Am Mittwoch, 18. November 2026, dreht sich an der Universität Konstanz alles um Bäume – und um die Frage, was sie über Umwelt, Gesundheit und Stadtleben verraten. Der Vortrag „Knowing Trees: Epistemologies of Environment and Health“ beginnt um 17:30 Uhr und endet um 19:00 Uhr. Veranstaltungsort ist die Bischofsvilla; zugleich kann man online teilnehmen.

Zu Gast ist Prof. Dr.-Ing. Sonja Dümpelmann von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Prof. Dr. Achim Landwehr übernimmt die Moderation. Der Vortrag gehört zur Reihe „New Directions in Cultural Inquiry“. Wer digital dabei sein möchte, nutzt Zoom mit der Meeting-ID 915 3170 7702.

Bäume als Zeugen von Krankheit und Hitze

Dümpelmann untersucht die Rolle von Bäumen in medizinischen Topografien tödlicher Fieber im 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie bei der Dokumentation des städtischen Wärmeinsel-Effekts. Bäume erscheinen dabei als unbeabsichtigte, aber auch gezielt eingesetzte Mittel, um die Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt besser zu verstehen.

Das Interesse an nutzbarem Wissen über Bäume und ihre Auswirkungen auf menschliche Gesundheit und Wohlbefinden hing mit Urbanisierung, kolonialer Expansion und Geopolitik zusammen. Zugleich prägten Überlegungen zum Bevölkerungswachstum und zur zunehmenden Geschwindigkeit menschlicher Besiedlung die Entwicklung dieses Wissens – und stießen sie teilweise überhaupt erst an.

Frühe Vorstellungen über Bäume waren nicht ausschließlich wissenschaftlich. Sie konnten phänomenologisch, mythisch, hypothetisch und vorwissenschaftlich sein. Trotzdem beeinflussten sie die Ideen früher Planungsfachleute zur Gestaltung der gebauten Umwelt. Die Parks und von Bäumen gesäumten Straßen heutiger Städte gehen deshalb auf ein Gemisch aus mythischen und wissenschaftlichen Vorstellungen des 19. und 20. Jahrhunderts über den Zusammenhang von Bäumen und menschlichem Wohlbefinden zurück.

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Dazu kamen kulturelle Paradigmen, ästhetische Moden und politische Ideologien. Stadtplanung war also nie bloß eine Frage von Wegen, Flächen und Schatten – manchmal steckte darin auch ein ziemlich großes Weltbild.

Was medizinische Topografien sichtbar machen

Eine passende Ergänzung liefert die Studie Medizinische Topographien, städtebauliche Entwicklungen und die Gesundheit der Einwohner urbaner Räume im 18. und 19. Jahrhundert von Tanja Zwingelberg. Medizinische Topografien beschreiben urbane Lebensräume, natürliche Gegebenheiten, häufige Krankheiten, Lebensweisen und den Gesundheitszustand der Bevölkerung.

Mediziner dokumentierten darin Umweltbedingungen, benannten Missstände und formulierten Empfehlungen, mit denen sich die gesundheitliche Situation verbessern lassen sollte. Die Studie fragt, ob und wie solche Empfehlungen in städtebauliche Entwicklungen und gesundheitspolitische Maßnahmen einflossen.

Im Mittelpunkt stehen Berlin und Hamburg, für die aussagekräftige medizinische Topografien vorliegen. Beide Städte wuchsen im Untersuchungszeitraum von 1750 bis 1850 stark – flächenmäßig und bei der Bevölkerung. Das zwang die Stadtplanung zu neuen Überlegungen. Die Arbeit verbindet Geographie, Stadtgeschichte, Urbanisierungsforschung und Medizingeschichte und ist umweltgeschichtlich ausgerichtet.

Details zur Studie

Die deutschsprachige Studie erschien am 24. April 2013 in Göttingen, dem Erscheinungs- und Promotionsort, als 1. Auflage. Sie umfasst 324 Seiten, liegt im Format A5 vor und gehört zum Fachbereich Geschichtswissenschaften.

Die ISBN-13 der Printausgabe lautet 9783954043927, jene des E-Books 9783736943926. Als Schlagwörter werden Umweltgeschichte, Stadtgeschichte, Berlin, Hamburg, medizinische Topographien, Städtebau, Geschichte der Neuzeit, Orts- und Landesgeschichte sowie Regionalgeschichte genannt.

Der bereitgestellte Text aus einer weiteren Quelle enthält keine lesbaren Nachrichteninhalte, sondern fragmentierte PDF-/JPEG-2000-Binärdaten. Für den Konstanzer Vortrag bleiben damit die lesbaren Informationen der Veranstaltungsankündigung und der Studie der eigentliche Anhaltspunkt.

Fragen zur Veranstaltung beantwortet das Zentrum für kulturwissenschaftliche Forschung unter service.zkf@uni-konstanz.de. Am 1.10.2026 ist also noch etwas Zeit, den Zoom-Link herauszusuchen – oder den Weg zur Bischofsvilla einzuplanen.