Zukunft des Schienenverkehrs: Innovative Fahrzeuge für den ländlichen Raum!
Das Projekt REAKTIVATOR hat zum Ziel, die Zukunft des Bahnverkehrs im ländlichen Raum neu zu gestalten. In einer Zeit, in der die Mobilität in ländlichen Gebieten zunehmend erheblich eingeschränkt ist, bietet das innovative Konzept Hoffnung. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit einem Betrag von 741.000 Euro. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel führt das Projekt in einem Zeitraum von zwei Jahren.
Im Fokus der Initiative stehen die Entwicklung von zwei neuartigen Leichtbauschienenfahrzeugen, die speziell für reaktivierte Bahnstrecken konzipiert sind. Zu den Projektpartnern gehören die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) sowie die Muthesius Kunsthochschule Kiel. Das Zielgewicht der Fahrzeuge soll etwa 3,5 Tonnen betragen. Um dies zu erreichen, werden Komfortelemente wie Klimaanlagen konsequent weggelassen.
Technische Spezifikationen und Nutzungsanforderungen
Für die Prototypen soll der Einsatz von Leichtbauwerkstoffen wie Carbon gefördert werden, um die Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu maximieren. Diese Fahrzeuge sind für den Begegnungsverkehr auf eingleisigen Strecken ausgelegt und bieten Platz für vier bis sechs Personen. Ein besonders nützliches Merkmal ist der Zugang über die Stirnseiten, was ein Umsteigen ohne Bahnsteig ermöglicht.
Die Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge liegt bei etwa 20 km/h, wobei der Fokus auf hoher Verfügbarkeit und kurzen Reisezeiten liegt. Die Prototypen werden am Institut für Produktionstechnik sowie am CIMTT der HAW Kiel gebaut. Die Leitung des Projektes obliegt Prof. Dr.-Ing. Henning Strauß, der umfassende Erfahrungen aus seiner Zeit bei der DB Fahrzeuginstandhaltung mitbringt.
Unterstützung erhält Strauß durch Prof. Dr.-Ing. Ulf Schümann (HAW Kiel), der für Antriebsstrang und Leistungselektronik verantwortlich ist. Die CAU präsentiert sich unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhard von Hanxleden, der für sicherheitskritische Systeme sowie eine On-Demand-Steuerung zuständig ist. Besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung eines Easy-to-use-Konzepts zur Nutzerführung.
Gestaltung und zukünftige Anwendungen
Im Rahmen des Projektes wird ein nutzerzentriertes Industriedesign verfolgt, das unter der Leitung von Prof. Detlef Rhein (Muthesius Kunsthochschule Kiel) steht. Ziel ist es, ein intuitives Produktdesign mit digitalen Schnittstellen zu schaffen, einschließlich einer App zur Fahrzeugbestellung. Nach Abschluss des Projekts sollen die Fahrzeuge als fahrende Demonstratoren auf der Strecke Malente–Lütjenburg eingesetzt werden.
Bereits nach der Projektlaufzeit sollen je ein Fahrzeug an der HAW Kiel und der CAU für zukünftige Forschungsprojekte übergeben werden. Mit dieser temporären Lösung setzen die Projektverantwortlichen ein Zeichen für innovative Ansätze im Schienenverkehr. Dazu wird die REAKT Innovationscommunity ins Leben gerufen, eine transdisziplinäre Initiative zur kontinuierlichen Verbesserung des Schienenverkehrs im ländlichen Raum.
Für detailliertere Informationen zum Projekt REAKTIVATOR und seinen Zielen klicken Sie bitte hier: HAW Kiel und ergänzend hier: DLR.
