Mbappés Panenka krönt Reals 4:1 gegen Sevilla vor dem Champions-League-Duell mit RB Leipzig
Real Madrid hat in der spanischen Liga gegen den FC Sevilla mit 4:1 (2:0) gewonnen. Für die Mannschaft war es der siebte Sieg im neunten Saisonspiel. Arda Güler stellte in der 30. Minute auf 1:0, Kylian Mbappé legte sieben Minuten später nach.
Nach der Pause wurde Mbappé nach Vorlage des Ex-Leipzigers Yan Diomande im Strafraum gefoult. Den Elfmeter verwandelte er in der 63. Minute selbst – per Panenka-Lupfer, also mit einem frechen Heber durch die Mitte. Sevilla verkürzte durch Manu Bueno in der 80. Minute auf 1:3. Nur zwei Minuten später traf Yan Diomande zum 4:1-Endstand.
Sechs Punkte hinter Barcelona
Trotz des klaren Erfolgs liegt Real Madrid weiterhin sechs Punkte hinter Tabellenführer FC Barcelona. Am Mittwoch um 21:00 Uhr wartet in der Champions League RB Leipzig. Trainer der Madrilenen ist José Mourinho.
Für Mbappé war der Abend einmal mehr eine kleine Bühne für seine ganze Palette: Tempo, Strafraumgefühl und ein bisschen Chuzpe beim Elfmeter. Angefangen hat seine Fußballgeschichte allerdings sehr früh. Mit fünf Jahren begann er bei der AS Bondy zu spielen. Von 2011 bis 2013 wurde er im Nachwuchsleistungszentrum INF Clairefontaine ausgebildet, anschließend wechselte er in die Jugendabteilung der AS Monaco.
Vom Monaco-Talent zum PSG-Rekordtorschützen
Sein Debüt für Monacos erste Mannschaft gab Mbappé am 2. Dezember 2015 beim 1:1 gegen SM Caen. Zuvor hatte er bereits für die zweite Mannschaft des Klubs in der viertklassigen Championnat de France Amateur gespielt. Acht Tage später kam er im Europa-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur zu seinem ersten Europapokaleinsatz.
Am 20. Februar 2016 erzielte er gegen ES Troyes AC sein erstes Ligator für Monaco. Mit 17 Jahren wurde er damit zum jüngsten Ligatorschützen der Vereinsgeschichte und löste Thierry Henry ab, der diesen Rekord 20 Jahre gehalten hatte. In der Saison 2016/17 bestritt Mbappé 29 Ligue-1-Spiele, davon 17 in der Startelf, und erzielte 15 Tore. Monaco gewann die französische Meisterschaft – erstmals seit 2000. In der Champions League ging es bis ins Halbfinale, dort war gegen Juventus Turin Schluss.
Am 31. August 2017 wechselte Mbappé zu Paris Saint-Germain. Weil PSG gleichzeitig Neymar für 222 Millionen Euro verpflichtete, wurde Mbappé zunächst bis zum Saisonende ausgeliehen. Danach besaß Paris eine Kaufoption über rund 160 Millionen Euro plus mögliche Bonuszahlungen von 20 Millionen Euro. Damit war Mbappé bis dahin der zweitteuerste Fußballspieler der Geschichte.
Bei seinem PSG-Debüt am 8. September 2017 traf er beim 5:1 gegen den FC Metz. Ende des Jahres erhielt er von Tuttosport den Golden Boy als bester U21-Spieler Europas. Mit Paris gewann er in seiner ersten Saison die französische Meisterschaft, den Pokal und den Ligapokal. Anfang Dezember 2018 folgte von France Football die Kopa-Trophäe als weltbester U21-Spieler.
2018/19 wurde Mbappé mit 33 Toren Torschützenkönig der Ligue 1 und gewann erneut die Meisterschaft. Am 5. Dezember 2020 erzielte er gegen HSC Montpellier sein 100. Pflichtspieltor für PSG – im 137. Einsatz. In der Saison 2019/20 erreichte Paris das Champions-League-Finale, verlor dort aber 0:1 gegen den FC Bayern München.
Im Mai 2022 verlängerte Mbappé seinen Vertrag bis 2024 und erhielt eine Option auf ein weiteres Jahr. Medienberichten zufolge wurde er dadurch zum bestbezahlten Fußballspieler der Welt; für die Vertragsunterschrift soll er ein Handgeld von über 100 Millionen Euro bekommen haben. Die Bedingungen sorgten bei europäischen Konkurrenten von PSG für Kritik. Am 4. März 2023 traf Mbappé gegen den FC Nantes zum 201. Mal für den Klub und löste Edinson Cavani als Rekordtorschützen von Paris ab. Die Champions League gewann PSG während Mbappés Zeit dort nicht. Den Titel holte der Verein erst 2025, nach seinem Weggang.
Der Schritt nach Madrid
Zur Saison 2024/25 wechselte Mbappé nach Vertragsende ablösefrei zu Real Madrid. Beim spanischen Meister und Champions-League-Sieger unterschrieb er bis zum 30. Juni 2029. Bei seiner Vorstellung im Estadio Santiago Bernabéu waren mehr als 80.000 Zuschauer dabei – eine Zahl, die ähnlich hoch war wie bei Cristiano Ronaldos Präsentation 2009.
International hatte Mbappé schon als Teenager Spuren hinterlassen. 2014 absolvierte er zwei Spiele für Frankreichs U17, 2016 elf für die U19. Mit der U19 wurde er 2016 Europameister. Im März 2017 berief ihn Frankreich erstmals in die A-Nationalmannschaft. Sein Debüt gab er am 25. März 2017 beim 3:1 gegen Luxemburg, mit 18 Jahren und 95 Tagen. Damit war er Frankreichs jüngster Nationalspieler seit dem Debüt von Maryan Wisnieski 62 Jahre zuvor. Drei Tage später stand er gegen Spanien erstmals in der Startelf.
Bei der Weltmeisterschaft 2018 erzielte Mbappé im Gruppenspiel gegen Peru das entscheidende 1:0 und wurde zum jüngsten französischen Spieler bei einer WM. Im Achtelfinale gegen Argentinien gelangen ihm zwei Tore beim 4:3. Frankreich wurde Weltmeister, Mbappé kam auf vier Turniertore, darunter eines beim 4:2 im Finale gegen Kroatien. Als erster Teenager seit Pelé 1958 traf er in einem WM-Finale und wurde als bester Nachwuchsspieler des Turniers ausgezeichnet.
Die Europameisterschaft 2021 endete für Frankreich im Achtelfinale gegen die Schweiz im Elfmeterschießen. Mbappé verschoss den entscheidenden Versuch. Beim 8:0 gegen Kasachstan am 13. November 2021 erzielte er dafür als erster französischer Nationalspieler seit etwa 63 Jahren vier Tore in einem Spiel.
Im WM-Finale 2022 gegen Argentinien erzielte Mbappé alle drei französischen Tore beim 3:3 nach Verlängerung und traf auch im Elfmeterschießen. Seit Geoff Hurst 1966 war er der erste Spieler mit drei Toren in einem WM-Finale. Mit insgesamt acht Turniertoren gewann er den Goldenen Schuh, Frankreich verlor die Partie allerdings im Elfmeterschießen.
Bei der Europameisterschaft 2024 erlitt Mbappé gegen Österreich einen Nasenbeinbruch. In den folgenden Spielen trug er eine Gesichtsmaske, erzielte ein Turniertor und schied mit Frankreich im Halbfinale gegen den späteren Europameister Spanien aus.
Bei der Weltmeisterschaft 2026 erzielte Mbappé in acht Spielen zehn Tore. Mit insgesamt 22 WM-Toren wurde er vor Lionel Messi zum Rekordtorschützen der Weltmeisterschaft. Nur Gerd Müller, Sándor Kocsis und Just Fontaine hatten bei einer einzelnen WM-Endrunde ebenso viele oder mehr Tore erzielt. Mbappé wurde zum zweiten Mal in Folge WM-Torschützenkönig – das war zuvor keinem Spieler mehrfach gelungen. Frankreich schied im Halbfinale gegen Spanien aus und verlor das Spiel um Platz drei gegen England.
Nun also Sevilla, Panenka und der nächste Champions-League-Abend in Madrid. Am Mittwoch um 21:00 Uhr gegen RB Leipzig wird sich zeigen, ob der Schwung aus dem 4:1 weiterträgt.
