UDE zeichnet Forschung, Lehre und gesellschaftliches Engagement aus
Beim Dies academicus der Universität Duisburg-Essen sind am 14. Oktober 2026 herausragende Abschlussarbeiten, Promotionen und gute Lehre ausgezeichnet worden. Im Mittelpunkt stand dabei Prof. Dr. Khadijeh Mohri vom Lehrstuhl Fluiddynamik: Sie erhielt den Lehrpreis.
„A great way to understand something is to explain it in an easy way“, sagte Mohri in ihrer Dankesrede. Zwei ihrer Promovierenden hielten die Laudatio auf Englisch und würdigten ihre Geduld sowie ihre verständlichen Erklärungen zu Strömungslehre und Thermodynamik. Mohri unterrichte nicht bloß aus der Distanz, betonten sie, sondern arbeite regelmäßig praktisch im Labor. Das klingt nach einer Professorin, bei der die Tür zum Labor offenbar nicht nur symbolisch offensteht.
Arbeiten mit Blick auf den Alltag
Rektorin Prof. Dr. Barbara Albert hob die Erfolge der Universität im vergangenen Jahr hervor und bezeichnete die UDE als „ein starkes Wir“. Die Universität will Absolvent:innen dabei unterstützen, kritisch, selbstständig und verantwortungsbewusst zu denken. Wie das aussehen kann, zeigten die ausgezeichneten Abschlussarbeiten, die die Verfasser:innen in kurzen, allgemeinverständlichen Videos vorstellten.
Die Themen reichten von der Messung von Bewegungsabsichten im Gehirn und ihrer Übertragung auf Prothesen über den Einfluss sozialer Klassen auf das Wahlverhalten bis zum Sportunterricht an Schulen ohne eigene Sporthallen. Forschung, die nicht irgendwo im Elfenbeinturm verstaubt, sondern mitten in Fragen landet, die Menschen tatsächlich beschäftigen.
Auch die ausgezeichneten Promotionen spannten einen weiten Bogen: Sie befassten sich unter anderem mit sprachlichen Veränderungen im Alter, schaltbaren Proteinen, dem sozialen Aufstieg von Migrant:innen und den Mechanismen, mit denen Zellen Schäden in ihren Organellen erkennen.
Engagement über den Hörsaal hinaus
Mohri engagiert sich außerdem gegen Brustkrebs. Seit 2022 gehört sie zum Organisationsteam eines Sponsorenlaufs zugunsten der Brustkrebshilfe Dorsten. Die Spenden kommen betroffenen Frauen und ihren Familien zugute. Wissenschaft und gesellschaftliches Engagement laufen hier nicht nebeneinanderher, sondern treffen sich ganz praktisch – beim Organisieren, Laufen und Spendensammeln.
Festredner Prof. Dr. Florian Leese erläuterte die Bedeutung der Biodiversität. Zugleich zeigte er Möglichkeiten auf, wie sich auch Laien an der Erfassung der Artenvielfalt beteiligen können. Man muss dafür also nicht zwingend im weißen Kittel oder mit einem komplizierten Messgerät unterwegs sein.
Personalien aus der Wissenschaft im Oktober 2026
Der Blick auf die Wissenschaftslandschaft im Oktober 2026 zeigt neben dem Dies academicus zahlreiche Habilitationen, Berufungen, Auszeichnungen und neue Leitungspositionen.
In den Agrar-, Forst-, Ernährungswissenschaften und der Veterinärmedizin wurde Ann-Sophie Braun von der Universität Gießen zur Juniorprofessorin für Fleischhygiene an der Universität Gießen ernannt. Christoph Gabriel David von der TU Braunschweig nahm zum 1. September 2026 die Universitätsprofessur für Küsteningenieurwesen an der Universität Rostock an. Volker Saggau von der Universität zu Lübeck übernahm zum 1. September 2026 die Professur für Landwirtschaftliche Betriebslehre an der Hochschule Neubrandenburg. Hanno Seebens nahm die W2-Professur für Modellierung biologischer Systeme an der Universität Gießen an. Andreas Stahl von der University of Queensland und dem Julius-Kühn-Institut übernahm die W3-Professur für Resistenz und Toleranz von Kulturpflanzen an der Universität Gießen und dem Julius-Kühn-Institut.
In den Geisteswissenschaften nahm Yvonne Albers von der FU Berlin zum 1. Mai 2026 die W2-Professur für Arabistik an der Universität Bamberg an. Sabrina Geyer von der PH Heidelberg übernahm zum 1. Oktober 2026 die W3-Professur für Germanistische Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik an der PH Schwäbisch Gmünd. Joachim Horvath von der Ruhr-Universität Bochum nahm zum 1. September 2026 eine Heisenberg-W2-Professur für Metaphilosophie und Erkenntnistheorie an der Ruhr-Universität Bochum an. Michael Moehler von Virginia Tech übernahm zum 1. Juli 2026 die Professur für Philosophy, Politics and Economics im Rahmen einer Alexander-von-Humboldt-Professur an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Solvejg Nitzke von der Ruhr-Universität Bochum nahm zum 1. September 2026 die Professur für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien an.
Bei den Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften lehnte Kayvan Bozorgmehr den Ruf auf eine W3-Professur für Präventiv- und Allgemeinmedizin an der Universität Heidelberg ab und nahm ein Bleibeangebot der Universität Bielefeld für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung an. Aurélie Ernst vom DKFZ übernahm zum 1. September 2026 den gemeinsamen Ruf auf eine W3-Professur für Genome Instability in Cancer Development am DKFZ und am Universitätsklinikum Heidelberg. Gerrit Jansen vom Johannes Wesling Klinikum Minden nahm die W3-Professur für Notfallmedizin am Medizincampus OWL der Ruhr-Universität Bochum an. Damit übernimmt er dauerhaft die Leitung der Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Minden und seinen Standorten in Bad Oeynhausen. Siri-Maria Kamp-Reiz von der Universität Trier nahm zum 1. Oktober 2026 die W2-Professur für Neuropsychologie an der Universität zu Lübeck an. Sarah Kim-Hellmuth von der LMU München nimmt zum 1. Januar 2027 die W3-Professur für Humangenetik an der Universität zu Lübeck an.
Auch bei den Ingenieurwissenschaften gab es mehrere Wechsel: Marwan Hassani von der TU Eindhoven nahm zum 1. September 2026 die W2-Professur für Massive Data Processing an der Bergischen Universität Wuppertal an. Thomas Kleine-Ostmann von der TU Braunschweig übernahm die W3-Professur für Elektromagnetische Verträglichkeit und Resilienz an der TU Braunschweig. David Quero Martín vom DLR Göttingen nahm den gemeinsamen Ruf auf die W3-Professur für Aerolastik an der TU Braunschweig und dem DLR an. Vanessa Zeller von der TU Darmstadt und dem Fraunhofer IWKS nahm die W2-Professur für Umweltbilanzierung an der Universität Gießen an.
In Kunst und Kunstwissenschaften nahm Steffen Just von der Universität Bonn die W2-Professur für Geschichte und Theorie populärer Musik an der Universität Gießen an. Alexander Lotzow von der Universität Hamburg übernahm zum 1. Oktober 2026 die W3-Professur für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Dresden.
Bei Mathematik und Naturwissenschaften nahm Fabio Caruso von der Universität Kiel zum 1. September 2026 die Professur für Theoretische Physik an der Universität Rostock an. Marten Exterkate von der Universität Düsseldorf übernahm die Professur für Membranbiologie an der Ruhr-Universität Bochum; zum 1. März 2027 wird er zum Juniorprofessor ernannt. Maxim Mai von der Universität Bern nahm zum 1. September 2026 die Professur für Theoretische Hadronenphysik an der Universität Gießen an, als gemeinsame Berufung mit dem GSI Helmholtzzentrum. Sebastian Meyer von der TU München übernahm die W3-Professur für Ökologie urbaner und ruraler Systeme an der TU Braunschweig. Matthias Benjamin Ruf von der Universität Augsburg nahm die W2-Professur für Mathematik mit Schwerpunkt Analysis an der Universität Gießen an.
In den Rechts- und Verwaltungswissenschaften nahm Markus Abraham von der Universität Hamburg eine Juniorprofessur für Strafrecht, Rechtsphilosophie und Digitalisierung an der Leuphana Universität Lüneburg an. Daria Bayer von der Universität Halle-Wittenberg übernahm eine Juniorprofessur für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Leuphana Universität Lüneburg. Doris Forster von der Universität Genf habilitierte sich an der Universität Hamburg in Bürgerlichem Recht, Antiker Rechtsgeschichte, Römischem Recht, Europäischer Privatrechtsgeschichte und Rechtsvergleichung. Zum 1. August 2026 wurde sie zur ordentlichen Professorin an der Universität Genf ernannt. Leander D. Loacker von der Universität Zürich erhielt einen Ruf auf die W3-Professur für Bürgerliches Recht, Versicherungsrecht und Internationales Privatrecht an der Goethe-Universität Frankfurt. Jakob Schemmel habilitierte sich an
