Vom 10. bis 11. Juli 2026 lädt das Institut für Klassische Philologie der Universität des Saarlandes zur Tagung „Zwischen altem Text und Algorithmus: Digitale Perspektiven für Philologie und Geschichtswissenschaft“ ein. Diese Veranstaltung zielt darauf ab, aktuelle Projekte und Aktivitäten in den Bereichen Philologie und Geschichtswissenschaft zu präsentieren.

Vertreter aus den Altertumswissenschaften, der Mediävistik und der neueren Philologien, insbesondere der Romanistik, werden sich an der Diskussion über die Digitalisierung in diesen Disziplinen beteiligen. Das Saarbrücker Institut hat sich als Kompetenzzentrum etabliert, unter anderem durch die Indexerstellung für lateinische Texte der Renaissance sowie durch digitale Editionen antiker, byzantinischer und neulateinischer Texte.

Zentrale Themen der Tagung

Ein zentraler Bestandteil der Diskussion werden digitale Editionen sein, die eine umfassende Analyse, Rekonstruktion und digitale Zugänglichmachung historischer Dokumente bieten. Diese Arbeiten kombinieren traditionelle philologische Methoden mit modernen Technologien, um historische Texte für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Unter den behandelten Themen sind die Texterschließung durch digitale Editionen, der Einsatz von Datenbanken als Grundlage für diese Editionen sowie die Vorstellung innovativer Software und Methoden zu philologischen, sprachwissenschaftlichen, historischen und archäologischen Themen. Nachwuchswissenschaftlerinnen werden darüber berichten, wie Künstliche Intelligenz in die akademische Lehre integriert wird.

Technologische Grundlagen

Digitale Editionen zeichnen sich durch verschiedene Merkmale aus, darunter hochauflösende Facsimiles der Originaldokumente und textuelle Transkriptionen mit Anmerkungen. Interaktive Funktionen wie Suchoptionen, Hyperlinks und benutzerdefinierte Ansichten fördern den Zugang zu historischen Quellen und unterstützen die Forschung durch Transparenz und Vernetzung. Diese Editionen arbeiten mit Technologien wie XML und TEI, die eine strukturierte Speicherung und flexible Präsentation ermöglichen.

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Ein Beispiel für die Anwendung dieser Methoden ist die digitale Edition der Briefe von Arthur Schnitzler, die sowohl Originaltexte als auch Annotationen bereitstellt. Auch die digitale Präsentation der Bayeux-Tapete, die Text und Bilder integriert, stellt eine innovative Verschmelzung von Kunstgeschichte und Technologie dar.

Kooperation und Vernetzung

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Tagung ist die Zusammenarbeit innerhalb der Digital Humanities. Die DARIAH-DE Coordination Office, angesiedelt an der SUB Göttingen, koordiniert den deutschen Beitrag zur Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities (DARIAH-EU). Diese Initiative fördert den Austausch von Methoden, Daten und Werkzeugen zwischen verschiedenen Forschungsgruppen über Disziplin- und Landesgrenzen hinweg.

Das NFDI-Konsortium Text+ ist dabei ein zentraler Baustein, der sich auf text- und sprachbasierte Forschungsdaten konzentriert. Ziel ist es, diese Daten, Werkzeuge und Dienste langfristig nutzbar, interoperabel und im Sinne der FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) bereitzustellen. Damit wird eine nachhaltige Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Kulturwissenschaften angestrebt, die die digitale Landschaft dieser Disziplinen grundlegend verändern könnte.

Die Tagung, die am Sportcampus Saar im Tagungsraum 41 stattfindet, bietet nicht nur eine Plattform für den Austausch, sondern auch die Möglichkeit, wegweisende Impulse für die Zukunft der digitalen Geisteswissenschaften zu diskutieren. Interessierte können weitere Informationen und das Tagungsprogramm direkt hier einsehen.