Greifswald verbindet Inklusion, Virtual Reality und internationale Hochschullehre im Erasmus+-Programm
In Greifswald geht es bald um die Frage, wie Hochschullehre inklusiver und zugleich zeitgemäßer werden kann. Vom 3. November bis 4. Dezember 2026 veranstalten die Universität Greifswald, die Politechnika Opolska und das Instituto Politécnico de Tomar das Blended Intensive Programme (BIP) „European Dialogue on Inclusion and University Didactics“.
Los geht es online: Vom 3. bis 17. November findet jeden Dienstag eine von den beteiligten Hochschulen organisierte Blended Lecture statt. Die Universität Greifswald widmet sich dem Schwerpunkt „Inclusion in Education“. Welche Inhalte Opole und Tomar übernehmen, steht noch nicht fest. Ein kleiner organisatorischer Wermutstropfen, aber bei einem internationalen Programm ist offenbar nicht jede Folie schon Wochen vorher in Stein gemeißelt.
Vorträge, Workshops und virtuelle Lehrwelten
Die Präsenzphase folgt vom 30. November bis 4. Dezember 2026 in Greifswald. Geplant sind Vorträge und Workshops zu moderner Hochschulbildung sowie zu guten Praxisbeispielen für Inklusion. Ein Workshop beschäftigt sich mit aktions- und erfahrungsorientiertem Lernen. Außerdem geht es um den Einsatz von Virtual Reality und Modellierung in der Hochschullehre – also um Lehrsituationen, in denen nicht nur zugehört, sondern ausprobiert, gebaut und möglicherweise auch einmal virtuell die Orientierung verloren wird.
Teilnehmen können Lehrende und Beschäftigte der beteiligten Hochschulen ebenso wie Mitarbeitende anderer interessierter Hochschulen. Auch Beschäftigte weiterer KreativEU-Partner sind willkommen. Das Ziel: Hochschullehre soll besser mit aktuellen Anforderungen umgehen können, vor allem mit der Inklusion von Studierenden und mit innovativen Lehransätzen. Das BIP soll dabei zur Professionalisierung von Mentorinnen, Mentoren und Lehrenden beitragen.
Die Mobilität muss als BIP über Erasmus+ finanziert werden. Anmeldeschluss ist der 16. Oktober 2026. Weitere Informationen und die Anmeldung stehen unter www.uni-greifswald.de/aktuell sowie www.uni-greifswald.de/veranstaltungen.
Ein anderes BIP: Stadtaufbau in Zielona Góra
Wie breit das Format angelegt sein kann, zeigt ein weiteres interdisziplinäres BIP: Dort steht der Aufbau einer zerstörten Stadt im Mittelpunkt. Beteiligt sind unter anderem Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik, Logistik, Stadt- und Infrastrukturplanung sowie soziale und ökologische Disziplinen. Weitere Fachrichtungen kommen hinzu. Die Präsenzphase 2026 findet vom 21. bis 25. September in Zielona Góra in Polen statt, Gastgeberin ist die University of Zielona Góra.
Der virtuelle Teil läuft bereits am 31. August 2026 von 16:00–17:30 Uhr sowie am 1. und 2. September 2026, jeweils von 16:00–17:30 Uhr. Wer Online- und Präsenzphase erfolgreich absolviert, erhält 5 ECTS. Voraussetzung sind mindestens 100 ECTS zum Zeitpunkt der Teilnahme. Weitere Informationen zu Bewerbung und Inhalten gibt es auf der Homepage des Fachbereichs WI. Inhaltliche Fragen beantwortet Lena Oestreich; Fragen zur Bewerbung und Erasmus+-Förderung können per E-Mail gestellt werden. Die Bewerbungsfrist ist noch nicht bekannt, die Bewerbung erfolgt per E-Mail.
Was hinter dem Format steckt
Blended Intensive Programmes sind Bestandteil der Erasmus+-Programme 2021–2027. Sie verbinden einen kurzfristigen physischen Aufenthalt an einer teilnehmenden Hochschule mit kooperativem virtuellem Lernen – vor, während oder nach der Reise. Dadurch entstehen internationale Lehrveranstaltungen, ohne dass gleich ein ganzes Semester im Ausland verbracht werden muss.
Für ein BIP müssen mindestens drei Hochschulen aus drei verschiedenen Erasmus+-Programmländern beteiligt sein. Der physische Aufenthalt dauert zwischen 5 und 30 Tagen, für die virtuelle Lernphase gibt es keine vorgeschriebene Mindestdauer. Außerdem müssen mindestens zehn mobile Studierende teilnehmen. Ihre Heimathochschule muss mindestens drei ECTS-Punkte anerkennen. Das Programm kann in einen bestehenden Studiengang integriert oder als eigenständiges Angebot organisiert werden.
Finanziell erhält die Gasthochschule Unterstützung für Organisation und Durchführung. Mobile Studierende bekommen Erasmus+-Förderung: 79 € pro Tag für die ersten 14 Tage, danach 56 € pro Tag für die Tage 15 bis 30. Zusätzliche Zuschüsse sind unter anderem für umweltfreundliches Reisen sowie für Studierende mit chronischen Erkrankungen, mit mitreisendem Kind oder Beschäftigung möglich. Mobile Lehrende werden über das Erasmus+-Programm für Personalmobilität gefördert.
Das International Office der HTW Berlin unterstützt bei der Durchführung eines BIP an der HTW Berlin oder an einer Partnerhochschule. Ansprechpartnerin für die Projektkoordination COIL & BIP und die Projektleitung der European University Alliance EUonAIR ist M.A. Sarah Marx. Sie ist unter +49 30 5019-2765 und per E-Mail an Sarah.Marx@HTW-Berlin.de erreichbar. Verlinkt sind außerdem die DAAD-Förderung für Studierende in BIPs, Informationen zur BIP-Förderung für Lehrende und die Erasmus+ Student Charter.
