Ratingen rüstet sich gegen Hitze: RWTH Aachen stellt neues Klimakonzept vor
Der Klimabeirat der Stadt Ratingen tagt am Donnerstag, 15. Oktober 2026, öffentlich. Beginn ist um 19 Uhr im Angersaal der Stadthalle. Auf der Tagesordnung steht ein Thema, das im vergangenen Hitzesommer wohl für viele greifbar geworden ist: Wie kann sich Ratingen auf die Folgen des Klimawandels einstellen?
Nach einem Grußwort von Bürgermeister Patrick Anders stellt Dr.-Ing. Mark Braun vom Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft der RWTH Aachen das neue integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept der Stadt vor. Das Forschungsinstitut war als Begleitagentur an der Ausarbeitung beteiligt. Der Abend dürfte damit auch für Menschen interessant sein, die wissen möchten, was aus den bisherigen Klimaschutzplanungen konkret folgt.
Hitze, Extremwetter und die Frage nach dem Schutz
Das Konzept untersucht mögliche Folgen des Klimawandels für Ratingen: steigende Temperaturen, häufigere und intensivere Hitzeperioden sowie zunehmende Extremwetterereignisse. Ebenso geht es um mögliche Reaktionen und Maßnahmen der Stadt. Die Anpassung an Klimafolgen wird angesichts der Erfahrungen des vergangenen Hitzesommers als aktuelle Aufgabe beschrieben.
Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und gesundheitlich belastete Personen. Braun erläutert bereits umgesetzte Maßnahmen und geplante weitere Schritte. Neben der Verringerung von Treibhausgasemissionen soll die vorsorgende Anpassung an unvermeidbare Klimafolgen als Bestandteil der Stadtentwicklung behandelt werden. Nach dem Vortrag sind Fragen und eine Diskussion möglich – auch zur Position des Klimabeirates.
Ratingens Klimapolitik hat Vorgeschichte
Das neue Konzept steht nicht für sich allein. Bereits 2017 wurde ein integriertes Klimaschutzkonzept für die Stadt Ratingen erstellt. Es bildet die strategische Grundlage der städtischen Klimapolitik und umfasst eine Treibhausgasbilanz sowie zahlreiche Klimaschutzmaßnahmen. Viele davon wurden von der Stadtverwaltung umgesetzt oder werden weiterhin umgesetzt. Ein Abschlussbericht aus dem Jahr 2023 liegt vor.
Seit 2018 gibt es außerdem ein Klimaschutzmanagement. Es koordiniert die Maßnahmen und setzt auch eigene Projekte um. Sowohl die Erstellung des Klimaschutzkonzepts als auch das Klimaschutzmanagement wurden über die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundes gefördert.
Die Nationale Klimaschutzinitiative wird seit 2008 vom Bundesumweltministerium durchgeführt. Sie fördert Projekte zur Senkung von Treibhausgasemissionen und richtet sich unter anderem an Verbraucherinnen und Verbraucher, Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen. Zu ihren Programmen gehören langfristige Klimaschutzstrategien, konkrete Hilfestellungen und investive Fördermaßnahmen.
Förderung mit mehreren Etappen
Für die Konzepterstellung lief das Förderprojekt „Klimaschutzkonzept der Stadt Ratingen“ vom 01.02.2016 bis zum 31.03.2017. Das Förderkennzeichen lautet 03K02335.
Es folgte das Erstvorhaben zum Klimaschutzmanagement mit dem Projekttitel „KSI: Klimaschutzmanagement bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Ratingen“. Der Förderzeitraum reichte vom 01.01.2018 bis zum 28.02.2021, das Förderkennzeichen lautet 03K07276.
Daran schloss sich das Vorhaben „KSI: Anschlussvorhaben zur Umsetzung von weiteren Maßnahmen aus dem integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt Ratingen“ an. Es lief vom 01.03.2021 bis zum 30.09.2023 und trägt das Förderkennzeichen 67K07276-1.
Der Blick auf das neue Konzept führt damit auch zurück zu den bisherigen Schritten: Bilanz erstellen, Maßnahmen anstoßen, Zuständigkeiten koordinieren – und nun stärker darauf schauen, wie sich die Stadt auf Hitze und andere Klimafolgen vorbereitet. Vorgestellt wird das Konzept von einem Forscher der RWTH Aachen, also an einem Ort, an dem wissenschaftliche Arbeit und kommunale Praxis direkt aufeinandertreffen. Im Angersaal bleibt danach Raum für Nachfragen.
