Am 22. April 2026 wurde Dr. Gustavo B. Paterno, ein Forscher an der Georg-August-Universität Göttingen, als „National Champion“ für Deutschland im Rahmen des renommierten Frontiers Planet Prize 2026 ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erfolgte durch eine internationale Jury, die aus über hundert Mitgliedern besteht, und würdigt herausragende Beiträge zur planetaren Gesundheit. Der Frontiers Planet Prize zählt zu den höchstdotierten Wissenschaftspreisen weltweit, mit einem Preisgeld von jeweils einer Million US-Dollar für die Gewinner.
Dr. Paterno wurde für seine Forschung im Bereich Ökologie und Biodiversität anerkannt. Seine Studie, die im November 2024 in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde, zeigt, dass sogenannte „Bauminseln“ in Ölpalmenlandschaften die heimische Artenvielfalt sowie die funktionelle und evolutionäre Vielfalt fördern können. Diese Erkenntnisse sind insbesondere in Zeiten globaler ökologischer Krisen von großer Bedeutung.
Ein Preis mit weitreichender Bedeutung
Der Frontiers Planet Prize verfolgt das Ziel, den Wettbewerb um Lösungen für globale ökologische Krisen zu beschleunigen und die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu fördern. Pro Land werden zunächst drei Personen für die globale Endrunde nominiert, aus deren Reihen eine Jury einen „nationalen Champion“ auswählt. Im Juni 2026 werden dann aus insgesamt 25 Nominierten weltweit drei „globale Champions“ gekrönt. Die Institutionen der jeweiligen Sieger erhalten ebenfalls eine Million US-Dollar zur Förderung ihrer Forschungsprojekte.
Die Auszeichnung von Dr. Paterno wurde von einer Jury unter der Leitung von Professor Johan Rockström vergeben, einem anerkannten Experten auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. Dieser Wettbewerb soll eine wichtige Plattform bieten, um innovative Ansätze zur Bewältigung der planetaren Krise zu fördern. Die Bekanntgabe der National Champions erfolgt traditionell am Earth Day.
Forschung und gesellschaftliche Relevanz
Dr. Paterno ist Mitglied der Abteilung für Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie an der Universität Göttingen. Seine Forschung zeigt, dass die Integration von Bauminseln in Ölpalmenplantagen die Biodiversität und Ökosystemleistungen verbessert, ohne die landwirtschaftliche Produktion zu beeinträchtigen. Niedrigere Erträge müssen somit nicht mit einem Verlust der biologischen Vielfalt einhergehen.
Akademiepräsident Professor Christoph Markschies hebt die gesellschaftliche Bedeutung der Forschung von Dr. Paterno hervor und betont die internationale Sichtbarkeit der deutschen Wissenschaft. In naher Zukunft wird Dr. Paterno die Möglichkeit haben, seine bedeutenden Ergebnisse auf nationalen und internationalen Konferenzen zu präsentieren, wodurch das Bewusstsein für die Herausforderungen und Lösungen in der Ökologie gestärkt werden soll.
Am 24. April 2026 findet außerdem eine Veranstaltung an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt, die sich mit dem Thema „Planetare Grenzen im Anthropozän“ beschäftigen wird. Diese Veranstaltung wird voraussichtlich zahlreiche Fachleute aus dem Bereich der Umweltforschung anziehen und das Thema der ökologischen Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rücken.