Am 14. Juli 2026 haben weitreichende genetische Screenings bedeutende Fortschritte in der Krebsforschung erzielt. Laut Uni Bonn zeigen Abhängigkeitskarten auf, welche Gene und Signalwege für das Überleben von Tumorzellen entscheidend sind. Diese Karten bieten jedoch nur begrenzte Informationen über die Entstehung und biologische Zusammenhänge von Krebs, da die Ergebnisse häufig nicht auf noch nicht untersuchte Tumoren übertragbar sind.

Ein zentrales Projekt in diesem Bereich ist das Konsortium PRECISE, das genetische Wechselwirkungen, insbesondere das Phänomen der sythetischen Letalität, eingehend untersucht. Synthetische Letalität tritt auf, wenn mehrere genetische Veränderungen gemeinsam zum Zelltod führen. Im Rahmen von PRECISE analysieren über 30 Forschungsgruppen aus mehr als 20 Instituten in neun europäischen Ländern genetische Eingriffe wie CRISPR, um allgemeine Regeln zur Vorhersage von Schwachstellen in bislang unerforschten biologischen Kontexten abzuleiten.

Innovative Ansätze zur Krebsforschung

Das Konsortium verknüpft Daten aus Patientenkohorten mit Modellsystemen und testet kontinuierlich Vorhersagen durch einen fortlaufenden Lernprozess. Computermodelle analysieren Daten und priorisieren genetische Eingriffe, während Laborüberprüfungen in die Modelle zurückfließen, um deren Vorhersagegenauigkeit zu verbessern. Prof. Dr. Maximilian Billmann vom Universitätsklinikum Bonn (UKB) hat innerhalb des Konsortiums eine genetische Wechselwirkungs-Karte vorgestellt, die auf diesen Prinzipien basiert.

Zusätzlich bringt Prof. Dr. Jonathan Schmid-Burgk ein neues Screeningverfahren, NIS-Seq, in das Konsortium ein. Dabei werden mikroskopisch sichtbare Eigenschaften einzelner Zellen mit genetischen Veränderungen verknüpft. Dies verstärkt das Ziel, die Funktionen von Genen in Tumorzellen besser aufzuklären.

Präzisionsonkologie im Kleinformat

Im Rahmen der Präzisionsonkologie wird eine erweiterte molekulare Untersuchung des Tumorgewebes in spezialisierten Laboren durchgeführt. Diese Untersuchungen zielen darauf ab, genetische Veränderungen im Tumorgewebe nachzuweisen, um gezielte Therapien zu entwickeln. Die Ergebnisse werden über mehrere Fachrichtungen in molekularen Tumorboards diskutiert, um die Relevanz der identifizierten Veränderungen für die Behandlungsstrategie zu bewerten, wie von Stärker gegen Krebs betont wird.

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Der gesamte Prozess der molekularen Diagnostik und der anschließenden Diskussion im Expertengremium dauert etwa vier Wochen, nachdem die Tumorprobe im Labor eingegangen ist. Der Empfehlungsbeschluss wird an den anmeldenden Arzt versandt und anschließend mit dem Patienten besprochen, um einen individuellen Therapieplan zu erstellen, der möglicherweise auch klinische Studien umfasst.

Die aktuellen Entwicklungen in der Präzisionsonkologie präsentieren einen vielversprechenden Fortschritt für die Behandlung von Krebserkrankungen. Es bleibt zu hoffen, dass die gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen werden, die Therapien für Patienten mit schwer zu behandelnden Tumoren weiter zu verbessern.