Am 8. Juni 2026 beschloss das Präsidium der Freien Universität Berlin, einen internen Klimaschutzfonds einzurichten, der ab dem 1. Januar 2026 aktiv werden soll. Der Fonds soll dabei helfen, die CO₂-Emissionen der Universitätsmitglieder zu reduzieren, welche aus dem Campusbetrieb, dem Papierverbrauch und Dienstreisen resultieren. Diese Emissionen werden mit 30 Euro pro Tonne CO₂ belegt. Der Klimaschutzfonds zielt darauf ab, neue Ideen und Initiativen sowie klimafreundliche und biodiversitätsfördernde Maßnahmen zu fördern, die nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, und stärkt damit die Klimaschutzaktivitäten der Universität.
Professor Dr. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin, verdeutlichte die Priorität von Klimaschutz und Biodiversität, auch angesichts finanzieller Herausforderungen. Seit 2001 konnte der Energieverbrauch der Universität um signifikante 32 Prozent gesenkt werden, was im letzten Jahr zu Einsparungen in Höhe von 7,5 Millionen Euro führte. Die Universität hat nicht nur ein Nachhaltigkeitsleitbild eingeführt, sondern auch eine Klimanotstandserklärung veröffentlicht, um ihrer Verantwortung im Bereich Nachhaltigkeit gerecht zu werden.
Klimaschutzfonds und seine Ziele
Der neu eingerichtete Klimaschutzfonds wird jährlich etwa 270.000 Euro in Projekte investieren. Diese Projekte sollen die Campus-Infrastruktur, Biodiversität, nachhaltige Mobilität, Bildung und partizipative Nachhaltigkeit fördern. Ab dem Jahr 2026 werden CO₂-Emissionen von etwa 9.000 Tonnen erwartet. Um die anspruchsvollen Projekte zu identifizieren, wird eine bereichsübergreifende Arbeitsgruppe gebildet, die die entsprechenden Maßnahmen im Rahmen des Klimaschutzfonds unterstützt. Die Freie Universität ist damit eine der wenigen Hochschulen in Deutschland, die regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte erstellt und über ein EMAS-zertifiziertes Umweltmanagement verfügt.
Im Kontext der beschriebenen Initiative unterstreicht das BMBF, wie wichtig es ist, eine Innovationskultur für Nachhaltigkeit an Hochschulen zu fördern. Diese Initiative unterstützt die Transformation von Institutionen in Richtung mehr Nachhaltigkeit und ermöglicht es Studierenden, aktiv an Projekten zur Klimaneutralität ihrer Hochschulen mitzuarbeiten. Über 35 Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind in dieser Initiative eingebunden.
Globale Klimaziele und internationale Verantwortung
Diese deutschlandweiten Bemühungen stehen im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens, das im Dezember 2015 im Rahmen der COP21 unterzeichnet wurde. Es verfolgt das Ziel, die Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Laut dem WWF stammen über 70 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen, und die anstehende COP28 2023 soll eine Einigung auf Ziele für eine gerechte Energiewende fördern. Trotz des Fortschritts beim Ausbau erneuerbarer Energien geschieht dies jedoch langsamer als erforderlich.
Die Ziele der COP28 umfassen die Verdopplung der Energieeffizienz bis 2030 sowie eine gerechte Abkehr von fossilen Brennstoffen. Trotzdem zeigen die Planungen zur Produktion fossiler Brennstoffe bis 2030, dass diese oberhalb des 1,5-Grad-Limits liegen werden. Dies unterstreicht die Dringlichkeit umfassender Maßnahmen auf globaler Ebene, um die Klimaziele zu erreichen.
In dieser Zeit des Wandels spielt die Freie Universität Berlin eine wesentliche Rolle, indem sie ihre Verantwortung für Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch innovative Projekte und Initiativen wahrnimmt. Ob auf dem Campus oder in der Lehre, die Universität strebt danach, ein Vorbild im Bereich Nachhaltigkeit zu sein und damit einen positiven Beitrag zur Bewältigung der globalen Klimakrise zu leisten.