Menschen, die an Adipositas leiden, sehen sich häufig gesellschaftlicher Abwertung und Diskriminierung ausgesetzt. Dieser Umstand steht im Mittelpunkt eines innovativen Forschungsvorhabens an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), das von Prof. Dr. Ulrike Gisch geleitet wird. Prof. Gisch ist eine angesehene Expertin im Bereich der Ernährungspsychologie und engagiert sich im Research Hub Inklusive Gesundheit und Wohlbefinden der europäischen Hochschulallianz EUPeace. Ziel dieses Engagements ist die Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit in Europa.

Im Rahmen der EASE-Studie wird ein ganzheitlicher, gesundheitsorientierter Ansatz verfolgt, der sich auf Menschen mit Übergewicht und Adipositas konzentriert. Wie uni-giessen.de berichtet, liegt der Fokus der EASE-Studie nicht auf der Gewichtsreduktion, sondern auf dem ganzheitlichen Wohlbefinden der Teilnehmenden. EASE steht für Erleben, Achtsamkeit, Stigma-Reduktion und Erkundung.

Programm der EASE-Studie

Das Programm umfasst zwölf Sitzungen, die darauf abzielen, eine achtsame Beziehung zu Essen, Bewegung und dem eigenen Körper zu entwickeln. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz:

  • Kombination von intuitivem und achtsamem Essen
  • Embodiment-Techniken
  • Positive Körperbildarbeit
  • Übungen zur Reduktion des internalisierten Gewichtsstigmas

Ein wichtiger Bestandteil dieser Studie ist eine Pilotstudie, die 40 Teilnehmende einbezieht. Diese Pilotstudie vergleicht den gewichtsneutralen Ansatz der EASE-Studie mit dem herkömmlichen Standardprogramm „Ich nehm‘ ab“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Rekrutierung von Teilnehmenden für die EASE-Studie beginnt im August 2026, mit dem Ziel, die Machbarkeit und Akzeptanz dieses Paradigmenwechsels wissenschaftlich zu belegen.

Internationale Kooperationen und Perspektiven

Im Rahmen ihrer akademischen Arbeit geht Prof. Gisch über die Landesgrenzen hinaus und hat im Frühjahr 2026 eine „Teaching Mobility“ an der Universidad Pontificia Comillas in Madrid gehalten. Dort hat sie über Themen wie Ernährungspsychologie sowie familiäre und kulturelle Einflüsse auf Ernährung, Essstörungen und Adipositas referiert. Der Austausch mit europäischen Kollegen fördert unterschiedliche Perspektiven auf Gesundheitsfragen und bereichert die Forschungsarbeit.

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Unterstützt wird das EASE-Team außerdem von Rémi Schneider, einem Doktoranden aus Limoges, der durch ein „Doctoral Mobility Grant“ von EUPeace gefördert wird. Das Engagement von EUPeace zielt darauf ab, ein inklusives Verständnis von Gesundheit zu entwickeln und Stigmatisierung abzubauen.

Für Interessierte, die an der EASE-Studie teilnehmen möchten, steht Cambaz Kaya, Projektmitarbeiterin am Institut für Ernährungswissenschaft der JLU, als Kontaktperson zur Verfügung. Informationen zu dieser bedeutenden Studie und den darin verfolgten Zielen finden sich auf der Website der Universität Gießen.