An der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) in Berlin-Lichtenberg sind erneut verdächtige Vorrichtungen auf Damentoiletten entdeckt worden. Am Montag alarmierte eine Zeugin gegen 11:45 Uhr die Polizei zu den Toiletten auf dem Lichtenberger Campus. Kameras fanden die Einsatzkräfte diesmal nicht – wohl aber Gegenstände, an denen versteckte Kameras befestigt werden könnten. Sie wurden sichergestellt, die Ermittlungen laufen.

Der neue Fund erinnert an einen Fall vom Juni. Studentinnen entdeckten am 10. Juni zunächst eine versteckte Kamera, bei weiteren Durchsuchungen wurde eine zweite gefunden. Die Geräte waren in den Häusern 1 und 5 unter Hygienebeutelspendern mit Klettband befestigt. Die Toiletten waren öffentlich zugänglich. Offenbar konnten die Kameras keine Bilder in Echtzeit übertragen; um Aufnahmen zu erhalten, hätte der mutmaßliche Täter sie abnehmen müssen. Ob und wie oft das tatsächlich geschah, war zunächst unklar.

Ermittlungen gegen einen 66-Jährigen

Die HWR erstattete Anzeige und ließ die Toiletten an ihren Standorten in Lichtenberg und Schöneberg überprüfen. Zunächst wurden dabei keine weiteren Kameras gefunden, weitere Kontrollen kündigte die Hochschule dennoch an. Ob mit den im Juni entdeckten Geräten überhaupt Aufnahmen gemacht wurden, ist bislang offen. Sie sollten auf Spuren untersucht werden.

Im Zusammenhang mit den damaligen Funden ermittelt die Polizei gegen einen 66-jährigen Mann aus Berlin-Treptow. Er soll heimlich Videoaufnahmen angefertigt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft arbeitete der Mann bei einem Unternehmen, das in einem HWR-Gebäude ansässig beziehungsweise an der Hochschule tätig ist – nicht bei der Hochschule selbst.

Die Wohnung des Verdächtigen wurde Anfang Oktober beziehungsweise am Dienstagmorgen oder Mittwochmorgen im Rahmen der Ermittlungen durchsucht. Die Durchsuchung war von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden. Beteiligt waren Einsatzkräfte des Landeskriminalamts und der Polizeidirektion 3. Die Ermittler stellten Beweismittel sicher, darunter mobile Datenträger, die nun ausgewertet werden.

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Der Mann wurde erkennungsdienstlich behandelt und vernommen. Danach kam er wieder frei. Die Auswertung der Beweismittel und die weiteren Ermittlungen dauern an.

Neue Vorrichtungen, alter Fall?

Ob die nun entdeckten Vorrichtungen mit den Kameras aus dem Juni zusammenhängen, ist bislang nicht geklärt. Genau das macht den Fall so unruhig: Auf der einen Seite stehen die früheren Geräte unter den Hygienebeutelspendern, auf der anderen Gegenstände, an denen Kameras angebracht werden könnten – Kameras selbst wurden diesmal nicht gefunden.

Die Polizei untersucht die sichergestellten Gegenstände weiter. Als Quelle zur Durchsuchung des Verdächtigen nannte der rbb den Sender rbb 88,8, der am 7. Oktober 2026 um 16 Uhr berichtete; der Beitrag stammte von Andreas Marschner. Für Studierende am Campus bleibt vorerst vor allem die Unsicherheit, was genau in den Toiletten installiert war und ob Bildmaterial existiert.