Leipzig bekommt am 3. November 2026 Besuch aus der Philosophiegeschichte: Im Café Alibi der Bibliotheca Albertina treffen Hannah Arendt, Hans Jonas, Herbert Marcuse und Simone Weil aufeinander. Oder genauer gesagt: Sie werden von vier Mitgliedern des Instituts für Philosophie der Universität Leipzig dargestellt. Gesprochen wird über die Frage „Welche Zukunft ist uns möglich?“ – und das Publikum sitzt nicht bloß daneben.

Der „Club der toten Philosophinnen: Welche Zukunft ist uns möglich?“ beginnt am Dienstag, 3. November 2026, um 19:00 Uhr und endet laut Veranstaltungsankündigung um 20:30 Uhr; die Universität Leipzig gibt als Ende 21:00 Uhr an. Geplant ist eine Podiumsdiskussion beziehungsweise Gesprächsrunde mit Publikumsbeteiligung in Präsenz. Veranstaltungsort ist das Café Alibi der Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig.

Vier Stimmen, eine ziemlich offene Zukunftsfrage

Dr. Katrin Felgenhauer, Dr. Svantje Guinebert, M. A. beziehungsweise M.A. Matthis Meiritz und Prof. Dr. Thomas Kater schlüpfen in die Rollen der vier Denkerinnen und Denker. Kater kommt ebenfalls vom Institut für Philosophie der Universität Leipzig. Moderiert wird der Abend von Dr. Rainer Totzke.

Befragt werden Arendt, Jonas, Marcuse und Weil zur Weltlage und zur Zukunft der Gesellschaft. Das klingt nach großer Bühne, soll aber ausdrücklich im Gespräch mit den Anwesenden bleiben. Fragen, Einwürfe, Widerspruch – all das gehört zum Format. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Veranstaltung bildet den Abschluss der Reihe „BookTalkWalks: Mit jüdischen Denkerinnen der Vergangenheit die Zukunft denken“, die in der Ankündigung der Universität auch als BookTalkWalk-Reihe „GedankenGänge“ bezeichnet wird. Von Juli bis Oktober 2026 gab es monatliche Denkspaziergänge durch Leipzig. Dabei wurden Werke von Walter Benjamin, Hannah Arendt, Emmanuel Lévinas und Ernst Bloch an thematisch passenden Orten vorgestellt.

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Vom Stadtraum ins Café Alibi

Die vier öffentlichen Spaziergänge verbanden Wege durch den Leipziger Stadtraum mit gemeinsamer Diskussion und philosophischem Austausch. Die gesamte Reihe läuft vom 11. Juli bis zum 3. November 2026 und umfasst fünf Veranstaltungen: vier Denkspaziergänge und den Abend in der Bibliotheca Albertina.

Während draußen an unterschiedlichen Orten gelesen und diskutiert wurde, rückt beim Abschluss die direkte Begegnung mit den vier Philosoph*innen in den Mittelpunkt. Das Konzept bleibt dabei spielerisch, aber nicht beliebig: Die historischen Stimmen werden genutzt, um gegenwärtige Fragen zur Weltlage und zu gesellschaftlichen Möglichkeiten zu stellen. Ein Abend, an dem man vermutlich nicht jede Antwort ordentlich mit nach Hause nimmt. Muss man auch nicht.

Organisiert wird die Reihe vom gemeinnützigen Transformatorenwerk Leipzig e. V. Der Verein schafft Räume für Begegnung, Dialog und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven und organisiert unter anderem das Festival „Leipzig denkt“. Gemeinsam mit dem Transformatorenwerk wirken die Universitätsbibliothek Leipzig, das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek, das Institut für Philosophie der Universität Leipzig, Denkwege e. V., die Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V., Leipzig, das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Leipzig sowie Expedition Philosophie e. V. an der Reihe mit.

Gefördert wird sie von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. Zugleich ist sie Teil des Themenjahres „Tacheles – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen“. Die Spaziergänge im öffentlichen Raum und die Abschlussveranstaltung in der Bibliotheca Albertina sind barrierefrei zugänglich.

Praktische Informationen

Wer am 3. November dabei sein möchte, kommt zur Bibliotheca Albertina, Café Alibi, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig. Der Abend ist kostenlos und findet in Präsenz statt. Für Rückfragen nennt die Universität Leipzig Prof. Dr. Thomas Kater vom Institut für Philosophie, Beethovenstraße 15, 04107 Leipzig, Telefon: +49 341 97-35833.