Nachhaltigkeit im Textilsektor: NIBTEX-Projekt startet innovative Phase!
Am 24. Juni 2026 wurde bekannt gegeben, dass das Projekt NIBTEX um zwei Jahre verlängert wird. Dies geschieht im Rahmen des Programms „Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden“, welches von dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Europäischen Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert wird. Das Hauptziel von NIBTEX ist es, die Nachhaltigkeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung der Textilbranche zu verankern, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in diesem Sektor. Die TU Chemnitz beteiligt sich an diesem Projekt mit zwei Professuren, unter der Leitung von Prof. Dr. Erik Haberzeth sowie Prof. Dr. Marlen Gabriele Arnold.
Die Koordination des Projekts erfolgt durch das Sächsische Textilforschungsinstitut e. V. (STFI). In der ersten Förderphase wurden bereits verschiedene Konzepte für nachhaltige Berufsbildung und Qualifizierung entwickelt und erfolgreich pilotiert. Ein Netzwerk aus 16 externen Partnern, darunter Unternehmen und Fachverbände, wurde gebildet. In der bevorstehenden Verlängerungsphase, die im Mai 2026 startet, wird NIBTEX weiterentwickelt, mit starkem Fokus auf die Implementierung von Nachhaltigkeitspraktiken in KMU der Textilbranche.
Neue Ansätze und Ziele
Wesentliche Neuerungen der Verlängerungsphase beinhalten eine Ausdehnung des Qualifizierungsangebots auf weitere Textilregionen sowie die Ansprache zusätzlicher Zielgruppen. Das bestehende Qualifizierungskonzept wird modular, teildigitalisiert und zeitlich flexibel gestaltet. Geplant sind Formate wie Micro-Learning, Selbststudienmaterialien, Vorträge und Vernetzungsformate. Teilnehmende können individuelle Lernpfade zusammenstellen und verschiedene Zertifikate erwerben. Besonders im Fokus stehen gamifizierte Lernformate, die die Motivation und den Praxistransfer stärken sollen.
Die Professur für Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit entwickelt Inhalte zu sozialen Nachhaltigkeiten, Kreislaufwirtschaft und spezifischen 9R-Strategien. Parallel dazu konzipiert die Professur für Erwachsenenbildung praxisnahe Lehr-Lern-Arrangements. Die wissenschaftliche Begleitung, Evaluation und Dissemination der Ergebnisse haben ebenfalls hohe Priorität im Projektverlauf.
Ein ganzheitlicher Ansatz
Das Projekt NIBTEX ist Teil eines umfassenden Bildungskonzepts, das einen starken Fokus auf Nachhaltigkeitsmanagement innerhalb der Textilbranche legt. Diese Branche hat erhebliche Umweltauswirkungen, sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene. Ziel ist es, endliche Ressourcen zu schonen und die planetaren Grenzen nicht zu überschreiten. Die STFI arbeitet an der Stärkung nachhaltigkeitsbezogener beruflicher Handlungskompetenzen, wodurch die Verantwortung für das eigene Handeln gefördert werden soll. Das Konzept umfasst auch die Grundsätze von Nachhaltigkeit im Beruf sowie einen branchenspezifischen BBNE-Kompetenzkatalog.
In der Phase 1 des Projekts, die von 2024 bis 2026 läuft, werden umfassende Dokumentenanalysen und Befragungen zur Definition des Implementationsstands und der Weiterbildungsbedarfe durchgeführt. Die Phase 2 von 2026 bis 2028 zielt darauf ab, die Nachhaltigkeit holistisch in KMU der Textilbranche zu implementieren und das Qualifizierungsangebot auf nationaler Ebene auszudehnen.
Zusätzlich gewinnen gesetzliche Anforderungen und die steigende Nachfrage nach „grünen Produkten“ zunehmend an Bedeutung. Dies wird durch die BTE gefördert, die aktiv an Gesetzgebungsverfahren beteiligt ist, um einen umweltfreundlicheren Textilsektor zu schaffen. In diesem Kontext hat die EU im März 2022 eine Strategie vorgestellt, die auf die Entwicklung nachhaltiger und kreislauffähiger Textilien abzielt, um den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und die Umweltbelastungen zu verringern. Diese Entwicklung ist eng mit dem Europäischen Green Deal verbunden, der bis 2030 eine signifikante Verbesserung der Umweltauswirkungen in der Textilbranche fordert.
Insgesamt verdeutlicht das Projekt NIBTEX, wie wichtig die Integration von Nachhaltigkeit in berufliche Ausbildungsstrukturen ist. Damit wird nicht nur die Zukunft der Textilbranche, sondern auch der Umweltschutz in einem professionellen Kontext gefördert.
