In der heutigen Ausgabe der Radiosendung Mikado, die im NDR Kinderradio ausgestrahlt wurde, wurde erörtert, wie die MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – für Schülerinnen und Schüler attraktiver gestaltet werden können. Simone Abels, eine anerkannte Expertin für Didaktik der Naturwissenschaften und wissenschaftliche Leitung der Leuphana Innovation Community Schulentwicklung und Leadership, war als Gast eingeladen und stellte sich den Fragen zu diesem wichtigen Thema. Leuphana berichtet, dass …

Abels betonte die zentrale Rolle einer qualitativ hochwertigen MINT-Bildung für die Innovationsfähigkeit der Gesellschaft und deren Einfluss auf die Chancengerechtigkeit. Sie argumentierte, dass das Interesse, die Zugehörigkeit und die Selbstwirksamkeit der Schüler*innen entscheidend zu besseren Leistungen führen können. Ein forschendes Lernen in MINT-Fächern fördert selbstwirksames und lösungsorientiertes Denken. Im Studio demonstrierte sie gemeinsam mit Kindern, wie ein Superabsorber wieder flüssig wird, und sie diskutierten die Umweltverträglichkeit von Mikroplastik in der Kanalisation.

Herausforderungen in der MINT-Bildung

Trotz der Bemühungen, MINT-Fächer spannender zu gestalten, sind erhebliche Herausforderungen in der MINT-Bildung in Deutschland zu verzeichnen. Studien zeigen, dass die Erfolge in den Schulen oft nur mittelmäßig sind. Gerade im internationalen Vergleich, etwa bei PISA oder TIMSS, befindet sich Deutschland im oberen Mittelfeld, bleibt jedoch hinter den Spitzenreitern aus Ostasien zurück. Die Stagnation oder sogar der Rückgang der Leistungen deutscher Schüler in diesen Fächern ist alarmierend.

Rund ein Viertel der Grundschüler verfehlt die notwendigen Kompetenzen für den Übergang zur weiterführenden Schule, und der Anteil leistungsschwacher Schüler in Naturwissenschaften hat seit 2007 zugenommen. Die Probleme sind insbesondere durch einen akuten Lehrkräftemangel in MINT-Fächern verstärkt, wobei bis 2028 ein Mangel von rund 34.000 MINT-Lehrkräften prognostiziert wird. Kinder-MINT-Bildung berichtet, dass …

Neue Ansätze zur Förderung

Abels und ihr Team arbeiten an innovativen Unterrichtskonzepten und Partizipationsmöglichkeiten. Gelegenheit dazu bot die 1. Lüneburger Bildungskonferenz im Februar, bei der 80 Kinder gemeinsam mit Lehrkräften ihre Schule mitgestalteten. Die darauf folgende Community School Conference im März ermutigte Schulvertreter*innen aus Niedersachsen, offen über neue Unterrichtsmethoden und Schulentwicklungsstrategien zu diskutieren.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Qualität der frühkindlichen MINT-Bildung bleibt jedoch ein großes Anliegen. Der Nationale MINT-Aktionsplan der Bundesregierung, der 2019 ins Leben gerufen und 2022 weiterentwickelt wurde, zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen zu verbessern. Initiativen wie die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ bieten Fortbildungen für Erzieher und Lehrer an, um eine bessere MINT-Bildung zu gewährleisten. Zudem gibt es zahlreiche Wettbewerbe, wie „Jugend forscht“, die den MINT-Nachwuchs fördern sollen.

Um mehr Frauen für MINT-Berufe zu gewinnen, wurde der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen ins Leben gerufen, was ebenfalls zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit in diesen Bereichen beiträgt. Der Weg zu einer effektiveren MINT-Bildung in Deutschland ist noch lang, aber durch interdisziplinären und projektorientierten Unterricht sowie eine breitere gesellschaftliche Unterstützung könnten wesentliche Fortschritte erzielt werden.