Am heutigen Tag, dem 23. Juni 2026, fand in Wiesbaden eine Feierstunde zur Übergabe von Urkunden für neue LOEWE-Projekte statt. Der Staatssekretär Christoph Degen überreichte die Urkunden und hob die bedeutende Rolle des LOEWE-Programms in der hessischen Wissenschaft hervor. Die 18. LOEWE-Förderstaffel umfasst vielfältige Forschungsprojekte, die sich mit kritischen Themen wie Religion, Demokratie und Geschlechterverhältnissen auseinandersetzen. Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Philipps-Universität Marburg, die den LOEWE-Schwerpunkt „GenDem“ koordiniert und am LOEWE-Zentrum „DynaRel“ beteiligt ist.

Insgesamt wurden während der Veranstaltung fünf LOEWE-Projekte präsentiert, die sich mit interreligiösen Beziehungen, Fettstoffwechselstörungen, Dürre in der Landwirtschaft, der Anpassung von Medikamenten für krebskranke Kinder sowie antifeministischen Mobilisierungen beschäftigen. Diese Projekte sollen sowohl innovative Ansätze für bestehende Herausforderungen bieten als auch neue Erkenntnisse in ihren jeweiligen Forschungsfeldern generieren. Dies unterstreicht die multidimensionale Forschungsagenda, die im Rahmen der LOEWE-Initiative verfolgt wird.

Schwerpunktsetzung in der Forschung

Der LOEWE-Schwerpunkt „GenDem“, in dessen Federführung die Philipps-Universität Marburg steht, beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von Antifeminismen, Gender, Demokratie und Autoritarismus. Unterstützt von der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Herder-Institut erhält das Projekt eine Landesförderung von 3,6 Millionen Euro für den Zeitraum von 2026 bis 2029. Ein zentrales Ziel besteht darin, antifeministische Mobilisierungen seit dem 20. Jahrhundert in einer transnationalen Perspektive zu untersuchen. Hierbei wird insbesondere der Fokus auf die Bedingungen gelegt, die das Entstehen solcher Bewegungen sowohl in Ost- und Westeuropa als auch im Südkaukasus begünstigen.

In diesem Kontext wird auch die Beobachtung thematisiert, dass antifeministische Bewegungen häufig strategisch geplante Kampagnen sind und nicht als spontane Reaktionen auf gesellschaftliche Veränderungen zu verstehen sind. Zielgruppen dieser Kampagnen sind oftmals Befürworter von Geschlechtergleichstellung und die Rechte queerer Menschen, während sich die Akteure vor allem aus rechtskonservativen Parteien und religiös-fundamentalistischen Gruppierungen zusammensetzen. In sieben Teilprojekten werden Themen wie Männerrechtsbewegungen in Deutschland und der Türkei sowie spezifische Diskurse über Drag Panic in Österreich untersucht.

Interreligiöse Dynamiken im Mittelpunkt

Ein weiteres essentielles Forschungsfeld ist das LOEWE-Zentrum „DynaRel“, das von der Goethe-Universität Frankfurt koordiniert wird. Partner in diesem Projekt sind die Philipps-Universität Marburg und die Justus-Liebig-Universität Gießen. Mit einer großzügigen Förderung von 19 Millionen Euro für den Zeitraum bis 2029 zielt das Projekt darauf ab, die Herausforderungen im Verhältnis von Judentum, Christentum und Islam zu untersuchen. Dies geschieht durch eine interdisziplinäre Analyse der Beziehungen, die den Begriff der „ambivalenten Nachbarschaft“ nutzt, um die komplexen Interaktionen zwischen den drei Religionen zu beleuchten.

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Die Methodik umfasst sowohl historische als auch aktuelle Analysen und befasst sich mit sozialen Transformationen wie Flucht und Migration sowie den Auswirkungen der Digitalisierung. Dabei wird ein besonderer geografischer Fokus auf das Rhein-Main-Gebiet, Hessen sowie auf europäische Immigration in den Nahen Osten und Nordafrika gelegt. Ziel ist es, das Verständnis der gegenwärtigen Dynamiken zwischen den Religionen zu erweitern, um Konflikt- und Dialogpotenziale besser zu erfassen.

Diese Forschungsprojekte stehen nicht nur im Dienste des akademischen Fortschritts, sondern sollen auch Ressourcen für Bildung, Politik und öffentliche Debatten bereitstellen, um einen konstruktiven Umgang mit religiöser Vielfalt zu fördern. Indem sie die gesellschaftliche Wirklichkeit abbilden, leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung religionsbezogener Herausforderungen.

Für nähere Informationen zu den Projekten und deren übergeordneten Zielen, bietet uni-marburg.de detaillierte Einblicke. Das Herder Institut stellt spezifische Aspekte der antifeministischen Mobilisierungen heraus, während die Hessische Wissenschaftsseite umfassende Informationen zum LOEWE-Programm bietet.