Am 16. Mai 2026 wird die Diversifizierung von Ernährungssystemen an der Universität Bonn weiter vorangetrieben. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 1780 „FoodDiverse“ werden umfassende Forschungsthemen behandelt, die darauf abzielen, die Ernährungssicherheit und den Umweltschutz zu verbessern. Prof. Dr. Matin Qaim betont die dringend benötigte Vielfalt in Landwirtschaft, Märkten und Ernährungsmustern. Sein Team analysiert die Vor- und Nachteile von Diversifizierungsmaßnahmen, wobei der spezifische Kontext und die räumliche Skala maßgeblich berücksichtigt werden. Diese Kooperation erfolgt in Zusammenarbeit mit der University of Ghana, um die nachhaltige Transformation der Ernährungssysteme zu evaluieren.
Forschungsschwerpunkte liegen nicht nur auf Ghana, sondern auch auf Deutschland. Dies geschieht, um die unterschiedlichen agroökologischen und sozioökonomischen Bedingungen in beiden Ländern zu erfassen. Der Sonderforschungsbereich wird ab Oktober 2026 mit 15 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert. Die Universität Bonn beteiligt sich auch am SFB/TRR 427 „Historical and Transcultural Narratology“, der sich mit der Entwicklung einer inklusiven Erzähltheorie auseinandersetzt.
Initiativen zur Ernährungssicherheit
Parallel zu diesen Forschungsaktivitäten hat die deutsche Entwicklungspolitik die Sonderinitiative „Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme – faire Einkommen, gesunde Ernährung, intakte Umwelt“ ins Leben gerufen. Dies ist ein wichtiges Element des Kernthemas „Leben ohne Hunger“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel der Initiative ist es, Hunger und Mangelernährung weltweit effektiv zu bekämpfen und das Recht auf gesunde Nahrung für alle Menschen durchzusetzen.
Die Initiative konzentriert sich auf drei zentrale Aktionsfelder der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Ernährungssicherung, ländliche Entwicklung und Landwirtschaft. Inwieweit es gelingt, nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme zu etablieren, hängt von der Förderung innovativer Ansätze und der Integration in die Zusammenarbeit mit Partnerländern ab. Das Engagement der G7-Staaten während der deutschen G7-Präsidentschaft 2022 bekräftigte das Ziel, bis 2030 500 Millionen Menschen von Hunger und Mangelernährung zu befreien.
Nachhaltigkeit als Grundlage
Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme sind entscheidend für die Gewährleistung einer gesunden Ernährung und den Schutz von Mensch, Tier, Ökosystemen und Klima. Diese Systeme müssen ökonomisch tragfähig sein und gleichzeitig Perspektiven für junge Menschen bieten. In diesem Kontext stehen die Herausforderungen der Landwirtschaft im Fokus, darunter die Klimakrise, das Artensterben, die Verschlechterung der Bodenqualität sowie hohe Ressourcenverbrauch und Verschmutzung.
Um die Transformation voranzutreiben, bedarf es einer umfassenden politischen Rahmengebung. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen bilden die Grundlage für diese Entwicklungen. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) wird seit 2024 in einem öffentlichen Prozess weiterentwickelt, um die Herausforderungen in der Landwirtschaft zu bewältigen.
Das Jugendpolitische Forum 2024, an dem zahlreiche junge Menschen teilnehmen werden, setzt sich mit den Herausforderungen der Agrar- und Ernährungssysteme auseinander. Unter den Teilnehmern werden Bundesminister Cem Özdemir und Staatssekretärin Silvia Bender erwartet, die Workshops zu Themen wie Klimapolitik und nachhaltigem Konsum anbieten.
Die Ergebnisse solcher Dialoge sind von großer Bedeutung, da sie in die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie einfließen. Ein Transformationsbericht, der die Wege aufzeigt, wie Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft in der Klimakrise eine gesunde Ernährung sichern können, wird am 5. Juni 2024 vom Bundeskabinett verabschiedet werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl die Forschung an der Universität Bonn als auch die politischen Initiativen der deutschen Entwicklungspolitik zentrale Schritte in Richtung nachhaltiger Agrar- und Ernährungssysteme darstellen. Diese Ansätze zielen darauf ab, Resilienz und Geschlechtergerechtigkeit in der Landwirtschaft zu fördern und letztendlich die globale Ernährungssicherheit zu verbessern. Während der Herausforderungen durch wirtschaftliche Schocks, Klimakrise und andere Risiken bleibt der Fokus auf den langfristigen Zielen unverändert.