CityTreeSuit hilft Kommunen bei der Auswahl klimaresilienter Stadtbäume
Freiburg, 6. Oktober 2026. Zwischen Verkehrslärm, aufgeheiztem Asphalt und dicht stehenden Häusern wirken Stadtbäume fast wie eine kleine Verschnaufpause. Sie kühlen Straßen und Plätze, Grünflächen bremsen die Hitze. Bei Starkregen können bepflanzte Flächen Wasser aufnehmen, und selbst bei hohen Feinstaubbelastungen hilft Stadtgrün.
Nur: Die Bäume geraten selbst unter Druck. Hitze- und Wasserstress lassen den Baumbestand schrumpfen. Gleichzeitig stockt der Nachschub, weil der Baumschulsektor kleiner wird. Einige Kommunen ziehen deshalb Bäume selbst auf. Andere probieren alternative Baumarten, neue Pflanzmethoden oder Mini-Baumschulen mitten in der Innenstadt. Auch Hundeurin gehört zu den Belastungen, mit denen Stadtbäume klarkommen müssen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen zeigen, welche Bäume langfristig überleben.
Zwanzig Arten, viele Fragen
Eine Entscheidungshilfe kommt vom Projekt CityTreeSuit. Das Online-Tool vergleicht 20 Stadtbaumarten unter den Bedingungen des Klimawandels. Steigende Temperaturen, längere Trockenphasen und häufigere Wetterextreme setzen Bäume unter Stress; Krankheiten und Schädlinge haben dann leichteres Spiel.
Für die Auswahl wurden 40 Kriterien aus sechs Bereichen untersucht: Klimaresilienz, Standortansprüche, Versorgungs- und Regulationsleistungen, Gefährdungen, Kosten und Pflegeaufwand sowie Ästhetik. Auch Unsicherheiten über die weitere Klimaentwicklung fließen ein. Aus den Einzelbewertungen entsteht für jede Baumart ein Gesamtwert.
Die Einzelkriterien werden auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Eine 1 bedeutet, dass ein Kriterium bestmöglich erfüllt wird, eine 5, dass es nicht erfüllt wird. Zusätzlich lässt sich die Bedeutung der Kriterien auf einer fünfstufigen Skala von „sehr wichtig“ bis „unwichtig“ gewichten. Die 20 Arten wurden anhand wissenschaftlicher Untersuchungen, Studien, Praxisversuchen sowie Klimabaumlisten von Kommunen und Baumschulen ausgewählt.
Gedacht ist CityTreeSuit für kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger. Nutzerinnen und Nutzer geben zunächst die Kommune beziehungsweise Gemeinde oder Stadt an, danach den Standort – etwa Grünanlage, Straße, Industriegebiet, Krankenhaus oder Spielplatz. Als Schwerpunkt stehen Gesundheit, Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Klimaschutz oder Ästhetik zur Auswahl. Wer mag, legt die Gewichtung der Bewertungskriterien individuell fest.
Danach erstellt das Tool eine Rangliste geeigneter Baumarten für den jeweiligen Standort. Steckbriefe und Bilder liefern zusätzliche Informationen zu den vorgeschlagenen Arten. Für Kommunen in ganz Deutschland ist der Zugang kostenlos und ohne Registrierung unter www.citytreesuit.de möglich.
Forschung, Verwaltung und Baumpraxis
Entwickelt wurde das Online-Tool von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA). CityTreeSuit war Teil des Verbundprojekts GrüneLunge, gefördert von der Europäischen Union im Rahmen von NextGenerationEU und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Leitung lag beim Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Beteiligt waren außerdem das Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) am KIT-Campus Alpin, der Deutsche Wetterdienst, das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe und das Forstamt der Stadt Karlsruhe. Als Quelle nennt die Plattform den Artikel von Axel Albrecht, „CityTreeSuit. Geeignete Stadtbaumarten im Klimawandel“, Online-Version vom 13. Juni 2024.
Für die Freiburger Stadtplanung ist das eine ziemlich praktische Perspektive: Nicht jeder Baum passt an jede Stelle. Eine Straße mit verdichtetem Boden verlangt etwas anderes als eine Grünanlage, ein Industriegebiet etwas anderes als ein Krankenhaus oder ein Spielplatz. Und irgendwo dazwischen steht die Frage, wie viel Pflege eine Kommune dauerhaft stemmen kann.
Eine lange Liste resilienter Gehölze
Eine weitere Orientierung bietet eine alphabetisch geordnete Artenliste des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Zu jedem Eintrag nennt sie den deutschen und den wissenschaftlichen Namen; hinzu kommen Bildnachweise verschiedener Baumschulen und des HLNUG. Beschreibungen zu Standort, Eigenschaften, Pflege oder Verwendung enthält der Text nicht – im Wesentlichen besteht er aus Namen, wissenschaftlichen Bezeichnungen sowie Bild- und Navigationshinweisen.
Die Liste beginnt mit dem Dreispitzigen Ahorn (Acer buergerianum), Feldahorn (Acer campestre subsp. campestre), Kalabrischen Ahorn (Acer cappadocicum subsp. lobelii), Französischen Ahorn (Acer monspessulanum), Eschen-Ahorn (Acer negundo subsp. negundo), Schneeballblättrigen Ahorn (Acer opalus subsp. opalus), Spitz-Ahorn (Acer platanoides), Rotahorn (Acer rubrum), Steppen-Ahorn (Acer tataricum subsp. tataricum), Freemans Ahorn (Acer × freemanii) und Zoeschener-Ahorn (Acer × zoeschense, Acer neglectum ‘Annae’).
Es folgen die Gemeine und rotblühende Roßkastanie (Aesculus hippocastanum, Aesculus × carnea), Herzblättrige, Schwarz-, Grau- und Spaeths-Erle (Alnus cordata, A. glutinosa, A. incana, A. × spaethii), Schnee- und Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier arborea, A. lamarckii) sowie Sand- und Himalaya-Birke (Betula pendula, B. utilis). Auch die Gewöhnliche und Orientalische Hainbuche (Carpinus betulus, C. orientalis), Schuppenrinden-Hickory und Spottnuss (Carya ovata, C. tomentosa) und die Edelkastanie (Castanea sativa) sind aufgeführt.
Bei den Trompetenbäumen stehen der Gewöhnliche und der Prächtige Trompetenbaum (Catalpa bignonioides, C. speciosa), dazu Atlas- und Libanon-Zeder (Cedrus atlantica, C. libani). Eine ganze Reihe von Zürgelbäumen ist ebenfalls dabei: Celtis australis, C. bungeana, C. caucasica, C. glabrata, C. occidentalis und C. reticulata. Hinzu kommen Katsurabaum (Cercidiphyllum japonicum), Kanadischer und Gemeiner Judasbaum (Cercis canadensis, C. siliquastrum), Chinesisches Gelbholz (Cladrastis sinensis), Kornelkirsche (Cornus mas) und Baum-Hasel (Corylus colurna).
Mehrere Weißdorn-Arten – darunter Welsche Mispel, Hahnensporn-, Orientalischer, Eingriffliger, Pflaumenblättriger, Watts- und Lederblättriger Weißdorn – werden unter Crataegus geführt. Außerdem nennt die Liste Leylandzypresse (Cupressocyparis leylandii), Lotuspflaume und Persimone (Diospyros lotus, D. virginiana), Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia), Chinesischen Guttaperchabaum (Eucommia ulmoides) und Rot-Buche (Fagus sylvatica).
Unter den Eschen finden sich Weiß-, Schmalblättrige, Gemeine, Behaarte, Blumen-, Rot- und Blau-Esche (Fraxinus</
