Zukunft der Lausitz: Wie der Strukturwandel unsere Region prägt!
Am 13. Juli 2026 fand am Campus Sachsendorf das TransformationsLABOR statt, das sich dem Thema „Transformation und die Lausitz“ widmete. Diese Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Raj Kollmorgen von der Hochschule Zittau-Görlitz geleitet und zielte darauf ab, sozialwissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzungen mit den tiefgreifenden Transformationen in der Region zu fördern. Insbesondere wurde die Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Kontext beleuchtet, wobei die complexen und langfristigen gesellschaftlichen Re-Konfigurationsprozesse in der Lausitz als zentral erachtet wurden.
Wie b-tu.de berichtet, gibt es viele unterschiedliche Einflussfaktoren auf diese Transformationen, darunter historische Entwicklungspfade, räumliche Kontexte und generationelle Erfahrungsräume. Die Veranstaltung hebt die zentrale Funktion der Sozialen Arbeit hervor, insbesondere der Gemeinwesenarbeit, die als Transformationsbegleitung fungiert. Der Fokus liegt darauf, soziale Spannungen, Unsicherheiten und Risiken der Exklusion zu bearbeiten. Das TransformationsLABOR wird im Wintersemester 2026/2027 fortgesetzt, wobei zukünftige Themen ebenfalls die Herausforderungen des ländlichen Raums und den Systemumbruch von 1989/90 behandeln werden.
Der Strukturwandel in der Lausitz
Die Lausitz, einst das Herzstück des Braunkohlebergbaus in der DDR, befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel. Nach der Wende 1989/90 kam es zu einem Strukturbruch, der mit mehr als 90 % Entlassungen in der Kohleindustrie einherging. Dieser Strukturwandel beschreibt grundlegende Veränderungen in sozialen, wirtschaftlichen und administrativen Abläufen, die überall in der Region spürbar sind. Der Kohleausstieg, der bis spätestens 2038 erfolgen soll, verstärkt die Herausforderungen, mit denen die Lausitz konfrontiert ist, und hat die Debatten über die Zukunft der Region seit der Bundestagswahl 2017 angeheizt.
Wie die bpb.de aufzeigt, wurde 2018 die Kohlekommission eingesetzt, um den Kohleausstieg zu regeln. Es sind Strukturhilfen in Höhe von etwa 17 Milliarden Euro über die nächsten zwei Jahrzehnte vorgesehen, um neue Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen und Infrastruktur auszubauen. Trotz dieser Fortschritte gibt es Widerstände gegenüber den Veränderungen. Fraunhofer ISI beschreibt, dass es eine Vielzahl von Akteuren gibt, die den Strukturwandel aktiv gestalten, darunter Bürgermeister*innen, Lausitzbeauftragte und Strukturwandelorganisator*innen. Diese Personengruppen sollten neue Verwaltungskapazitäten aufbauen und den Bürgern neue Perspektiven bieten, stehen jedoch oft unter immensem Druck und sind strukturell überfordert.
Chancen und Herausforderungen
Eine der größten Herausforderungen der Region ist die angespannte soziale und demografische Lage, die durch die Unsicherheiten des Strukturwandels noch verschärft wird. Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung sind dringend notwendig, um den Bürgern eine Stimme im Transformationsprozess zu geben. Nachhaltigkeit spielt hierbei eine unklare Rolle, und es mangelt an klaren Strategien für den Strukturwandel.
Dennoch bestehen auch Chancen: Der Kohleausstieg könnte als Katalysator für sozial-ökologische Transformationen in der Lausitz dienen. Ein Beispiel dafür sind die Initiativen zur Ansiedlung neuer wissenschaftlicher Institute und zur Förderung der digitalen Bildung, die darauf abzielen, innovative Lösungen zu finden und die Region zukunftsfähig zu machen. Der soziale Zusammenhalt und die engagierte Zusammenarbeit der regionalen Akteure werden als Schlüsselfaktoren für einen erfolgreichen Wandel in der Lausitz betrachtet.
