Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Quirmbach von der Universität Koblenz ist mit der Böttger-Plakette ausgezeichnet worden. Die Deutsche Keramische Gesellschaft (DKG) verlieh ihm die Auszeichnung während ihrer 101. Jahrestagung „Keramik 2026“ an der Universität Augsburg.

Die Übergabe fand im Parktheater des Kurhauses Göggingen in Augsburg statt. Überreicht wurde die Plakette von DKG-Präsidentin Dr. Angelika Priese, die zugleich die Laudatio hielt, und Prof. Dr. Olivier Gullion, dem Leiter der wissenschaftlichen Arbeiten der DKG. Für die Keramikbranche ist das kein kleines Zeichen: Die DKG vergibt die Böttger-Plakette seit 1929 an Menschen, die sich in besonderer Weise um die Zusammenarbeit von Industrie, Wissenschaft und Lehre in der Keramik verdient gemacht haben.

Vom DKG-Vorstand bis zum Forschungsschwerpunkt

Quirmbach ist seit 1989 Mitglied der DKG. Im Laufe der Jahre übernahm er dort mehrere Aufgaben, unter anderem als Mitglied des Vorstands, als Leiter des Industriebereichs Silikatkeramik und als Leiter der Bezirksgruppe Mitte.

An der Universität Koblenz baut Quirmbach seit 2009 den Forschungsschwerpunkt Keramik auf. Dazu gehört der 2011 gemeinsam mit der Hochschule Koblenz eingeführte Masterstudiengang „Ceramic Science and Engineering“. 2018 kamen das Graduiertenkolleg „Max-von-Laue Institute of Ceramic Materials (CerMaX)“ und das Landeskompetenzzentrum für 3D-Druck in der Keramik hinzu. Weitere Industriekooperationen wurden mit finanzieller Unterstützung des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums umgesetzt.

Auch innerhalb der DKG ist sein Arbeitsfeld breit: Quirmbach engagiert sich in sieben Fachausschüssen, sieben Gemeinschaftsausschüssen mit der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde sowie in acht Fachgebieten. Das klingt nach vielen Sitzungen, Papieren und vermutlich reichlich Kaffee – vor allem aber nach einem Netzwerk, das Forschung und Anwendung eng miteinander verbindet.

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Eine Plakette mit langer Geschichte

Die Deutsche Keramische Gesellschaft wurde 1919 gegründet. Sie widmet sich Technik, Wissenschaft, Forschung und Weiterbildung in der Keramik und veranstaltet Fachkongresse, Foren sowie Weiterbildungsseminare für Mitglieder aus Industrie und Forschung.

Namensgeber der Auszeichnung ist Johann Friedrich Böttger (1682–1719). Er entwickelte 1707 das Böttger-Steinzeug und 1708 gemeinsam mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Gottfried Pabst von Ohain das europäische Hartporzellan. 1710 wurde die Königlich Sächsische Porzellanmanufaktur in Meißen gegründet. Ihre Leitung übertrug August I., der sächsische König, Böttger.

Passend zur Tagung an der Universität Augsburg stellt die DKG ihren Mitgliedern ab sofort die DKG-Institutsübersicht 2026 auf Anfrage zur Verfügung. Darin finden sich Forschungsschwerpunkte sowie Labor- und Geräteausstattungen zahlreicher DKG-Mitgliedsinstitute. Die Übersicht soll den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie erleichtern und den Zugang zu Kompetenzen in der Keramikforschung verbessern.

Wer die Übersicht haben möchte, kann sie per E-Mail an info@dkg.de anfordern. Das Verzeichnis wird jährlich aktualisiert; Ergänzungen und Korrekturen können ebenfalls jederzeit an diese Adresse geschickt werden.