Am 13. Juli 2026 fand in Münster das Richtfest für die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) statt. Unter dem Beisein hochrangiger Politiker, darunter Ministerpräsident Hendrik Wüst, Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, wurde der symbolische Abschluss dieser Bauphase gefeiert. Auf einem 39.000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht eine innovative Forschungsinfrastruktur, die auf die Entwicklung und industrielle Produktion von Batteriezellen im Gigawatt-Maßstab ausgelegt ist.

Insgesamt investieren Bund und Land rund eine Milliarde Euro in das Projekt, wobei der Bund bis zu 750 Millionen Euro und das Land Nordrhein-Westfalen etwa 320 Millionen Euro bereitstellt. Damit wird die FFB zur größten Zuwendungsnehmerin und Konsortialführerin der Fraunhofer-Gesellschaft. Projektpartner sind das MEET-Batterieforschungszentrum der Universität Münster, der Lehrstuhl für PEM (Produktion und Effizienz von Maschinen) der RWTH Aachen sowie das Helmholtz-Institut in Münster. Der Bau wird im Treuhandauftrag des Landes von NRW.URBAN realisiert.

Forschungsstruktur und Produktion

Die FFB wurde im Jahr 2022 gegründet und fungiert als offene Forschungsfabrik für die industrienahe Batteriezellproduktion. Der erste Bauabschnitt, bekannt als „FFB PreFab“, entstand bereits Anfang 2024 und wird von über 140 Wissenschaftlern betrieben. Dieser Teil der Einrichtung ermöglicht die industrienahe, digitalisierte Fertigung von Pouch- und prismatischen Batteriezellen. Es wird eine durchgängige digitalisierte Prozesskette etabliert, die von der Wareneingangskontrolle bis zur formierten Batteriezelle reicht.

Der zweite Bauabschnitt, die „FFB Fab“, wird mehr als 20.000 Quadratmeter Produktionsanlagen umfassen, die dem Maßstab einer Gigafactory entsprechen. Das gesamte Gelände wird sich auf 56.000 Quadratmeter belaufen und soll den vollständigen Produktionsprozess abdecken, von der Technologiereife bis hin zur Großserie. Hierbei haben Unternehmen die Möglichkeit, seriennahe Produktionsprozesse zu erproben und neue Batteriezellen zu testen.

Technologische Innovation und Unterstützung

Die Fraunhofer FFB hat sich zum Ziel gesetzt, Lösungen zur schnelleren Überführung von Innovationen in die industrielle Anwendung zu entwickeln. Dabei werden Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Batterieindustrie adressiert. Die Zielgruppe reicht von Neueinsteigern bis hin zu etablierten Akteuren der Branche, und es werden maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Kundenbedürfnisse angeboten. Durch die Unterstützung im Technologie- und Innovationsmanagement soll die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt werden, um nachhaltigen Erfolg zu sichern.

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Zusätzlich zur Forschungsfertigung agiert die Fraunhofer-Allianz Batterien, die aus über 750 Experten und Expertinnen aus 26 Mitgliedsinstituten besteht. Diese Allianz entwickelt innovative Lösungen für nachhaltige und leistungsfähige elektrochemische Energiespeicher und bietet auch Weiterbildungsprogramme zur Batteriekompetenz an. Die Forschungsinfrastruktur und Verfahren bieten Anknüpfungspunkte entlang der zirkulären Batterie-Wertschöpfungskette, die Bereiche wie Materialien, Zellfertigung, Batteriesysteme und Batterierecycling umfasst.

Ein besonderer Fokus liegt auf lithiumbasierten Batterietechnologien, zu denen Lithium-Ionen-, Lithium-Schwefel- und Festkörperbatterien zählen. Auch die Forschung zu natriumbasierten Batterien, wie Natrium-Ionen- und Natrium-Hochtemperatur-Batterien, wird vorangetrieben. Darüber hinaus werden auch innovative Ansätze für Redox-Flow- und Metall-Luft-Batterien betrachtet. Im Kontext der wachsenden Bedeutung von Batterietechnologien ist die FFB ein entscheidender Baustein für die europäische Batteriezelltechnologie und deren industrielle Anwendung.

Die FFB in Münster trägt damit nicht nur zur wissenschaftlichen Erkenntnis in der Batterieforschung bei, sondern spielt auch eine zentrale Rolle bei der Transformation der deutschen und europäischen Batterieproduktion.