Am 1. Juli 2026 hat Prof. Dr. Lydia Sorokin von der Universität Münster einen wichtigen Schritt in der medizinischen Forschung gemacht. Sie erhielt einen „ERC Proof of Concept Grant“ in Höhe von 150.000 Euro für ihr innovatives Projekt „BraIN“. Dieses Vorhaben hat das zentrale Ziel, ein neues 3D-Modell der Blut-Hirn-Schranke (BHS) zu entwickeln, das die bisherigen Ansätze revolutionieren könnte.

Die EU fördert gezielt Wissenschaftler, die bereits einen ERC-Grant erhalten haben, um das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial ihrer Forschung zu erkunden. Sorokins Projekt läuft über einen Zeitraum von 18 Monaten und zeigt, wie wichtig die Forschung an der BHS für die Entwicklung neuer Therapien ist. Diese Schranke schützt das Gehirn vor schädlichen Stoffen, stellt jedoch auch eine Herausforderung für die Medikamentenentwicklung dar.

Die Herausforderung der Blut-Hirn-Schranke

Weltweit sind mehr als 3,4 Milliarden Menschen von neurologischen Erkrankungen betroffen, was die Relevanz von Sorokins Forschung unterstreicht. Die hohen Misserfolgsraten bei der Entwicklung neuer Therapien in diesem Bereich sind alarmierend. Das neue 3D-Modell soll die Komplexität der Blut-Hirn-Schranke realitätsgetreu abbilden und somit zur Reduzierung dieser Misserfolge beitragen.

Das Modell wird verschiedene Zelltypen, darunter Endothelzellen, Perizyten und astrogliale Barrieren, in einer Hydrogelmatrix kombinieren, um die strukturellen und funktionellen Eigenschaften der BHS nachzubilden. Dadurch soll eine optimierte und validierte Plattform für Anwendungen in der pharmazeutischen und biotechnologischen Forschung entstehen.

Das Projekt baut auf dem vorhergehenden „ERC Advanced Grant“-Projekt „B3M – Breaking into the Brain“ auf, welches 2022 bewilligt wurde. Langfristig zielt Sorokin darauf ab, die Anzahl der Fehlschläge in der Wirkstoffentwicklung zu verringern und Innovationen bei Therapien für neurologische Erkrankungen zu beschleunigen.

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Ein bedeutender Schritt in der Forschung

Mit dem vollständigen Projekttitel „A Conceptually New 3Dimensional Blood-Brain Barrier Model – Designed to Overcome the Limited Predictive Power of Current In Vitro Systems“ verdeutlicht das Projekt die Ambitionen, über die herkömmlichen Grenzen der In-vitro-Modelle hinauszugehen. In der aktuellen Ausschreibungsrunde wurden 182 Forscher mit einem „Proof of Concept Grant“ ausgezeichnet, darunter 31 aus Deutschland. Diese Förderungen sind Teil des europäischen Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont Europa“.

Prof. Dr. Lydia Sorokin leitet das Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie und ist Sprecherin des „Cells in Motion Interfaculty Centre“ an der Universität Münster. Ihre Arbeit wird zweifellos einen bedeutenden Einfluss auf die Neurowissenschaften und die Entwicklung neuer Therapien haben.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich das Projekt „BraIN“ entwickeln wird und welches Potenzial zur Verbesserung der Behandlung neurologischer Erkrankungen damit verbunden ist. Sorokin und ihr Team stehen am Beginn dieser vielversprechenden Forschung.