Am 3. Juli 2026 gab die Universität Kassel bekannt, dass die Forschungsgruppe „Lasting Learning“ bis 2030 gefördert wird. Diese Fördermaßnahme ist Teil eines fortlaufenden Engagements für eine nachhaltige Lerngestaltung, die über das kurzfristige „Bulimielernen“ hinausgeht. Die Universität Kassel beteiligt sich mit drei Teilprojekten an der zweiten Förderperiode dieser bedeutenden Forschung.

Das übergeordnete Ziel dieser Initiative ist die langfristige Verankerung von Schulwissen durch sogenannte „wünschenswerte Erschwernisse“ im Lernprozess. Dieser Ansatz wurde bereits in der ersten Förderphase näher untersucht, wobei die Forscher drei zentrale Lernstrategien identifizierten:

  • Verteiltes Lernen: Übungen, die über mehrere Phasen verteilt sind, statt alles in einer Sitzung abzuhandeln.
  • Verschachteltes Lernen: Ein Abwechseln von Lerninhalten, anstatt in starren Blöcken zu lernen.
  • Training des Abrufs: Wiederholte Abfragen, die die Lernleistung während der Lernphase steigern.

Interdisziplinäre Forschung

Die Forschung hat gezeigt, dass aktive Abrufübungen die Lernleistung verbessern, was in Kassel speziell untersucht wurde. Diese Methoden sind nicht nur bei einfachen Lerninhalten wirksam, sondern auch bei komplexen Materialien. In der nun startenden zweiten Phase soll der Fokus auf den kognitiven Prozessen hinter den Erschwernissen liegen. Dies beinhaltet selbstreguliertes Lernen sowie die Integration dieser Methoden in reale Unterrichtssituationen.

Die experimentellen Studien finden in verschiedenen Fächern wie Biologie, Mathematik, Deutsch und Physik statt. Um diese breit gefächerte Forschung zu unterstützen, wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen Psychologie, Erziehungswissenschaften und verschiedenen Fachdidaktiken angestrebt. Zudem sind mehrere Universitäten beteiligt, darunter Duisburg-Essen, Erfurt, Freiburg, Gießen, München, Münster, Osnabrück, Potsdam und Tübingen.

Erfolgreiche Implementierung und Auswirkungen

Der interdisziplinäre LOEWE-Schwerpunkt „Wünschenswerte Erschwernisse beim Lernen“, der von 2015 bis 2018 lief, hatte bereits tiefgreifende Auswirkungen auf das Lernen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Tobias Richter und Prof. Dr. Mirjam Ebersbach wurden Mechanismen erforscht, die Lernprozesse zunächst erschweren, jedoch das langfristige Behalten fördern. Dies umfasst unter anderem Testungen während des Lernens und das Generieren von Lerninhalten durch die Lernenden.

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Die Wirksamkeit dieser „wünschenswerten Erschwernisse“ wurde in Laborstudien nachgewiesen und ihre Implementierbarkeit im schulischen und universitären Unterricht überprüft. Die Forschungsergebnisse haben nicht nur zur Sichtbarkeit der Universität Kassel in der wissenschaftlichen Community beigetragen, sondern auch die Anzahl an wissenschaftlichen Publikationen zu diesem Thema signifikant erhöht – von 159 zwischen 2000 und 2010 auf 1.360 zwischen 2011 und 2019.

Zusammenfassend zeichnet sich diese Forschungsinitiative durch eine bedeutende Steigerung der wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich Bildung aus und wird durch die geplante DFG-Forschungsgruppe zum Thema „Nachhaltiges Lernen“ weiter gefördert. Dadurch leistet die Universität Kassel einen wertvollen Beitrag zur empirischen Bildungsforschung sowie zur Hochschulforschung.

Zusätzliche Informationen darüber, wie Schlagwörter und systematische Literaturnachweise in der Bildungsforschung angewendet werden, finden sich in Fachartikeln, die die Verknüpfung von deutschsprachigen Suchbegriffen mit internationalen Forschungsansätzen beleuchten. Diese interdisziplinäre Sichtweise ist entscheidend für zukünftige Entwicklungen im Bildungsbereich und unterstützt nicht nur das Verstehen komplexer Sachverhalte, sondern auch die praktische Anwendung in Lernkontexten.

Für weitere Details zur Fördergruppe „Lasting Learning“ besuchen Sie die Seite der Universität Kassel, mehr über die wünschenswerten Erschwernisse beim Lernen finden Sie auf der Website von Wissenschaft Hessen und eine umfassende Analyse von relevanten Publikationen bietet das Fachportal Pädagogik.