Für rund 400 Erstsemester der KIT-Fakultät für Maschinenbau begann das Studium am 26. Oktober 2026 nicht im Hörsaal, sondern im Europa-Park in Rust. Die neuen Studierenden reisten gemeinsam an und verbrachten auf Einladung von Europa-Park-Inhaber Roland Mack ihren ersten Tag des neuen Lebensabschnitts in Deutschlands größtem Freizeitpark.

Nach Reden und Showeinlagen wurde es praktisch: Bei einer Turm-Challenge bauten die Gruppen aus nichts anderem als Spaghetti und Marshmallows einen möglichst hohen, freistehenden „Euro-Tower“. Was zunächst nach klebrigem Naschwerk und brüchigen Nudeln klingt, sollte Kreativität und technisches Verständnis herausfordern. Anschließend standen Fahrgeschäfte, Shows und eine Backstage-Tour durch den Park auf dem Programm. Das Siegerteam bekam eine Führung hinter die Kulissen und Einblicke in die technischen Abläufe des Europa-Parks.

Studienauftakt zwischen Achterbahn und Konstruktion

Die Veranstaltung fand bereits zum 14. Mal auf Einladung von Roland Mack statt. KIT, MACK Rides und der Europa-Park arbeiten seit Jahren zusammen, um junge Talente und Nachwuchsingenieure zu fördern. Mack betonte die Verbindung von Park-Erlebnissen mit praktischen Anwendungen aus Forschung und Lehre – und die Bedeutung qualifizierter Ingenieurinnen und Ingenieure.

KIT-Dekan Professor Christoph Stiller erklärte, Bildung und Erlebnis könnten miteinander verbunden werden. Der Auftakt solle den Studierenden vermitteln, dass Lernen Spaß machen kann. Dazu passte auch das Gruppenfoto mit Ed Euromaus, das in der Bildergalerie der Fakultät zum Download bereitgestellt wurde.

Die Verbindung zwischen dem Europa-Park und dem Karlsruher Maschinenbau ist dabei nicht nur organisatorischer Natur. Roland Mack studierte von 1969 bis 1974 an der Technischen Universität Karlsruhe, dem heutigen KIT, und schloss als Diplom-Ingenieur im Allgemeinen Maschinenbau ab. Von 2003 bis 2009 war er Mitglied des Universitätsrats. Seit 2012 fördert er besonders talentierte Bachelor-Studierende mit dem „Roland-Mack-Maschinenbau-Stipendium“. 2013 erhielt er vom KIT die Ehrendoktorwürde für seine Arbeit im Ingenieurwesen.

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Auch sein Bruder Jürgen Mack hat in Karlsruhe studiert: von 1978 bis 1986 an der Universität Karlsruhe. Er schloss als Diplomingenieur im Wirtschaftsingenieurwesen ab.

Eine große Fakultät mit vielen Baustellen

Die Fakultät für Maschinenbau gehört gemeinsam mit der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, vier Helmholtz-Programmen und acht Instituten zum KIT-Bereich 3 „Maschinenbau und Elektrotechnik“. Mehr als 20 Institute zählen zur Fakultät. Dort arbeiten rund 1.000 Menschen: etwa 45 Professorinnen und Professoren, rund 460 wissenschaftliche Mitarbeitende sowie ungefähr 200 Beschäftigte in Verwaltung und Technik. Dazu kommen mehrere hundert Tutoren und wissenschaftliche Hilfskräfte.

Der Europa-Park-Termin war nur ein Punkt im Kalender des Maschinenbaus. Beim landesweiten KIT-Studieninfotag am Mittwoch, 18. November 2026, informierte die Fakultät über Studienmöglichkeiten und Studiengänge. Geplant waren Führungen, Schnuppervorlesungen, Gespräche mit Studierenden und persönliche Beratung. Anlaufstellen waren der Fakultätsstand im Audimax-Foyer und der Info-Point in Gebäude 10.91.

Auch aus den Instituten gab es 2026 einiges zu berichten. Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Albert Albers erhielt im Rahmen der GfT-Tribologie-Fachtagung das Georg-Vogelpohl-Ehrenzeichen. Die Gesellschaft für Tribologie e. V. zeichnet damit Personen aus, die besondere Leistungen in Forschung, Entwicklung, Anwendung oder Verbreitung tribologischer Erkenntnisse erbracht haben.

Professor Peter Gumsch vom Institut für Angewandte Materialien – Zuverlässigkeit und Mikrostruktur (IAM-ZM) beging sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Die Urkundenübergabe fand am 2. Oktober 2026 statt. Auf dem dazugehörigen Foto ist Gumsch gemeinsam mit Professor Christoph Stiller, dem Dekan der KIT-Fakultät für Maschinenbau, zu sehen.

Vom Nurflügler bis zum Wasserstoff-Rennwagen

Wie weit studentische Ingenieurarbeit reichen kann, zeigte der Erstflug des Segelflugzeugs AK-X auf dem Flugplatz Giebelstadt. Die Akademische Fliegergruppe (Akaflieg) entwickelte das Flugzeug als Nurflügler – ohne langen Rumpf und ohne klassisches Leitwerk. Das Konzept soll den Luftwiderstand reduzieren und die Flugleistung steigern.

Mehr als 100 Studierende entwickelten und bauten die AK-X über mehr als 15 Jahre ehrenamtlich neben dem Studium. In der anschließenden Flugerprobung wird untersucht, wie sich das leitwerkslose Konzept auf Flugverhalten und Flugleistung auswirkt. Dabei sollen wissenschaftliche Erkenntnisse zur Flugmechanik leitwerksloser Flugzeuge gewonnen werden. Ein ordentlich langer Weg für ein Flugzeug, das am Ende möglichst elegant durch die Luft gleiten soll.

Auf dem Boden blieb es ebenfalls schnell. KA-RaceIng e. V. ist eine 2006 gegründete Hochschulgruppe des KIT und nimmt an der Formula Student teil, einem internationalen Konstruktionswettbewerb, bei dem Studierende Rennwagen selbst entwickeln und bauen. Mit dem Abschluss der Formula Student Germany auf dem Hockenheimring endete die Saison 2026.

KA-RaceIng trat mit dem Elektro-Rennwagen KIT26e und dem wasserstoffbetriebenen KIT26h an. Das Team nahm an Rennen auf verschiedenen europäischen Rennstrecken teil. Zwischen Marshmallow-Turm, Nurflügler und Rennwagen liegt also einiges – aber eben auch ein gemeinsamer Kern: Studierende probieren aus, verwerfen, bauen neu und schauen, ob es diesmal hält.

Quelle: Presseinformation des Europa-Parks, 29. Oktober 2026.