An der Uni Ulm erzählt Stefan Brehm von einem Gespräch, das für seinen beruflichen Weg entscheidend wurde. Vor acht Jahren sprach er erstmals mit Ulrike Hudelmaier, der Gründer-Unterstützerin der TFU. Damals hielt Brehm eine Unternehmensgründung während des Studiums zunächst für zu riskant. Trotzdem entschied er sich dafür.

Hudelmaier informierte ihn über Chancen und Fördermöglichkeiten. Rückblickend beschreibt Brehm dieses Gespräch als Zugang zu einer „neuen Welt“. Aus dem vorsichtigen Abwägen wurde ein Start in die Selbstständigkeit – mit Folgen für die regionale Start-up-Szene.

Von Baden-Württemberg nach Neu-Ulm

Predori wurde zwei Wochen vor Beginn des ersten Corona-Lockdowns im März 2020 gegründet. Die Gründung finanzierte ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg. Heute arbeitet das KI-Start-up im bayerischen Neu-Ulm und gilt als Beispiel für die Start-up-Szene in Ulm und Neu-Ulm.

Dreimal hintereinander wurde Predori als innovativstes Unternehmen der Branche ausgezeichnet. Der Wechsel von Baden-Württemberg nach Bayern funktioniert laut Artikel gut. Gleichzeitig macht er ein Problem sichtbar: Fördermittel sind an Ländergrenzen gebunden, während junge Unternehmen in der Region längst über die Donau hinweg denken und arbeiten.

Gerade für Studierende klingt der Weg trotzdem greifbar. Der Anfang muss nicht im perfekt ausgestatteten Büro passieren, sondern kann mit einem Gespräch beginnen – manchmal mit einem, bei dem man zuerst noch denkt: Das ist doch viel zu riskant.

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Hilfe für den Weg von der Idee zur Gründung

Eine Anlaufstelle für solche Schritte ist die Gründerplattform. Sie soll den Gründungsprozess einfacher und sicherer machen und begleitet Nutzer in den Phasen Einstieg, Planung, Finanzierung und Gründung. Die Plattform wird öffentlich gefördert und ist kostenlos.

In einem geschützten Nutzerkonto lassen sich Ideen bis zur Umsetzung weiterentwickeln. Projekte bleiben für andere unsichtbar, bis sie vom Nutzer freigegeben werden. Außerdem können Nutzer Beratung, Förderangebote und Finanzierungsmöglichkeiten in ihrer Region finden – ein bisschen Ordnung im sonst schnell unübersichtlichen Förder-Dschungel.

Mehr als 200.000 Menschen besuchen die Plattform monatlich. Rund 7.000 Besucher registrieren sich pro Monat kostenlos. Laut einer laufenden Umfrage unter neu registrierten Nutzern haben 18 Prozent ihre Idee bereits umgesetzt. Von den übrigen Befragten planen 91 Prozent die Gründung innerhalb der nächsten sechs Monate. Vier von fünf Befragten bewerteten die Plattform als „perfekt“ oder „sehr hilfreich“.

Die Gründerplattform ist eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie der KfW. Umgesetzt wurde sie vom Partnerunternehmen BusinessPilot.

Für Gründerinnen und Gründer aus dem Umfeld der Uni Ulm liegen damit mehrere Dinge nah beieinander: ein Gespräch mit der TFU, regionale Förderangebote und eine bundesweite Plattform, auf der aus einer Idee Schritt für Schritt ein Projekt werden kann. Bei Predori begann diese Entwicklung vor acht Jahren mit einem skeptischen Blick auf das Risiko – und endete nicht an der Landesgrenze.