Am 9. Juli 2026 findet an der Ruhr-Universität Bochum die Summer School Materialforschung statt. Eine Gruppe von 24 Schülerinnen und Schülern der 10. bis 12. Klasse hat die Möglichkeit, in die Welt der Materialwissenschaften einzutauchen. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation (ICAMS) durchgeführt und bietet den Teilnehmenden spannende Einblicke in praktische Experimente und Simulationen.

Ein besonderes Highlight der Summer School ist ein Zugversuch, bei dem die Schüler*innen einen weißen Schnürsenkel testen. Die anfänglichen Schätzungen der Zugbelastung lagen zwischen 5 und 30 Kilo. Zu ihrer Überraschung hielt der Schnürsenkel jedoch einer Belastung von 750 Newton, also über 75 Kilo, stand, bevor er riss. Diese beeindruckende Leistung unterstreicht die Faszination für Werkstoffe und deren Eigenschaften, die die Schüler während der Veranstaltung erkunden können.

Die Geschichte der Versuchsstände

Die Versuchsstände, die bei den Experimenten zum Einsatz kommen, wurden bereits 2008 von Prof. Dr. Michael Pohl initiiert. Sie erhielten Unterstützung von der Krupp-Stiftung und der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde. Ursprünglich im Alfried-Krupp-Schülerlabor untergebracht, wurden sie später nach Leipzig überführt und wenig genutzt. Prof. Dr. Sebastian Weber hat sie nun zurück nach Bochum geholt, wo sie generalüberholt und modernisiert wurden. Lehrer*innen können sich mit ihren Oberstufenkursen in Chemie und Physik zur Nutzung dieser innovativen Versuchsstände anmelden.

Die Versuchsstände ermöglichen eine Vielzahl von Anwendungen: von Mikroskopieren über Wärmeverteilungsmessungen bis hin zur Röntgenspektrometrie. Diese praktischen Anwendungen verdeutlichen die Bedeutung von Materialwissenschaften in der Industrie, wie etwa bei der Herstellung von Zahnrädern. Mitglieder der Industrie müssen häufig Garantien zur Einsatzhärtungstiefe an verschiedenen Positionen des Zahnprofils abgeben. Dabei spielen verschiedene Faktoren wie Modulgröße, Innen- und Außendurchmesser sowie spezielle Werkstoffe eine entscheidende Rolle.

Begeisterung für Materialforschung wecken

Djamy, eine der Teilnehmerinnen aus Bochum, äußert, dass ihr die Teilnahme an der Summer School viel Spaß macht, auch wenn sie sich noch unsicher über ihre zukünftige Studienrichtung ist. Prof. Dr. Sebastian Weber bewertet die 24 Teilnehmenden in diesem Jahr als Erfolg und sieht in der Veranstaltung eine wichtige Möglichkeit, das Interesse junger Menschen für Materialforschung zu wecken.

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Materialwissenschaftler an Universitäten wie der RWTH Aachen zeigen, wie entscheidend dieses Fachgebiet für zukünftige Innovationen ist. Die Studiengänge in Materialwissenschaften bieten eine interdisziplinäre Ausbildung, die Physik, Chemie, Maschinenbau und viele weitere Fachrichtungen vereint. Die Studierenden erwerben dabei nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Fähigkeiten, die sie auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt machen.

Die Sommer School in Bochum und die industriellen Prüfmethoden sind beides Ausdruck des Bestrebens, das Interesse für Materialwissenschaften zu fördern. In einer Welt, die zunehmend auf nachhaltige Technologien und innovative Materialien angewiesen ist, spielt die Begeisterung junger Menschen eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Branche.

Mehr Informationen über die Möglichkeiten in der Materialwissenschaft finden Sie auf den Webseiten von Ruhr-Universität Bochum, Uni Heute und RWTH Aachen.