Neue Studie zeigt: Stressbewältigung für pflegende Angehörige jetzt einfacher!
Heute haben die Forschungsaktivitäten unter der Leitung von Prof. Dr. Nils F. Töpfer vom ICPP neue Maßstäbe gesetzt. In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde die Wirksamkeit eines gestuften Beratungsprogramms für hochbelastete pflegende Angehörige untersucht. Diese Studie ist bedeutsam, da pflegende Angehörige eine entscheidende Rolle in der Versorgung älterer Menschen spielen, jedoch häufig unter psychischen Belastungen leiden. Die Ergebnisse wurden im renommierten Journal of Consulting and Clinical Psychology veröffentlicht und können von der Öffentlichkeit eingesehen werden.
Insgesamt wurden 437 pflegende Angehörige in die Studie einbezogen. Diese wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: die Interventionsgruppe erhielt Unterstützung durch eine strukturierte Problemlösungsintervention in der Pflegeberatung und, wenn nötig, telefonische kognitive Verhaltenstherapie im Rahmen des Tele.TAnDem-Programms. Im Gegensatz dazu erhielt die Kontrollgruppe lediglich die reguläre Versorgung. Die Ergebnisse waren vielversprechend: Die Angehörigen, die am gestuften Beratungsprogramm teilnahmen, zeigten signifikante und nachhaltige Verbesserungen ihrer depressiven Symptome im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Ein innovativer Ansatz für pflegende Angehörige
Das gestufte Beratungsangebot hat sich als besonders erfolgreich in der Regelversorgung erwiesen. Durch den telefonischen Ansatz und eine gezielte Ansprache konnten auch sozioökonomisch benachteiligte pflegende Angehörige erreicht werden, eine Gruppe, die häufig in Studien unterrepräsentiert ist. Dies hebt das Potenzial solcher niedrigschwelliger Unterstützungsangebote zur Reduktion depressiver Symptome hervor. Insbesondere die Flexibilität dieser Intervention erlaubt es den Angehörigen, Unterstützung von zu Hause aus in Anspruch zu nehmen, was eine hohe Akzeptanz zur Folge hat.
Eine weitere interessante Studie zu diesem Thema ist die internetbasierte Therapie für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten, die unter der DRKS-ID DRKS00006743 registriert ist. Diese Studie vergleich die Wirksamkeit internetbasierter Therapie mit herkömmlichen Unterstützungsangeboten. Die Rekrutierung ist bereits abgeschlossen, und die Ergebnisse sollen dazu dienen, den Bedarf an professioneller Unterstützung zu verdeutlichen, die oft nicht in Anspruch genommen wird.
Ein besonderes Augenmerk in der Studie lag auf der besonderen Belastung der pflegenden Angehörigen, die durch hohe Anforderungen in ihrem Alltag häufig zunehmen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wird empfohlen, verschiedene Strategien zur besseren Bewältigung von Belastungen zu implementieren.
Strategien zur Stressbewältigung
Mehrere Ansätze können pflegende Angehörige unterstützen, ihre Belastungen besser zu bewältigen. Ein Perspektivwechsel, bei dem die Sichtweise des Pflegebedürftigen eingenommen wird, kann das Verständnis für dessen Bedürfnisse erhöhen. Fragen zur eigenen Empathie helfen dabei, mögliche empathische Reaktionen zu reflektieren.
Freundschaften sind wertvolle Ressourcen. Gesprächsrunden über belastende Situationen sollten ergänzt werden durch Ablenkungen und positive Themen. Darüber hinaus sind Aktivitäten, die zur Wiederherstellung der persönlichen Balance beitragen, von essenzieller Bedeutung. Regelmäßige Bewegung, Entspannungstechniken und der Austausch mit Ansprechpartnern für akute Krisensituationen sind wichtige Elemente, um die psychische und körperliche Gesundheit zu fördern.
Für Angehörige, die in akuten Krisensituationen Unterstützung benötigen, empfiehlt es sich, auf Atemübungen oder physische Aktivitäten zurückzugreifen, um Stress abzubauen und die eigene Situation zu verbessern. Es ist wichtig, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen und auch temporär Pflegeaufgaben abzugeben.
Die Kombination aus innovativen Studien und bewährten Strategien zeigt, dass Unterstützung für pflegende Angehörige nicht nur möglich, sondern auch notwendig ist, um deren Lebensqualität zu verbessern und sie in ihrer oft herausfordernden Rolle zu stärken. Weitere Informationen sowie Ratgeber zu Bewältigungsstrategien sind auf Plattformen wie gesund.bund.de und bei der BAGSO sowie dem ZQP verfügbar.
