An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beginnt heute, am 29.09.2026, das Wintersemester des Programms „Studieren ab 50“. Seit 24 Jahren öffnet die Universität ihre Türen für ältere Menschen, die sich noch einmal mit wissenschaftlichen und kulturellen Themen beschäftigen möchten. Der Hörsaal wird damit zum Treffpunkt für Neugierige – unabhängig davon, ob der letzte Uni-Besuch Jahrzehnte zurückliegt.

Das Angebot ist vielfältig. Eine, die sich in Magdeburg besonders intensiv mit Geschichte auseinandersetzt, ist die 86-jährige Ursula Hartmann. Ihr Thema führt direkt zum Eike-von-Repgow-Denkmal. Dort erklärt sie historische Zusammenhänge und rückt eine verbreitete Vereinfachung zurecht: Das Magdeburger Recht lässt sich nicht ausschließlich auf den „Sachsenspiegel“ zurückführen.

Recht aus Magdeburg

Das Magdeburger Recht ging von Magdeburg aus und beeinflusste die Stadtrechte von mehr als 1.000 Städten. Damit reichte seine Wirkung weit über die Stadt an der Elbe hinaus. Für Hartmann lohnt sich deshalb der genauere Blick auf die Quellen – gerade weil historische Entwicklung selten auf eine einzige Schrift oder einen einzigen Ort verkürzt werden kann.

Die erste schriftliche Quelle zum Magdeburger Recht stammt aus dem Jahr 1188. Der „Sachsenspiegel“ gilt dagegen als erstes deutsches Rechtsbuch und entstand zwischen 1220 und 1235. Die zeitliche Abfolge allein zeigt schon, warum die beiden Begriffe nicht einfach gleichgesetzt werden sollten.

Neugier kennt kein Ruhestandsalter

Mit dem Start des Wintersemesters setzt die Otto-von-Guericke-Universität die lange Tradition ihres Seniorenprogramms fort. Zwischen Denkmal, Stadtgeschichte und weiteren Themen findet sich dabei Platz für Fragen, die im normalen Alltag gern liegen bleiben. Ursula Hartmann steht dafür ziemlich anschaulich: Mit 86 Jahren sitzt sie nicht bloß auf der Unibank, sondern erklärt dort, wie eng Magdeburgs Geschichte mit der Entwicklung von Recht und Stadtwesen verbunden ist.

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