Bonn leuchtet: Lichtkunst, Mapping und Musik verwandeln die Innenstadt in ein Festivalgelände
Heute, am 6. November 2026, beginnt in der Bonner Innenstadt „Bonn leuchtet“. Bis Sonntag, 8. November, verwandeln Lichtinstallationen, Marktstände und Musik das Gebiet rund um Uni Bonn, Markt, Münsterplatz, Friedensplatz und Kaiserplatz in ein abendliches Festivalgelände. Der Eintritt ist kostenlos, Tickets sind nicht erforderlich.
Sobald es dunkel wird, gehen die Installationen an – an allen drei Abenden bis 22 Uhr. Anfang November sinkt die Sonne in Bonn gegen 17 Uhr; ab etwa 17:30 Uhr kommen die Farben stärker zur Geltung. Angestrahlt werden unter anderem das Alte Rathaus, das Bonner Münster, der Friedensplatz und weitere Gebäude und Plätze. Auch zahlreiche Schaufenster lokaler Geschäfte sind illuminiert und herbstlich dekoriert.
Licht, Ton und ein Chor am Alten Rathaus
Das zentrale Ereignis findet am Markt statt: Am Freitag startet dort um 19 Uhr das Projektionsmapping am Alten Rathaus. Licht und Ton legen sich auf das historische Rokokogebäude, das als „gute Stube“ Bonns gilt und unter anderem Repräsentationsräume für Trauungen beherbergt. Zum Auftakt singt der inklusive Chor „all inclusiv“ des Therapiezentrums Bonn. Möglich gemacht wird das Mapping durch die Sparkasse KölnBonn anlässlich ihres 200-jährigen Bestehens.
Insgesamt gibt es 25 Lichtorte. Auf dem Markt stehen neben dem Rathaus auch der Obelisk und am Wochenende zwei beleuchtete historische Busse des Historischen Vereins SWB. Besichtigen darf man die Fahrzeuge, sogar ein Aufenthalt am Steuer ist möglich. Am Münsterplatz leuchten das Bonner Münster, die Köpfe von Cassius und Florentius, der Martinsbrunnen, der Kreuzgang und die Fläche der Sparkasse KölnBonn. Die Bronzestatue Ludwig van Beethovens auf dem Münsterplatz – das markanteste Bonner Beethoven-Denkmal – bekommt dabei Gesellschaft von weiteren Lichtpunkten; bei Kröber Hören und Sehen steht am Friedensplatz eine Beethovenfigur.
Auch abseits der großen Plätze lohnt sich ein kleiner Umweg. In der Vivatsgasse und am Bottlerplatz werden das mittelalterliche Sterntor, ein beleuchteter Bachlauf und Bäume in Szene gesetzt. Das Tor erinnert an die Bonner Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert. Am Remigiusplatz, Am Hof und am Kaiserplatz warten ein Lichttunnel sowie die Türme der Universität und der Kreuzkirche. Weitere Stationen sind beleuchtete Bäume in Fürsten-, Post- und Windeckstraße, Tee Geschwendner, der Drei-Grazien-Brunnen, das Haus der Bildung am Mülheimer Platz und die Fassade der Namen-Jesu-Kirche in der Bonngasse. Verwendet werden ausschließlich LED-Strahler und Ökostrom.
Tanzen, Segnen, Schaufenster schauen
Am Samstag, 7. November, wird von 17:30 bis 19:30 Uhr an mehreren Stationen getanzt. Thomas Zimmermann von „bonntanzt“ lädt zum gemeinsamen Mitmachen ein, das Finale steigt am Sterntor. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Das gilt auch für den ökumenischen Segnungsgottesdienst am Sonntag, 8. November, um 17:30 Uhr am Sterntor. Pfarrer Erik Nestler begleitet ihn am Saxophon. Dazu spielt eine Sambaband in der Innenstadt, außerdem wird die Winterbeleuchtung an den Stadttoren eingeschaltet.
Auf dem Münsterplatz steht ein Veranstaltungscontainer der Sparkasse KölnBonn mit Mitmach- und Unterhaltungsangeboten. Zwischen den Programmpunkten bleibt Zeit für einen Bummel durch die Geschäfte – und für etwas Warmes in der Hand. Der Foodmarkt verteilt sich an allen drei Tagen auf Markt, Münsterplatz und Friedensplatz. Dort warten mehr als 40 Stände mit internationalen Spezialitäten, herzhaften Speisen und Süßigkeiten; angekündigt sind lokale und internationale Häppchen, Speisen und Getränke. Es riecht vermutlich nach allem gleichzeitig: Gewürzen, Gebäck, gebratenem Essen.
Am Sonntag, 8. November, öffnen die Geschäfte der Bonner Innenstadt von 13 bis 18 Uhr zum verkaufsoffenen Sonntag. Das Gebiet wird unter anderem durch Belderberg, Franziskanerstraße, Am Hof, Kaiserplatz, Hauptbahnhof, Berliner Platz, Oxfordstraße und Bertha-von-Suttner-Platz begrenzt.
Hinkommen, herumkommen, kurz durchatmen
Das Festivalgebiet liegt wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof sowie von der Haltestelle Universität/Markt entfernt. Nahe liegen außerdem Stadthaus und Friedensplatz. Parkhäuser gibt es unter anderem am Münsterplatz und Friedensplatz, wobei es wegen des verkaufsoffenen Sonntags voll werden kann. Direkt auf dem Münsterplatz ist kein Parken möglich; bei Großveranstaltungen sind Sperrungen möglich.
Die Plätze sind überwiegend eben. Kopfsteinpflaster und dichtes Besucheraufkommen können das Durchkommen trotzdem erschweren, dazu kommen temporäre Bühnen, Absperrungen und Kabelbrücken. Ein behindertengerechtes WC befindet sich im Pavillon Midi. Fragen beantwortet city-marketing bonn unter 0228 9637466 oder per E-Mail an [email protected].
Veranstalter ist das city-marketing bonn e. V.; unterstützt wird das Festival von lokalen Unternehmen und Institutionen. „Bonn leuchtet“ findet seit mehreren Jahren im Bonner Herbst statt. 2022 wurde wegen der Energiekrise auf Gebäudebeleuchtung verzichtet, seit 2023 werden die Wahrzeichen wieder angestrahlt.
Mehr als ein beleuchtetes Wochenende
Wer zwischen Mapping und Foodmarkt noch Zeit hat, steht mitten in einer Stadt mit über 2.000-jähriger Geschichte. Bonn bietet neben zahlreichen Museen viele weitere Sehenswürdigkeiten. Das Beethoven-Haus, das Geburtshaus Ludwig van Beethovens, beherbergt die weltweit größte Beethoven-Sammlung und ist ein Publikumsmagnet. Die Godesburg überragt das Rheintal; erhalten ist heute vor allem der 39 Meter hohe Bergfried. Und unter der römischen Geschichte liegt der niedergermanische Limes: Das Legionslager „Castra Bonnensia“ war Teil dieses Grenzabschnitts des Römischen Reiches, der seit 2021 UNESCO-Welterbestätte ist.
Auch das politische Bonn ist sichtbar geblieben. Die Stadt war rund 50 Jahre Regierungssitz und 40 Jahre Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland; das frühere Parlaments- und Regierungsviertel umfasst zahlreiche historische Bauten. Dazu kommen Kirchen mit architektonischer und kulturhistorischer Bedeutung, historische Friedhöfe mit künstlerisch wertvollen Grabmalen und altem Baumbestand sowie Themen wie Bad Godesberg, Beuel und Hardtberg.
Für viele dieser Wege gibt es die Bonn Regio Welcome Card. Sie bietet freien Eintritt in viele Museen, Vergünstigungen für Sehenswürdigkeiten sowie Freizeit- und Wellnessangebote und ermöglicht die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu den teilnehmenden Attraktionen. Erhältlich ist sie bei der Bonn-Information und in vielen Hotels, außerdem kann sie online bestellt werden. Wer lieber draußen bleibt, findet Kunst im öffentlichen Raum, den Weg vom kurfürstlichen Schloss zum Uni-Hauptgebäude, das Poppelsdorfer Schloss, Parks und Gärten, die Freizeitpark Rheinaue oder – zur passenden Jahreszeit – die Kirschblüte.
