Wie italienische Literatur über Frauenalter, Körper und den Tod schreibt
Frauenalter, Körper und die Angst vor dem Tod: Die Augsburger Romanistikprofessorin Rotraud von Kulessa stellt ihr Buch „In den besten Jahren. Über Frauenalter(n) schreiben in Texten von Dichterinnen und Autorinnen der italienischen Literatur von der Renaissance bis in die Gegenwart“ vor. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 27. Oktober, um 18:30 Uhr im Fugger und Welser Erlebnismuseum, Äußeres Pfarrgäßchen 23, in der Augsburger Innenstadt statt.
Das als „Opus Magnum“ bezeichnete Forschungsprojekt wurde von der VolkswagenStiftung gefördert. Von Kulessa untersucht darin Frauenalter und Alter(n) in der italienischen Literatur von der Renaissance bis zur Gegenwart – und nimmt dabei auch das Verhältnis von Gerontologie und Literaturwissenschaft in den Blick.
Literatur gegen ein altes Frauenbild
Die analysierten Texte setzen sich mit der kollektiven Vorstellung auseinander, dass Angst vor körperlichem Verfall und Tod auf alte Frauen projiziert wird. Sie zeigen alte und alternde Frauen nicht bloß als literarische Randfiguren, sondern fragen nach Kontinuitäten und Brüchen in den Darstellungen.
Im Zentrum stehen unter anderem Körperdiskurse, Zeiterfahrung und der Umgang mit dem Tod. Ebenfalls untersucht wird die weibliche Auto(r)poiesis nach Niklas Luhmann sowie die Frage, wie Texte Entwürfe einer praktischen Lebensphilosophie entwickeln. Im Sinne der Biopoetik erscheint Literatur dabei als existenziell bedeutsam: Sie kann ein Ort der Reflexion und Aushandlung sein, aber auch der Therapie und Heilung dienen.
Die Monografie versteht sich als Beitrag zu einer gendersensiblen Kulturgeschichte des Alterns. Der zeitliche Bogen reicht von der Renaissance bis in die Gegenwart, der Blick richtet sich auf Texte italienischer Dichterinnen und Autorinnen. Ein Thema, das nicht gerade nach schneller Lektüre klingt – aber eines, bei dem man vermutlich länger hängen bleibt als gedacht.
Professorin mit breitem Forschungsfeld
Prof. Dr. Rotraud von Kulessa ist seit 2011 Inhaberin des Lehrstuhls für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Frauenliteratur Frankreichs und Italiens von der Renaissance bis zur Gegenwart, insbesondere das 18. Jahrhundert, außerdem Kulturtransferforschung, zeitgenössische transkulturelle Literaturen, Briefliteratur als Beziehungsökonomie und angewandte Literaturwissenschaft.
Wer am Dienstag dabei sein möchte, sollte sich vorher unter www.uni-augsburg.de/jfz anmelden. Die Platzanzahl ist begrenzt; am Abend können nur noch Restplätze vergeben werden.
Technische Hürde beim digitalen Abruf
Die Deutsche Digitale Bibliothek, über die eine der Recherchequellen erreichbar sein sollte, konnte das JavaScript von Anubis nicht laden. Als mögliche Ursache wird eine Überlastung des Servers genannt. Anubis schützt Server vor umfangreichem automatisiertem Abrufen durch KI-Unternehmen.
Dafür nutzt das System ein Proof-of-Work-Verfahren nach dem Vorbild von Hashcash. Massenhaftes Scraping soll dadurch teurer werden: Für einzelne Nutzer bleibt die zusätzliche Rechenlast gering, bei großen Abrufmengen kann sie jedoch erheblich sein. Anubis wird als vorläufige Lösung beschrieben, während Methoden zur Erkennung von Headless-Browsern entwickelt werden.
Voraussetzung sind moderne JavaScript-Funktionen. Erweiterungen wie JShelter können diese deaktivieren und damit den Ladevorgang verhindern. Ein kleiner technischer Stolperstein also – während es in Augsburg am 27. Oktober um sehr alte, sehr menschliche Fragen geht.
