TSG Hoffenheim erzielt gegen Leverkusen das 1.000. Bundesligator ihrer Vereinsgeschichte
Hoffenheim hat Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga gestoppt. Am 25. Oktober 2026 setzte sich die TSG mit 1:0 durch – und schrieb dabei Vereinsgeschichte: Andrej Kramaric verwandelte als Einwechselspieler einen Elfmeter zum entscheidenden Treffer. Es war das 1.000. Ligator der TSG Hoffenheim.
Leverkusen fand gegen die Hoffenheimer keinen Weg zurück ins Spiel. Vor der Pause hatte Adam Hlozek allerdings zwei gute Chancen für Hoffenheim vergeben. Alexander Prass stand derweil am Ball unter Druck. Viel fehlte also nicht zu einem nervöseren Nachmittag, doch am Ende blieb es beim knappen Heimsieg. Der zugrunde liegende Bericht wurde am 25. Oktober 2026 zuletzt aktualisiert.
Vom Turnverein zum Bundesligaklub
Die Geschichte der TSG reicht weit zurück. Gegründet wurde sie am 1. Juli 1899 als Turnverein Hoffenheim – anfangs mit rund 35 Mitgliedern, darunter 20 Aktive. Frauen waren zunächst nicht zugelassen. Erster Vorstand war der Schneidermeister Jakob Wetzel; zu den weiteren Gründungsmitgliedern gehörten Wilhelm Gilbert, Friedrich Ludwig, Heinrich Brecht und Karl Epp.
Der Verein gehörte dem Turngau Unterland Badenia und dem Gau Main-Neckar an. Auf dem Programm standen Turnen, Gymnastik und Leichtathletik. Die ersten Turngeräte lieh sich der Verein beim TV Sinsheim aus, geturnt wurde auf Grundstücken verschiedener Gaststätten. Zum zehnjährigen Bestehen 1909 kamen bei einem mehrtägigen Sportfest mehr als 500 Turner aus 23 Vereinen zusammen.
Am 3. April 1913 beschloss der Verein den Kauf einer Vereinsfahne, finanziert durch Spenden und Sammlungen. Die Fahnenweihe folgte am 10. August 1913 beim Gauturnfest des Elsenz-Turngaues in Hoffenheim. Der Erste Weltkrieg riss anschließend eine tiefe Lücke: Von 92 Kriegsteilnehmern fielen 28 oder blieben vermisst. Bei der ersten Nachkriegs-Generalversammlung am 25. Januar 1919 waren 33 Menschen dabei. Der Turnbetrieb lief wieder an, geriet Anfang der 1920er Jahre aber durch Disziplinprobleme, geringe Beteiligung und die Folgen der Inflation ins Stocken.
Der 1920 gegründete Fußballverein Hoffenheim scheiterte 1920 und 1922 mit Fusionsanträgen – einmal an Bedingungen, einmal am Nein des Turnvereins. Am 30. Januar 1926 entstand eine Spielabteilung, in der alle Sportarten außer Fußball betrieben werden durften. Im Juli 1929 kam die erste Frauenabteilung hinzu, kurz darauf eine Handballabteilung. Die gemeinsam mit dem Gesangsverein geplante Turn- und Gesangshalle wurde 1929 eröffnet und beim Gauturnfest zum 30-jährigen Vereinsjubiläum eingeweiht.
Während der NS-Zeit wurden die Hoffenheimer Vereine gleichgeschaltet und übernahmen die Einheitssatzung. Die Turnhalle diente im Zweiten Weltkrieg einem Rüstungsbetrieb und brannte gegen Kriegsende aus. In den 1950er Jahren wurde sie repariert und wieder für den Sport genutzt. Im Mai 1945 fusionierte der Turnverein mit dem Fußballverein Hoffenheim; der neue Name lautete Turn- und Sportgemeinschaft 1899 Hoffenheim.
Schritt für Schritt nach oben
Die Fußballer starteten in der untersten Spielklasse, der Kreisklasse. Meisterschaften in der B-Klasse Sinsheim Nord gelangen 1957, 1961 und 1970. Die Aufstiege in die A-Klasse 1957/58, 1961–1965 und 1970/71 endeten jeweils mit dem Abstieg. 1965 erreichte Hoffenheim das Halbfinale des Kreispokals, verlor dort aber gegen die drittklassige SpVgg Ilvesheim. Eine neue Vereinssatzung wurde 1957 beschlossen, außerdem trat die TSG dem Badischen Sportbund bei.
Nach der Spielklassenreform von 1978 hieß die B-Klasse Kreisliga B. 1983 stieg Hoffenheim in die Kreisliga A Sinsheim auf, 1988 als Meister weiter in die Bezirksliga. Nach der 2:4-Niederlage nach Verlängerung gegen den 1. FC Stebbach und dem Abstieg 1989 begann Dietmar Hopp, seinen Heimatverein finanziell zu unterstützen. Es folgten 1991 der Aufstieg in die Bezirksliga Sinsheim, 1992 in die Landesliga Rhein-Neckar und 1996 in die Verbandsliga Baden.
1998/99 wurde Hoffenheim Vizemeister der Verbandsliga und scheiterte in der Aufstiegsrunde zur Oberliga im Elfmeterschießen am SV Linx. 1999 spielte die TSG erstmals in einem von Hopp finanzierten neuen Stadion. Ein Jahr später gewann Hoffenheim die Verbandsliga vor der punktgleichen zweiten Mannschaft des SV Waldhof Mannheim und stieg in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Dort wurde die TSG 2000/01 auf Anhieb Meister – der Sprung in die Regionalliga Süd war geschafft.
Nach Platz 13 in der ersten Regionalligasaison landete Hoffenheim anschließend im vorderen Tabellendrittel. 2002 kamen die ehemaligen Bundesligaprofis Christian Möckel und Norbert Hofmann. Von 2002 bis 2005 gewann die TSG viermal in Folge den Badischen Pokal. Im DFB-Pokal 2003/04 ging es bis ins Viertelfinale; zuvor wurde unter anderem Bayer Leverkusen besiegt, ehe der VfB Lübeck Endstation war.
Zur Saison 2004/05 wurden Profibedingungen eingeführt, die Mannschaft wurde Siebter der Regionalliga. 2005 lagerte der Verein die Fußballabteilung in die TSG Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH aus. Ein von Dietmar Hopp angestrebter Zusammenschluss mit dem FC-Astoria Walldorf und dem SV Sandhausen zum FC Heidelberg 06 scheiterte am Widerstand der Vereine und an der Frage nach dem Stadionstandort. Nach dem Aus der Heidelberger Pläne fiel die Wahl auf ein Gewerbegebiet der Stadt Sinsheim.
Trainer Hansi Flick wurde im November 2005 entlassen und durch Lorenz-Günther Köstner ersetzt. Nach dem verpassten Aufstieg 2005/06 trat Köstner zurück, auch Sportberater Karlheinz Förster verließ den Verein. Zur Saison 2006/07 übernahm Ralf Rangnick. Bernhard Peters wurde Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung, Jan Schindelmeiser Manager und Hans-Dieter Hermann Mannschaftspsychologe. Mit Verstärkungen wie Francisco Copado und Jochen Seitz wurde Hoffenheim in Rangnicks erster Saison Zweiter und stieg in die 2. Bundesliga auf.
Aus Marketinggründen trat der Verein als „1899 Hoffenheim“ auf, offiziell blieb der Vereinsname bestehen. Für die Saison 2007/08 investierte die TSG 18,1 Millionen Euro in neue Spieler – mehr als alle anderen Zweitligisten zusammen. Carlos Eduardo, Chinedu Obasi, Demba Ba, Per Nilsson und Vedad Ibisevic kamen unter anderem. Sieben Siege in Folge zu Beginn der Rückrunde brachten Hoffenheim auf einen Aufstiegsplatz. Trotz des Viertelfinal-Aus im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund wurde die Mannschaft Zweiter und stieg direkt in die Bundesliga auf. Obasi und Demba Ba erzielten jeweils zwölf Tore, Copado traf zehnmal.
Bundesliga, Europa und knappe Rettungen
Nach dem 17. Spieltag der Saison 2008/09 war Hoffenheim Herbstmeister. Vedad Ibišević hatte in der Hinrunde 18 Tore erzielt. In der Winterpause kamen Timo Hildebrand, Fabrício und Boubacar Sanogo. Nach zwölf sieglosen Rückrundenspielen fiel die TSG auf Platz sieben zurück. Marvin Compper, Andreas Beck und Tobias Weis wurden zwischen November 2008 und Juni 2009 deutsche Nationalspieler.
Die zweite Bundesligasaison endete auf Platz elf, Manager Jan Schindelmeiser ging, Ernst Tanner folgte ihm. Im Januar 2011 trennte sich Hoffenheim nach internen Streitigkeiten um den Transfer von Luiz Gustavo von Ralf Rangnick. Marco Pezzaiuoli übernahm bis zum Saisonende; erneut wurde die TSG Elfter.
Holger Stanislawski startete 2011/12 als Trainer. Im August 2011 setzte ein Mitarbeiter beim Spiel gegen Borussia Dortmund Hochfrequenzklänge gegen Gästefans ein; als Ziel wurde die Überlagerung von Schmähgesängen gegen Dietmar Hopp genannt. Nach dem DFB-Pokal-Aus gegen Gre
