Am 26. Mai 2026 veranstaltet die Universität zu Lübeck die Veranstaltung „Väterbilder in der Wissenschaft“. Diese findet von 10 bis 12 Uhr im CBBM in der Marie-Curie-Straße in Lübeck statt. Ziel der Veranstaltung ist es, die Attraktivität der Hochschule als Arbeitgeberin zu stärken, indem strukturelle und organisatorische Hürden für Eltern abgebaut werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterstützung von Vätern sowie der Förderung individueller Familienmodelle. Es wird angestrebt, eine klare Abgrenzung zu Akteuren vorzunehmen, die Debatten über Rollenbilder und Vaterschaft für polarisierende Zwecke nutzen. Die Veranstaltung ist Bestandteil des bundesweiten Diversity-Tags.
Das Programm beginnt mit einer Begrüßung durch Prof.in Dr.in rer. pol. Moreen Heine. Anschließend wird eine Podiumsdiskussion stattfinden, an der prominente Gäste teilnehmen. Dazu gehören unter anderem Prof. Dr. Andreas Gestrich, Historiker und emeritierter Professor der Neueren Geschichte, sowie Maximilian Schneider vom Verein „Gesicht Zeigen! e.V.“. Auch Dr.in Birgit Stammberger, Kulturwissenschaftlerin und Geschlechterforscherin, sowie Dr. Stefan Wolle, Historiker mit Schwerpunkt DDR-Forschung, werden am Podium teilnehmen. Moderiert wird die Diskussion von Prof. Dr.-Ing. Christian Herzog. Nach der Diskussion besteht die Möglichkeit zu einem informellen Austausch bei Getränken und Snacks.
Forschungslücke zu Vaterschaft
Im Kontext dieser Veranstaltung ist es wichtig, auf die bestehende Forschungslücke zu Vaterschaft und der Karriere in der Wissenschaft hinzuweisen. Diese Lücke wurde von frankfurt-university.de thematisiert. Ein qualitativ-rekonstruktives Forschungsprojekt untersucht Vaterschaft unter männlichen Wissenschaftlern mit Kindern und beleuchtet biographische Selbstkonstruktionen sowie kollektive Erfahrungen dieser Väter. Die Untersuchung stützt sich auf Gruppendiskussionen, qualitative Einzelinterviews und Expert*innengespräche, etwa mit Väterberatern an Hochschulen.
Die Forschung zeigt, dass der Mangel an Studien zur Vaterschaft in der Wissenschaft zur Beharrlichkeit heteronormativer Vorstellungen von männlicher Leistung beiträgt. Dabei wird auch die Rolle von Care im Kontext von Wissenschaft und Vaterschaft hinterfragt. Dieses Projekt ist von Oktober 2024 bis März 2026 angesetzt und wird geleitet von Dr. Hanna Haag und Prof. Dr. Lotte Rose am Gender- und Frauenforschungszentrum (gFFZ). Unterstützt wird das Projekt finanziell durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK).
Die Veranstaltung an der Universität zu Lübeck bietet eine wichtige Plattform, um diese Themen zu diskutieren und damit zur Sichtbarkeit von Vatern und deren Rolle in der Wissenschaft beizutragen. Die Anmeldung zur Veranstaltung erfolgt über den entsprechenden Link: Anmeldung zur Veranstaltung.