UNIQE reinigt laut Studie besser als die Philips Sonicare – und braucht nur halb so lange
Uni Witten, 29. September 2026: Zwei Minuten Zähneputzen gelten als lästige, aber vertraute Routine. Eine peer-reviewte Studie der Universität Witten/Herdecke stellt dieses Zeitgefühl nun infrage. Untersucht wurden die Zahnbürste UNIQE und die Philips Sonicare DiamondClean – mit einem auffälligen Ergebnis: UNIQE reinigte im standardisierten Labortest fast alle Zahnflächen hochsignifikant besser als die marktführende Schallzahnbürste.
Der Unterschied lag nicht nur im Ergebnis, sondern auch auf der Uhr. Für UNIQE waren 60 Sekunden Putzdauer angegeben, für die Vergleichsbürste 120 Sekunden. Statt eines rotierenden oder klassischen Bürstenkopfs nutzt das Gerät patentierte Silikon-Lamellen, die alle Zähne gleichzeitig reinigen sollen. Keine komplizierten Bewegungen, kein neuer Putzablauf zum Auswendiglernen.
Ein Münchner Team setzt auf Silikon statt Borsten
Entwickelt wurde UNIQE von einem Münchner Team um Zahnarzt Dr. Norbert Sörgel, Arzt Michael Keiner und zwei weiteren Gründern. Die Entwicklung begann nach Angaben des Artikels vor etwa sechs Jahren. Anbieter ist die BLBR GmbH; als Kontakt wird Michael Keiner in Grünwald genannt.
Eine registrierte klinische Studie mit 21 Teilnehmenden, geführt unter der Kennung DRKS00024136, untersuchte die Anwendung im Alltag. Laut Artikel hielt UNIQE auch an schwer erreichbaren Stellen mit dem Marktführer mit – benötigte dafür aber nur die Hälfte der Zeit. Über das Produkt wurde bereits in Der Spiegel und bei SAT.1 berichtet. Die Studienergebnisse erschienen in der Deutschen Zahnärztlichen Zeitschrift: DZZ 2024; 79(1): 52–61.
Gelistet ist UNIQE bei Amazon, Shop-Apotheke und im eigenen Onlineshop uniqe.com. Die Angaben zur Reinigungsleistung stammen aus den genannten Untersuchungen; sie ersetzen keine individuelle zahnmedizinische Beratung.
Was bei Schallzahnbürsten sonst zählt
Schallzahnbürsten reinigen mithilfe von Schwingungen und Vibrationen. Ihr Bürstenkopf ist dabei ein zentrales Bauteil. Allgemein wird empfohlen, ihn alle drei Monate auszutauschen, weil sich die Borsten abnutzen und die Reinigungsleistung sinkt. Eine zu lange Nutzung kann die Bakterienbildung im Mund begünstigen und damit das Risiko für Karies oder Zahnfleischerkrankungen erhöhen.
Kontrolliert werden sollte der Kopf regelmäßig. Sind Borsten ausgefallen oder ist er verbogen, ist sofort ein Wechsel nötig. Beschädigte Bürstenköpfe können das Zahnfleisch verletzen und ungleichmäßig reinigen. Nach einer Krankheit oder Infektion sollte der Aufsatz ebenfalls sofort ersetzt werden, damit sich Krankheitserreger nicht weiterverbreiten. Eine regelmäßige Reinigung des Bürstenkopfes kann die Bakterienbildung reduzieren; Austausch und Kontrolle helfen, die Reinigungsleistung zu erhalten.
In Vergleichstests wird meist ein Wechsel alle zwei bis drei Monate empfohlen – bei sichtbarer Abnutzung früher. Die genannten Preise pro Aufsatz reichen von etwa 4 Euro für die Happybrush Eco Vibe 3 über 5 Euro für die Oclean X Pro Digital S, 5,30 bis 6,67 Euro für Oral-B iO und 5,49 Euro für Xiaomi Mijia T700 bis zu 5,92 Euro für die Playbrush Smart One. Je nach Modell können Aufsteckbürsten auch bis zu etwa 9 Euro kosten. Philips- und Oral-B-Aufsätze sind häufig im stationären Handel erhältlich, Ersatzbürsten für Xiaomi, Oclean und Playbrush müssen meist online bestellt werden.
Der große Vergleich: von Laifen bis DontoDent
Ein weiterer Test bewertete elektrische Zahnbürsten nach Reinigungsleistung, Handhabung, Komfort, Lautstärke, Akkulaufzeit, Ladeverhalten sowie App- und Smart-Funktionen. Für die Reinigungsprüfung kamen Plaque-Färbetabletten, standardisierte Putzzeiten und Bewegungsabläufe zum Einsatz. Zusätzlich wurden Bürstenkopfenden mikroskopisch untersucht. Bei den Apps prüften die Tester Bluetooth-Stabilität, Erfassung der Putzbewegungen, Auswertungen und Zusatzfunktionen.
An der Spitze stand die Laifen Wave mit der Testnote 1,2 („sehr gut“). Sie reinigte besonders am Zahnfleischrand und an den Backenzähnen stark, kombinierte Oszillation und Vibration, war mit 46 dB das leiseste Modell und lief 94 Minuten. Das Handstück war leicht und schlank, geladen wurde über ein magnetisches Kabel statt über eine Ladestation. Der Haken: Die Ausstattung fiel vergleichsweise knapp aus.
Platz zwei belegte das Oclean X Pro Digital Set gold mit 1,4 („sehr gut“). Es war sehr leicht, reinigte sehr gut, ließ sich einfach handhaben und brachte einen umfangreichen Lieferumfang mit. Das Ladegerät war allerdings umständlich zu reinigen, außerdem hielt das Gerät instabil in der Ladestation. Ebenfalls mit 1,4 folgte die Panasonic EW-DL83: ergonomisches Handstück, gute Erreichbarkeit schwer zugänglicher Stellen, hochwertige Borstenkopfenden, nach fünf Minuten Ladezeit für einen Putzvorgang einsatzbereit und eine Akkulaufzeit von mehr als drei Stunden. Dafür kosteten die Bürstenköpfe relativ viel, es gab nur zwei Betriebsarten und der Betrieb war etwas laut.
Die Oral-B iO Series 8 Special Edition erreichte 1,5 („gut“), mit sehr guter Reinigung, leisem Betrieb, einfacher Handhabung und umfangreichem Zubehör. Teure Bürstenköpfe und ein instabiler Stand in der Ladestation trübten das Bild. Ebenfalls 1,5 bekam die Oral-B iO Series 10: sehr gute Reinigung, sieben Putzprogramme, eine umfangreiche Smartphone-App, rund vier Stunden Akkulaufzeit, schnelles Laden und eine Ladestation mit Uhr, die sich leicht reinigen ließ. Dafür waren Gerät, Originalbürsten und Handstück ungewöhnlich kostspielig beziehungsweise dick; hinzu kamen der instabile Stand und der hohe Preis.
Die Philips Sonicare 5300 kam auf 1,6 („gut“). Sie bot gute Reinigung, sanfte Andruckkontrolle, EasyStart, lange Akkulaufzeit, leisen Betrieb und ein Reiseetui. Eine Intensitätsanzeige fehlte, ebenso gab es nur einen Knopf und zwei Intensitätsstufen. Die Panasonic EW-DC12 erhielt ebenfalls 1,6: sehr gute Putzwirkung, kleine Bürstenköpfe, ungefähr sechs Stunden Akkulaufzeit und schnelles Aufladen. Nicht an Bord waren App, Drucksensor und Drittanbieter-Bürstenköpfe; das Ladegerät war mühsam zu reinigen.
Auch die Oral-B iO Series 3 landete bei 1,6 („gut“) – mit guter Reinigungsleistung, vergleichsweise fairem Preis, Timer, Andruckkontrolle und drei Programmen für tägliche Reinigung, Aufhellen und Sensitiv. Sie war etwas laut, stand instabil in der Ladestation und wurde ohne App und Reiseetui geliefert. Die Oral-B iO Series 6 bot sehr gute Reinigung, fünf Programme und App-Unterstützung, etwa fünf Stunden Akkulaufzeit und schnelles Wiederaufladen. Ihre Ersatzbürsten waren teuer, nur Originalbürsten nutzbar, das Handstück relativ dick.
Ebenfalls 1,6 erreichte die Philips Sonicare 9900 Prestige. Sie putzte sehr gut, hatte eine gute App und erlaubte Drittanbieter-Bürstenköpfe. Der Preis war hoch, der Programmwechsel ausschließlich über die App möglich, die Akkulaufzeit lag bei etwa zwei Stunden. Die Oral-B iO Series 2 kam auf 1,7 („gut“): sehr gute Reinigung, leiser Betrieb, günstiger Preis und ergonomisches Design, aber keine App und ein minimalistischer Lieferumfang. Die Oral-B iO Series 4 erhielt 1,9 („gut“) – mit sehr guter Reinigung, Drucksensor, vier Modi und schnellem Aufladen; die Bürstenköpfe waren relativ teuer, der Betrieb etwas laut.
In der weiteren Übersicht standen die Playbrush Smart One und die Happybrush Vibe 3 jeweils mit 2,0 („gut“). Playbrush erreichte mit 148 Minuten die längste gemessene Akkulaufzeit, reinigte gut und arbeitete leise. Die Ladezeit war lang, einige Borstenenden fransten aus. Happybrush punktete mit günstigem Preis, langer Akkulaufzeit und schnellem Laden, hatte aber keinen Drucksensor, keine App, keine Drittanbieter-Bürsten und war etwas lauter.
Die Xiaomi Mijia T700 erhielt 2,1 („gut“): sehr gute Reinigungsleistung und lange Akkulaufzeit, zugleich eine kurze Akkulaufzeit in einer weiteren Messung, langsames Laden und eine mangelhafte
