Südasien im Fokus: Erfurter Universität lädt zum interdisziplinären Austausch!
Am 18. Juni 2026 findet der 4. Deutsche Südasientag an der Universität Erfurt statt. Diese Initiative wird vom Arbeitskreis „Neuzeitliches Südasien“ der Deutschen Gesellschaft für Asienkunde organisiert und strebt den interdisziplinären Austausch über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur Südasiens im deutschsprachigen Raum an. Die Wahl Erfurts als Austragungsort verdeutlicht die Dichte der südasienbezogenen Forschung, die in mehreren Fachbereichen an der Universität betrieben wird, obwohl ein eigenes Südasien-Institut fehlt, wie uni-erfurt.de berichtet.
Forschende aus der Religionwissenschaft, Geschichte, Theologie, Kulturwissenschaft, Sozialwissenschaft und Kunst beschäftigen sich intensiv mit der Region. Ziel des Südasientags ist es, die wissenschaftliche Beschäftigung zu vernetzen und interdisziplinär zu fördern. Dabei stehen aktuelle Herausforderungen wie Demokratie, Migration, Religion, Digitalisierung, Klima, Gender und globale Verflechtungen im Mittelpunkt. Die Veranstaltung soll neue Verbindungen zwischen Forschenden schaffen und Early Career Scholars unterstützen, indem ihnen Feedback und Zugang zu Netzwerken geboten wird.
Vielfältiges Programm
Das Programm des Südasientags umfasst Panels zu politischen Theorien, Körperwissen, Tanz, Literatur und Urbanität. Kulturelle Formate, wie zum Beispiel ein Raga-Konzert, bieten alternative Zugänge zu Südasien und fördern die Begegnung zwischen den Teilnehmenden. Ein besonderes Highlight ist die Keynote von Ursula Rao, die sich mit dem Thema „Time as Infrastructure: Reflections on Service Culture in Digital India“ auseinandersetzt und die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Alltag in Indien thematisiert.
Ein Roundtable am Samstag liegt den Gender-Perspektiven und akademischen Karrieren in der Südasienforschung besonders am Herzen. Die Universität Erfurt, trotz des Fehlens eines spezifischen Instituts, zeigt Stärken durch verschiedene Fachbereiche und laufende Forschungsprojekte. Die Tagung wird vom Seminar für Religionswissenschaft und dem Max-Weber-Kolleg veranstaltet. An eine klassische Tagungspublikation ist nicht gedacht; vielmehr sollen aus den Panels gemeinsame Publikationsprojekte entstehen.
Der wissenschaftliche Rahmen
Diese Rahmenbedingungen für die Forschung und den Austausch kommen nicht von ungefähr. Die Interdisziplinäre Zeitschrift für Südasienforschung (IZSAF) erleichtert die Verbreitung neuer Ideen und ist offen für Formate wie Fotoessays oder Artikel in deutscher und englischer Sprache. Wissenschaftler*innen, insbesondere aus dem Nachwuchsbereich, sind die Hauptzielgruppe der elektronischen, peer-reviewed Zeitschrift. Artikel unterlaufen hier einen strikten Begutachtungsprozess, bei dem ihre Forschungsbasis, Methode und Argumentation geprüft werden, wie hasp.ub.uni-heidelberg.de es beschreibt.
Von den Herausgebern wird ein Open-Access-Zugang verfolgt, der es Nutzern erlaubt, die Inhalte gratis zu lesen, herunterzuladen und weiterzuverbreiten. Diese Initiative fördert nicht nur den freien Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen, sondern sorgt auch für einen dynamischen Austausch in der wissenschaftlichen Gemeinschaft.
Einblick in die Vielfalt Südasiens
Südasien gilt als Region mit bemerkenswerter sprachlicher, politischer und religiöser Vielfalt. Der intellektuelle Austausch mit anderen Regionen, wie Ostasien und dem Mittleren Osten, hat hier eine lange Tradition. Die Auseinandersetzung mit Südasien hat auch theoretische Diskurse in der Ethnologie, etwa postkoloniale Ansätze, geprägt. Zu den zentralen Forschungsinteressen dieser Region gehören nationale Bewegungen, Genderfragen und Prozesse der Wissens- und Technologietransformation, wie isek.uzh.ch darstellt.
Insgesamt zeigt der 4. Deutsche Südasientag an der Universität Erfurt, wie wichtig die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Südasien ist und welche Möglichkeiten sich für den interdisziplinären Austausch eröffnen. Die Veranstaltung ist eine herausragende Gelegenheit, bestehende Netzwerke zu stärken und neue Verbindungen in der Forschung zu knüpfen.
