Ein Dresdner Forschungsteam des Exzellenzclusters ctd.qmat hat ein bemerkenswertes neues Transportphänomen entdeckt, welches wichtige Auswirkungen auf moderne Technologien haben könnte. In ihrer Untersuchung haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass leuchtende Quasiteilchen, auch bekannt als Exzitonen, in den Quantenmaterialien von Spin-Wellen mitgenommen und ultraschnell beschleunigt werden können. Die Forschungsergebnisse, die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Nanotechnology veröffentlicht wurden, erfassen die Dynamik dieser Exzitonen und deren Wechselwirkungen mit dem antiferromagnetischen Halbleiter Chromium-Schwefel-Bromid (CrSBr).

Exzitonen entstehen, wenn ein Laserlicht ein Elektron anregt und dabei ein positiv geladenes „Loch“ hinterlässt. Dieses neu entstandene Teilchen, das aus Elektron und Loch gespeist wird, bewegt sich nicht zufällig, sondern wird durch die Spin-Wellen des Quantenmaterials unterstützt und beschleunigt. Im Rahmen der Studie wurde sogar erstmals nachgewiesen, dass der Transport dieser Quasiteilchen von der magnetischen Ordnung des Halbleiters abhängt. Bei einer Temperatur von -141,15 Grad Celsius zeigt CrSBr magnetische Eigenschaften, und die Elektronen orientieren sich parallel.

Neueste Erkenntnisse über Exzitonen

Diese Exzitonen zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, Licht effizient aufzunehmen und abzugeben, was ihre Relevanz für Materialwissenschaft und Informationstechnologie unterstreicht. Üblicherweise werden Exzitonen in nicht-magnetischen Halbleitern nachgewiesen, doch in den letzten vier Jahren haben Forscher herausgefunden, dass auch antiferromagnetische Materialien wie CrSBr in der Lage sind, Exzitonen zu bilden. Mit Hilfe von speziellen Spektrometern analysierten die Forscher die von diesen Materialien emittierte Strahlung, nachdem sie sie Lichtimpulsen ausgesetzt hatten.

Die innovativen Eigenschaften des CrSBr, dessen Kristallschichten nur schwach über van-der-Waals-Bindungen verbunden und extrem dünn sind, ermöglichen es den Forschern, die Quasiteilchen nicht nur im Inneren, sondern auch an der Oberfläche des Materials zu beobachten. Diese neuen Erkenntnisse zeigen, dass sich die Eigenschaften der Oberflächen-Exzitonen von denen der im Inneren befindlichen Exzitonen unterscheiden, was für zukünftige Anwendungen in der Photonik von entscheidender Bedeutung sein könnte.

Potenzial für zukünftige Technologien

Der Fortschritt im Verständnis von Exzitonen und ihrer Wechselwirkungen mit der magnetischen Ordnung hat das Potenzial, neue Technologien zu inspirieren, die Photonik und Magnetismus verbinden. Optische Anregungen könnten in der Zukunft möglicherweise magnetisch gesteuert werden, was die Grundlage für Hybrid-Technologien schaffen würde. Schaltkreise, die auf Licht basieren, könnten schneller und verlustfreier Informationen transportieren.

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Das Forschungsteam unter der Leitung von Alexey Chernikov und einer Gruppe internationaler Wissenschaftler hat einen bedeutenden Schritt in der Erforschung neuartiger Quantenmaterialien getan. Insgesamt sind etwa 300 Wissenschaftler:innen aus mehr als 30 Ländern am Exzellenzcluster ctd.qmat beteiligt, der mit Ende 2026 in die zweite Förderperiode der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder startet. Diese Entdeckungen könnten dazu beitragen, das Verständnis magnetischer Materialien zu vertiefen und neue Anwendungen in der Magneto-Optik zu entwickeln, wie wissenschaft.de und ctdqmat.de berichten.