC-Studiengängen, also Bachelor- und Staatsexamensangeboten, war erneut der Bachelorstudiengang Psychologie mit 180 Leistungspunkten am gefragtesten: Knapp 1.000 Bewerbungen gingen für 87 Studienplätze ein.

Danach folgten Betriebswirtschaftslehre mit 428 Bewerbungen auf 146 Plätze und Business Economics mit 293 Bewerbungen auf 45 Plätze. Bei den 22 Masterprogrammen mit universitärem NC führte Klinische Psychologie und Psychotherapie mit 803 Bewerbungen auf 25 Plätze. Für den Master Psychologie gab es 191 Bewerbungen auf 30 Plätze, für Economics: Data Science and Policy 102 Bewerbungen auf 20 Plätze.

Der Blick über Halle hinaus

Im Studienjahr 2025 begannen an deutschen Hochschulen insgesamt 491.757 Personen ein Studium: 404.883 im Wintersemester 2025/26 und 86.874 im Sommersemester 2025. Als Studienanfängerinnen gelten dabei Studierende im ersten Hochschulsemester. Detaillierte Zeitreihen veröffentlicht das Statistische Bundesamt für die Wintersemester ab 1998/99.

Verglichen werden die Erstsemesterzahlen vor allem anhand der Wintersemester, weil dann regelmäßig mehr Menschen ein Studium aufnehmen. Nach einem starken Anstieg bis zum Wintersemester 2011/12 blieb die Zahl bis einschließlich 2018/19 auf hohem Niveau. Ab 2019/20 sank sie auf ein niedrigeres Niveau, in den Folgejahren gab es zunächst einen leichten Anstieg. Im Wintersemester 2025/26 ging die Zahl gegenüber dem Vorjahr wieder zurück. Auch der Wert für 2024/25 lag trotz eines leichten Anstiegs unter der Hochphase von 2011/12 bis 2018/19.

Verändert hat sich außerdem das Geschlechterverhältnis. Im Wintersemester 2025/26 betrug der Frauenanteil unter den Studienanfängerinnen 52,2 Prozent. Bis zum Wintersemester 2015/16 lag er – mit Ausnahme des Wintersemesters 2002/03 – unter 50 Prozent. Seit 2015/16 beginnen jedes Jahr mehr Frauen als Männer ein Hochschulstudium. Den niedrigsten Frauenanteil verzeichnete das Wintersemester 2011/12 mit 46,6 Prozent. Als Grund gilt die Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011, die zu einer besonders hohen Zahl männlicher Studienanfänger führte.

Internationaler wird der Studienstart ebenfalls. Der Anteil ausländischer Studienanfängerinnen lag im Wintersemester 2025/26 bei 26,9 Prozent – ein Rekordniveau. Erfasst werden alle Studierenden ohne deutsche Staatsangehörigkeit, darunter Bildungsinländerinnen und Bildungsausländerinnen. 1998/99 betrug der Anteil 14,4 Prozent; während der Corona-Pandemie sank er im Wintersemester 2020/21 auf 18,1 Prozent.

Was Studierende besonders oft wählen

Die beliebtesten Studienfächer bei Studienanfängerinnen sind Betriebswirtschaftslehre, Informatik, Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften – nahezu gleichauf mit Rechtswissenschaft – und Psychologie. In Psychologie ist die Zahl der Studienanfängerinnen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Weitere Detailentwicklungen werden nach Studienfächern in einer Abbildung dargestellt.

Ergänzende Einordnungen liefern die CHE-Datenchecks „Sinkende Zahl an Studienanfängerinnen – eine Detailbetrachtung für Orte und Studienbereiche“ (DatenCHECK 2/2022) und „Entwicklung der Erstsemesterzahlen – Stabilisierung auf niedrigerem Niveau“ (DatenCHECK 1/2024). Die Datensammlung umfasst außerdem Themen wie Hochschulen, Studierende, Studienabschlüsse, Hochschulzulassung, Studienfinanzierung und Hochschulpersonal. Daten zu Studienanfänger*innen werden auch für die einzelnen Bundesländer aufgeführt. Und in Halle dürfte man jetzt ziemlich genau hinschauen, was aus den nächsten Semestern wird.