Am 30. April 2026 zeigt sich an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) ein buntes Programm an Veranstaltungen, das sowohl die akademische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen als auch kulturelle Aspekte in den Mittelpunkt rückt. Besonders hervorzuheben ist die Auswahl öffentlicher Veranstaltungen, die sowohl Vorträge als auch Ausstellungen umfasst.
Direkt um die Ecke, am 1. Mai, bleibt die Universitätsbibliothek geschlossen, während sie ab dem 2. Mai zu den regulären Öffnungszeiten zurückkehrt. Schon in den folgenden Tagen wird das kulturelle Leben an der Universität durch Vorträge und Veranstaltungen geprägt. Die Ukraine Lecture Series lädt am 4. Mai um 16:00 Uhr zur Diskussion mit Kateryna Haertel über die Minderheitenpolitik in der Ukraine ein. Der Vortrag findet im Gräfin-Dönhoff-Gebäude, Raum 102 oder online statt.
Akademische Höhepunkte und kulturelle Resonanz
Der gleiche Tag bietet das Jerzy Giedroyc Forschungskolloquium um 18:15 Uhr, bei dem Professor Dr. Stefano Bottoni sein Buch über Viktor Orbán vorstellen wird. Diese Veranstaltung findet im Hauptgebäude, Raum 217, statt und verspricht, spannende Einblicke in die Politik und deren Einfluss auf die Gesellschaft zu bieten.
Am 5. Mai wird die Universität mit einer Podiumsdiskussion und Führung um 17:00 Uhr über Künstlerinnen in der DDR an die kulturellen Hintergründe Deutschlands erinnern. Im anschließenden Gespräch ab 18:00 Uhr, moderiert von Magdalena Scherer und Dr. Markus Nesselrodt, werden die Sichtweisen von Künstlerinnen beleuchtet. Dies geschieht im Hauptgebäude, Senatssaal, Raum 109. Darauf folgt um 18:15 Uhr ein Forschungskolloquium von Dr. Elisabeth Heigl, der die Universitätsfinanzierung im 16. und 17. Jahrhundert beleuchten wird.
Die Vorlesungsreihe zur Digitalisierung gerät am 6. Mai mit Dr. Timo Schöber ins Visier, der sich um 16:15 Uhr mit der Gamifizierung im Personalmanagement beschäftigen wird. Diese Vorlesung findet im Viadrina Coworking Space, Logenstraße 3, statt. Ein Film-Highlight wird am 7. Mai um 18:00 Uhr im Kulturmanufaktur KUMA, Ziegelstraße 28 a, mit der Vorführung von „Attachment“ von Gabriel Bier Gislason geboten. Um 19:00 Uhr schließlich wird im Kleist Forum Frankfurt (Oder) der „ERUAvision Song Contest“ stattfinden, bei dem Musiker aus verschiedenen europäischen Ländern präsentiert werden und der Eintritt ist frei.
Kultureller Widerstand in der Ukraine
Im Kontext der anstehenden Vorträge lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Situation in der Ukraine, die sich nicht nur als geopolitisches, sondern auch als kulturelles Kampfgebiet darstellt. Berichte zeigen, dass Russland der Ukraine ihre Souveränität abspricht und aktiv auf die Zerstörung des nationalen Erbes abzielt. Bis Ende März 2025 wurde dokumentiert, dass 2.233 Kultureinrichtungen, darunter 792 Bibliotheken und 122 Museen, von Angriffen betroffen sind.
Marjana Varchuk vom Kyjiver Khanenko-Museum hebt hervor, dass Kultur und Sprache die Nation stärken. PEN Ukraine hat in den ersten beiden Kriegsjahren 153 getötete Künstler:innen gezählt, deren Leben durch brutale Übergriffe ausgelöscht wurde. Diese verheerenden Enthüllungen machen deutlich, dass der Schutz kultureller Identität von entscheidender Bedeutung ist.
In Anbetracht der vielschichtigen Themen, die auf der Europa-Universität Viadrina behandelt werden, wird die Brücke zwischen akademischer Forschung und kulturellem Widerstand sichtbar. So wird sowohl das historische Verständnis als auch die heutige politische Situation der Ukraine reflektiert, was die Relevanz der Veranstaltungen an der Universitätsgemeinschaft unterstreicht.