Zukunft des Gesundheitswesens: Wie KI und digitale Tools Leben retten werden
Am 17. Juni 2026 markiert die FernUniversität in Hagen den Start eines bedeutenden neuen Forschungsschwerpunkts im Bereich Digital Health. Dieser gebündelte Fokus auf die digitale Transformation im Gesundheitswesen ist Teil des aktuellen Wissenschaftsjahres mit dem Thema „Medizin der Zukunft“. Dabei sollen interdisziplinäre wissenschaftliche Kompetenzen genutzt werden, um innovative Lösungen für die Herausforderungen im Gesundheitssektor zu finden. Besonders bemerkenswert sind die geplanten Anwendungen von Eye-Tracking-Technologien und die Forschungsprojekte, die den Einfluss des Menstruationszyklus auf Arbeitsverhalten und Konzentration untersuchen sowie die Behandlung junger Krebspatient:innen zum Thema haben. Die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum wird eine wichtige Rolle bei der Analyse der Patient:innenwahrnehmungen während Visiten spielen, um wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.
Die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zielt darauf ab, die Blickbewegungen von Trauernden mithilfe moderner Eye-Tracking-Methoden zu analysieren. Ein weiterer Aspekt der Forschung behandelt die Rolle digitaler Tools beim Zyklus-Tracking, wobei auch ethische Fragestellungen eine zentrale Rolle spielen werden.
Die Rolle von Gesundheitsdaten
In der umfassenden Betrachtung von Digital Health wird deutlich, dass Smartphones und tragbare Technologien mittlerweile integrale Bestandteile des Alltags sind und dabei wertvolle Gesundheitsdaten liefern. Diese Daten sind essenziell für den medizinischen Fortschritt, der auf verschiedenen Quellen basiert, einschließlich bildgebender Verfahren und elektronisch erfasster klinischer Routineinformationen. Der effiziente Einsatz solcher Daten erfordert jedoch einige Voraussetzungen. Dazu gehören der Schutz der Privatsphäre während der Datenerhebung und -verarbeitung sowie die Berücksichtigung von Interoperabilitätsstandards für eine funktionsfähige Gesundheitsdateninfrastruktur. Zudem ist es entscheidend, Vertrauen in die Ergebnisse der Datenanalysen aufzubauen und Kompetenzen im Umgang mit Gesundheitsdaten zu fördern, um das volle Potenzial dieser Technologien auszuschöpfen.
Die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in die Gesundheitsversorgung stellt einen weiteren zentralen Aspekt dar. KI-Anwendungen erfordern nicht nur Zugang zu Gesundheitsdaten, sondern bieten auch zahlreiche Vorteile, wie die kosteneffiziente Verarbeitung großer Datenmengen, die über das menschliche Verständnis hinausgehen. Zu den praktischen Anwendungen zählen etwa die Früherkennung von Sepsis auf Intensivstationen und die KI-gestützte Brustkrebserkennung bei Mammografie-Screenings. Trotz dieser Vorteile gibt es auch Herausforderungen, einschließlich möglicher verzerrter oder fehlender Daten und der Notwendigkeit für kompetente Nutzung von Gesundheitsdaten.
Ausblick auf die Zukunft
Die EU hat sich ebenfalls aktiv den Themen der Digitalisierung im Gesundheitswesen gewidmet. Die Einführung des europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) zielt darauf ab, die Sekundärnutzung elektronischer Gesundheitsdaten für Forschung und Innovation zu ermöglichen. Auf dieser Grundlage wird ein sicherer Austausch von Gesundheitsdaten gefördert, während gleichzeitig die Kontrolle über persönliche Gesundheitsdaten gewahrt bleibt. Zudem wird mit der KI-Verordnung, die am 1. August 2024 in Kraft tritt, die verantwortungsvolle Entwicklung und Nutzung von KI in der EU unterstützt.
Die Initiative AICare@EU fördert den Einsatz von KI im Gesundheitswesen, um dessen Integration voranzutreiben. Dazu gehört auch die laufende Arbeit der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU-Kommission an verschiedenen Initiativen. Die Herausforderungen bleiben jedoch groß, vor allem Beitrag zur Sicherstellung der Qualität der Gesundheitsdaten und der Schaffung eines vertrauenswürdigen Umfelds für die Nutzung von KI.
Insgesamt zeigt die Entwicklung im Bereich Digital Health eine klare Vision für die Zukunft des Gesundheitswesens: digital, vernetzt und sicher.
