Berliner Landespokal: Außenseiter fordern Favoriten in der dritten Hauptrunde heraus
Im Berliner Landespokal wird die dritte Hauptrunde ausgetragen. Den Auftakt macht am Freitagabend Hansa 07 gegen Croatia. Der Berlin-Ligist ist auf dem Papier leicht favorisiert, allerdings verlief Croatias Saisonstart bislang sehr schwach.
Am Samstag treffen Viktoria 89 und Blau-Weiß 90 aufeinander. Beide Berlin-Ligisten gelten als ambitioniert, suchen aber noch nach ihrer Form. Am Samstagabend kommt es außerdem zum kurzen Wegduell: Regionalligist BFC Preussen tritt beim rund drei Kilometer entfernten Landesligisten in Marienfelde an.
Viele Duelle zwischen Favoriten und Außenseitern
Am Sonntagmorgen empfängt Delay Sports die Spandauer Kickers. Delay Sports setzte sich in der vorherigen Runde gegen Fortuna Biesdorf durch. Später spielt Hertha 03 beim Bezirksliga-Spitzenreiter VfB Berlin. Hertha 03 gewann zuletzt zwei Oberliga-Spiele in Folge und überzeugte auch im Test gegen Hertha BSC.
Bezirksligisten unter sich: Buchholz trifft auf Sport-Union. Buchholz startete etwas besser und geht mit einem leichten Formvorteil in die Partie. Der Berlin-Ligist Staaken gastiert beim Landesligisten VfB Hermsdorf. Staaken sammelte bisher fünf Punkte, während Hermsdorf in den vergangenen drei Ligaspielen sieglos blieb.
Der Frohnauer SC tritt beim BSV an. Frohnau holte bisher drei Punkte und wartet noch auf den ersten Ligasieg. Der BSV gewann drei seiner fünf Landesligaspiele und steht auf Tabellenplatz fünf.
Für Spannung dürfte auch das Topspiel zwischen Tasmania und Altglienicke sorgen. Der Regionalliga-Aufsteiger Tasmania empfängt den Ligakonkurrenten, der zuletzt dreimal in Folge gewann. Tasmania holte aus den vergangenen fünf Spielen dagegen nur einen Punkt.
Oberligisten, Traditionsklubs und ein offenes Verfahren
Die Füchse empfangen im Willy-Kressmann-Stadion den Landesligisten Türkiyemspor. Nach dem Aufstieg in die Oberliga haben sich die Füchse etabliert und unter anderem Neustrelitz sowie Klosterfelde besiegt.
Noch nicht entschieden ist das Qualifikationsspiel zwischen Union-Südost und Horus, weil ein Sportgerichtsverfahren läuft. Der Sieger würde zunächst auf den SFC Veritas, danach auf Rudow und anschließend auf den SV Empor treffen. Empor bestreitet stattdessen ein Testspiel gegen Friedrichshagen.
Türkspor trifft auf Sparta Lichtenberg. Türkspor übernahm zuletzt die Tabellenführung in der Berlin-Liga. Sparta hat in der Oberliga nach sechs Spielen fünf Punkte und steht derzeit auf Platz 14.
TeBe spielt gegen den BFC. Bei TeBe liegt der Verein nach Unruhe im unteren Oberliga-Mittelfeld, der BFC belegt in der Regionalliga Nordost Platz vier. In Mariendorf treffen der TSV von 1897 und der FC Internationale aufeinander; das Ligaduell vor zwei Wochen gewann Mariendorf mit 2:0.
Oberligist Mahlsdorf ist beim Landesligisten FSV Berolina Stralau favorisiert. Stralau holte bisher drei Landesligapunkte. Der Berliner AK, Tabellenführer der NOFV-Oberliga Nord mit 14 Punkten, gastiert beim Bezirksligisten BSV Victoria Friedrichshain.
Ein Wettbewerb mit langem Gedächtnis
Wie weit die aktuelle Pokalrunde zurückreicht, zeigt ein Blick auf die Titelgeschichte. Tennis Borussia Berlin führt die Rangliste mit 17 Titeln an, sechs davon im Westteil Berlins und keinen im Ostteil. Die Siegerjahre sind 1931, 1949, 1951, 1963, 1964, 1965, 1973, 1985, 1993, 1995, 1996, 1998, 2000, 2002, 2005, 2006 und 2008.
Hertha BSC folgt mit 14 Titeln, ebenfalls sechs West- und null Osttiteln. Die Pokalsiege stammen aus den Jahren 1920, 1924, 1928, 1929, 1932, 1943, 1958, 1959, 1966, 1967, 1976, 1987, 1992 und 2004; drei Titel gewann die zweite Mannschaft.
Auf Rang drei steht der BFC Dynamo mit zwölf Titeln. Vier davon entfallen auf den Osten, keiner auf den Westen. Der Klub gewann 1968, 1969, 1973, 1984, 1999, 2011, 2013, 2015, 2017, 2018, 2021 und 2025. Zwei Titel holte die zweite, drei die dritte Mannschaft.
FC Viktoria 1889 Berlin kommt auf zehn Titel: ein Westtitel, kein Osttitel. Die Siegerjahre sind 1907, 1908, 1909, 1926, 1927, 1953, 2014, 2019, 2022 und 2024. Sechs dieser Erfolge werden dem Vorgängerverein BFC Viktoria 1889 beziehungsweise BTuFC Viktoria 89 zugerechnet.
Der 1. FC Union Berlin folgt mit acht Titeln, darunter drei im Ostteil und keiner im Westteil: 1947, 1948, 1970, 1974, 1985, 1994, 2007 und 2009. Drei Pokale gewann die zweite Mannschaft. SC Tasmania 1900 Berlin steht mit sieben Titeln auf Rang sechs. Die Erfolge fallen in die Jahre 1957, 1960, 1961, 1962, 1963, 1970 und 1971; ein Titel ging an die zweite Mannschaft.
Der Spandauer SV kommt auf fünf Titel aus den Jahren 1954, 1955, 1956, 1975 und 1978. SV Lichtenberg 47 gewann viermal, jeweils im Ostteil Berlins, und zwar 1960, 1965, 1966 und 1971. BFC Preussen ist mit drei Titeln aus den Jahren 1979, 1980, 1981 und 2016 geführt.
Die Angaben zu West- und Osttiteln beziehen sich auf Wettbewerbe, die zwischen 1950 und 1991 in den jeweiligen Teilen Berlins ausgetragen wurden. In der laufenden Runde geht es nun wieder um kürzere Wege, volle Plätze und diesen einen Abend, an dem ein Bezirksligist plötzlich merkt, dass der Favorit nervös wird.
Stand: 1.10.2026, FU Berlin.
