DGB-Aktionstag in Saarbrücken: 4.000 Menschen fordern sichere Arbeit und eine verlässliche Rente
Am Samstag, 26. September 2026, wird es in Saarbrücken laut und voll: Rund 4.000 Menschen werden zum bundesweiten DGB-Aktionstag erwartet. Das Motto lautet: „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ Die Demonstration beginnt um 11 Uhr im Bürgerpark.
DGB und Mitgliedsgewerkschaften werben für einen starken Sozialstaat, sichere Arbeitsplätze, bessere und faire Arbeitsbedingungen, eine verlässliche Rente und eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung. Auch der Schutz von Arbeitnehmerrechten steht im Mittelpunkt. Statt Leistungskürzungen fordert der Gewerkschaftsbund Reformen zur Stärkung des Sozialstaats.
Demonstrationszug führt bis zum Schloss
Vom Bürgerpark zieht die Versammlung über die Hafenstraße, Viktoriastraße, Luisenbrücke, Eisenbahnstraße und Vorstadtstraße zum Saarbrücker Schloss. Dort ist ab etwa 12 Uhr die Abschlusskundgebung vorgesehen. Die Polizei hat die Versammlung von 11 bis 15 Uhr angemeldet.
Als Redner ist unter anderem Ralf Reinstädtler angekündigt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Der DGB begründet den Aktionstag mit der Bedeutung sozialer Sicherheit und guter Arbeitsbedingungen. Soziale Absicherung, heißt es, sei über Jahrzehnte von Beschäftigten mitfinanziert und gewerkschaftlich erkämpft worden.
Bundesweit sind Aktionen in 15 Großstädten geplant. Weitere Demonstrationen und Kundgebungen finden am 26. September in Berlin, Bremen, Erfurt, Essen, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Hamburg, Hannover, Kiel, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg, Rostock und Stuttgart statt. Für Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz werden kostenlose Busanreisen aus mehreren Regionen organisiert.
Was der DGB konkret fordert
Die Beschäftigten fordern die Sicherung von Löhnen, Arbeitnehmerrechten und Sozialstaat. Als nicht verhandelbare Ziele nennt die Kampagne gute und sichere Arbeitsplätze, bestmögliche Gesundheitsversorgung und ein verlässliches Alterseinkommen. Ein starker Sozialstaat soll in Zeiten des Wandels und bei Arbeitsplatzunsicherheit Sicherheit schaffen.
Politik und Arbeitgeber werden aufgefordert, den Beschäftigten und ihrer Rolle bei der Schaffung von Wohlstand zu vertrauen. Dahinter steht die Forderung nach einer Wachstumsagenda für Deutschland und Europa: mehr Innovationen, weniger Abhängigkeiten und mehr Investitionen. Kürzungen sozialer Leistungen und Einschränkungen von Arbeitsrechten lehnen die Initiatoren ab.
Für Arbeitsplätze und Standorte verlangt der DGB eine aktive Industrie-, Dienstleistungs-, Handwerks- und Innovationspolitik. Die Infrastruktur soll durch höhere Steuern auf große Vermögen zukunftsfähig ausgebaut werden. Bei der Arbeit selbst soll das Arbeitszeitgesetz unverändert bleiben; sachgrundlose Befristungen und Kettenverträge sollen abgeschafft werden. Eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag wird abgelehnt.
Auch die Gesundheitsversorgung und Pflege spielen eine große Rolle. Die Finanzierung soll gerecht gestaltet werden, sodass alle ihren Beitrag leisten. Tarifliche Bezahlung in der Pflege soll vollständig refinanziert werden, außerdem fordert die Kampagne eine flächendeckende Gesundheitsversorgung.
Bei der Rente geht es um eine abschlagsfreie Rente für langjährig Versicherte und um eine „Blockaltersteilzeit“. Nach 45 Versicherungsjahren soll der Renteneintritt ohne Abschläge möglich sein. Das Renteneintrittsalter soll so gestaltet werden, dass Beschäftigte es gesund erreichen können. Betriebsrenten sollen gut und fair finanziert werden und allen offenstehen.
Behinderungen im Verkehr erwartet
Während des Demonstrationszugs sind vorübergehende Sperrungen und Verkehrsbehinderungen zu erwarten. Betroffen sein können vor allem die genannten Straßen sowie der Bereich rund um das Saarbrücker Schloss. Autofahrer müssen mit Verzögerungen und möglichen Umleitungen rechnen; auch der Busverkehr kann kurzfristig beeinträchtigt werden.
Verkehrsteilnehmer sollen den Bereich möglichst weiträumig umfahren, zusätzliche Zeit einplanen und aktuelle Hinweise von Stadt und Polizei beachten. Wer am Samstag in Richtung Innenstadt unterwegs ist, sollte also lieber nicht auf die letzte Minute losfahren. Rund um den Zug kann es eng werden – und vermutlich auch ziemlich wuselig.
Kampagne setzt auf Beteiligung
Die Beschäftigten fordern einen respektvollen Umgang und wenden sich gegen Misstrauen und Beschimpfungen. Die Kampagne wirbt für Reformen, die Deutschland gerechter machen sollen. Unterstützer werden aufgefordert, Termine im Betrieb und in sozialen Netzwerken zu verbreiten, Kolleginnen und Kollegen zu informieren, einer Gewerkschaft beizutreten sowie den sozialen Medien und dem Newsletter zu folgen.
Die Website des DGB soll fortlaufend aktualisiert werden. Weitere Informationen zu Treffpunkten, Programm und Rednern sollen folgen. Für Studierende an der Universität des Saarlandes ist der Aktionstag damit auch ein Stück Alltagspolitik zum Anfassen: Fragen nach dem ersten Job, befristeten Verträgen, Krankenversicherung und der eigenen Rente liegen schließlich näher, als man morgens in der Mensa vielleicht denkt.
