Das Streben nach den Geheimnissen des Lebens im Universum erhält mit der Einrichtung eines neuen Sonderforschungsbereichs (SFB) sowie einer bedeutenden finanziellen Förderung einen frischen Antrieb. Am 18. Mai 2026 wurde bekannt gegeben, dass ein interdisziplinäres Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Lena Noack von der Freien Universität Berlin tiefgehende Einblicke in die Grundlagen der Entstehung und Entwicklung von Leben im All gewinnen will.
Förderung und Zielsetzung des SFB 1759
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den neuen SFB 1759 mit über 12 Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren ausgestattet. Das Hauptziel dieses Forschungsprojekts, das die spannende Bezeichnung „Habitability as a fundamental planetary process“ trägt, besteht darin, die Habitabilität als physiko-geochemischen Prozess zu untersuchen. Interessanterweise geht es dabei nicht nur um erdähnliche Lebensräume, sondern um generelle Rahmenbedingungen, die Leben ermöglichen könnten. Zu den 16 wissenschaftlichen Teilprojekten zählen Kooperationen mit renommierten Institutionen wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der Technischen Universität Berlin, der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Wien.
Das Leitungsteam umfasst neben Prof. Noack auch Prof. Dr. Frank Postberg, der auf Planetologie spezialisiert ist, sowie Prof. Dr. Steffi Pohl, deren Expertise in der Psychologie liegt. Ein weiteres Gesicht des SFB 1759 ist die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen zu Weltraummissionen und potenziellen menschlichen Außenposten auf anderen Planeten. Damit wird eine umfassende Perspektive eingenommen, die die wissenschaftlichen Bemühungen in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext stellt.
Internationale Kooperationen und langfristige Perspektiven
Ein weiterer Aspekt der DFG-Förderung ist die Unterstützung internationaler Kooperationen. So ermöglicht das SFB-Programm den Aufbau von Netzwerken mit Wissenschaftlern im Ausland, was die internationale Konkurrenzfähigkeit und Attraktivität der Projekte steigern soll. Die DFG stellt hierfür Mittel für Reisen, Kolloquien und Gastwissenschaftler bereit. Dabei sind die Voraussetzungen für eine Integration in das Gesamtkonzept die wissenschaftliche Exzellenz der Vorhaben sowie deren thematische Einbindung.
Die langfristige Perspektive des SFB ermöglicht eine Laufzeit von bis zu zwölf Jahren, was den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erlaubt, anspruchsvolle und innovative Forschungsvorhaben zu bearbeiten. Im Kontext der Sonderforschungsbereiche (SFB) wird nicht nur die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert, sondern auch der wissenschaftliche Nachwuchs an den beteiligten Institutionen unterstützt. Dies geschieht durch die gezielte Konzentration von Ressourcen und Personen an den antragstellenden Hochschulen, was einen fruchtbaren Boden für neue Ideen schafft.
Mit der Einrichtung des SFB 1759 stellt die DFG einmal mehr ihr Engagement für die Entwicklung wissenschaftlicher Schwerpunkte und Strukturen unter Beweis. Es bleibt abzuwarten, welche neuen Erkenntnisse diese intensive Forschungsanstrengung hervorrufen wird.
Für weitere Informationen zu den SFB und den Rahmenbedingungen des Förderprogramms bietet die DFG umfassende Einblicke.