Heute, am 24.09.2026, ist Jürgen Klopp beruflich nach Frankfurt zurückgekehrt. Seit Juli arbeitet der 59-Jährige als neuer Bundestrainer in der Stadt, in der der Deutsche Fußball-Bund seine Zentrale hat. Für Klopp ist das mehr als nur ein neuer Arbeitsplatz: In den 1990er-Jahren studierte er an der Goethe-Universität Sportwissenschaften – und hatte dort, wie er rückblickend erzählt, zunächst riesige Probleme.

Damals spielte Klopp parallel beim FSV Mainz 05 in der Zweiten Bundesliga. Dort lernte er einige seiner bis heute engsten Freunde kennen. Sein Studium bezeichnete er später als „sehr schöne“ und prägende Lebensphase. Seinen beruflichen Weg habe er zu dieser Zeit noch nicht genau gekannt. In der Cafeteria verbrachte er nach eigener Aussage fast mehr Zeit als in anderen Universitätsräumen.

Schwimmen, Reck und Weichbodenmatte

Im Schwimmen fiel Klopp bei der Prüfung zunächst durch. Im zweiten Versuch klappte es dann. Auch das Turnen machte ihm zu schaffen: Der Reck sei nicht seine Disziplin gewesen, Geräteturnen ließ er schließlich aus. Beim Stabhochsprung tat er sich wegen seiner Körpergröße schwer. Theoretische Inhalte lagen ihm deutlich mehr.

An Sommertagen lag er mit acht oder neun Kommilitonen auf einer Weichbodenmatte an der Hochsprunganlage. Der Plan war wohl, dort zu lernen. Stattdessen schliefen sie ein. Hitze, Matte, ein langer Studientag – viel mehr braucht es manchmal nicht.

1995 schloss Klopp sein Diplom in Sportwissenschaften ab. Parallel spielte er weiter für Mainz 05 und übernahm bereits Aufgaben, die mit seiner späteren Trainerarbeit zu tun hatten. Sein früherer Dozent Dietmar Schmidtbleicher beschrieb ihn als engagierten Studenten, der klarere berufliche Vorstellungen gehabt habe als viele seiner Kommilitonen.

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Klopp interessierte sich besonders für Trainings- und Bewegungswissenschaften: für die Verbesserung von Bewegungsabläufen, das Training von Ausdauer und Kraft sowie die Förderung von Spielern mit Koordinationsproblemen. Außerdem arbeitete er in einer Forschungsgruppe zu Kreuzbandverletzungen und Rehabilitation mit. Schmidtbleicher zufolge war Klopp stark auf Fußball fokussiert und wusste stets genau, was er wollte.

Bei einer mündlichen Prüfung soll Klopp auf eine schwierige Frage gesagt haben: „Fragen Sie mich doch lieber etwas, das ich weiß.“ Die anfänglichen Misserfolge überwand er. Später wurde er deutscher Bundestrainer und gewann unter anderem mit dem FC Liverpool die Champions League.

Vom Spieler zum Trainer in Mainz

Am 27. Februar 2001 wurde der noch aktive Mainz-05-Spieler nach der Entlassung von Eckhard Krautzun zum Interimstrainer ernannt. Eine Trainerlizenz besaß Klopp zunächst nicht. Dafür hatte er Sportwissenschaft studiert und sich intensiv mit Taktik und Trainingslehre beschäftigt. Sein erstes Spiel gewann Mainz am 28. Februar 2001 mit 1:0 gegen den MSV Duisburg.

Sechs der ersten sieben Ligaspiele unter Klopp gingen an Mainz. Als Tabellen-14. schaffte der Verein den Klassenerhalt. Klopp blieb Cheftrainer und machte Željko Buvač zu seinem Assistenten.

2001/02 wurde Mainz überraschend Herbstmeister, verpasste den Aufstieg aber am letzten Spieltag durch eine 1:3-Niederlage bei Union Berlin. Auch 2002/03 wurde Mainz Tabellenvierter. Der Bundesliga-Aufstieg scheiterte jeweils knapp: 2001/02 fehlte ein Punkt, 2002/03 war die Tordifferenz um ein Tor schlechter.

In der Saison 2003/04 gelang Mainz 05 erstmals der Aufstieg in die Bundesliga. Danach holte Klopp an der Sporthochschule Köln die Fußballlehrer-Lizenz nach. Mainz belegte 2004/05 und 2005/06 jeweils den elften Bundesliga-Platz. Über die UEFA-Fair-Play-Wertung qualifizierte sich der Verein für den UEFA-Pokal 2005/06.

Gegen FK Mika Aschtarak gewann Mainz 4:0 und spielte 0:0. Gegen ÍB Keflavík folgten zwei 2:0-Siege. In der ersten Runde war dann gegen den späteren Sieger FC Sevilla Schluss: 0:0 und 0:2. 2006/07 stieg Mainz als Tabellen-16. wieder in die 2. Bundesliga ab. Nach dem knapp verpassten Wiederaufstieg 2007/08 endete Klopps Tätigkeit in Mainz am 30. Juni 2008.

Dortmund, Liverpool und die großen Nächte

Ab dem 1. Juli 2008 trainierte Klopp Borussia Dortmund als Nachfolger von Thomas Doll. 2008/09 erreichte Dortmund den sechsten Platz, 2009/10 wurde der BVB Fünfter und qualifizierte sich für die Europa League.

2010/11 und 2011/12 gewann Dortmund unter Klopp die deutsche Meisterschaft. 2012 stellte der Verein mit 81 Punkten einen Bundesliga-Rekord auf und besiegte Bayern München im DFB-Pokal mit 5:2. Dortmund gewann damit erstmals das Double. Im Champions-League-Finale 2012/13 verlor der BVB gegen Bayern München mit 1:2, 2013/14 folgte eine 0:2-Niederlage nach Verlängerung im DFB-Pokalfinale gegen denselben Gegner.

Klopps Vertrag wurde 2012 bis 2016 und 2013 bis 2018 verlängert. Nach einer schwachen Hinrunde 2014/15 vereinbarten Klopp und Dortmund im April 2015 die vorzeitige Beendigung der Zusammenarbeit. Sein letztes BVB-Spiel war das verlorene DFB-Pokalfinale am 30. Mai 2015 gegen den VfL Wolfsburg, das Dortmund mit 1:3 verlor. Die Saison beendete der Verein auf Platz sieben und qualifizierte sich für den internationalen Wettbewerb.

Am 8. Oktober 2015 übernahm Klopp den FC Liverpool vom entlassenen Brendan Rodgers. Seine langjährigen Mitarbeiter Željko Buvač und Peter Krawietz nahm er mit. 2015/16 wurde Liverpool Achter und verlor die Finals im Ligapokal gegen Manchester City sowie in der Europa League gegen den FC Sevilla.

2016/17 und 2017/18 wurde Liverpool jeweils Vierter. Das Champions-League-Finale 2017/18 ging gegen Real Madrid mit 1:3 verloren. 2018/19 wurde Liverpool mit 97 Punkten Vizemeister hinter Manchester City. Am 1. Juni 2019 gewann die Mannschaft unter Klopp die Champions League mit einem 2:0 gegen Tottenham Hotspur. Dazu kamen 2019 der UEFA Super Cup gegen Chelsea und erstmals die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft.

Die englische Meisterschaft folgte 2019/20. Die Entscheidung fiel am 31. Spieltag, sieben Spieltage vor Saisonende. Es war Liverpools erste Meisterschaft seit 1990 und der erste Titel in der Premier League. Am Ende standen 99 Punkte, 32 Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen. Klopp wurde anschließend zum FIFA-Welttrainer des Jahres und zum Premier-League-Trainer der Saison gewählt.

2020/21 wurde Liverpool Dritter und schied im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid aus. 2021/22 gewann die Mannschaft den Ligapokal und den FA Cup; beide Endspiele gegen Chelsea wurden im Elfmeterschießen entschieden. In der Liga wurde Liverpool Zweiter hinter Manchester City, im Champions-League-Finale verlor der Klub gegen Real Madrid mit 0:1. Im April 2022 verlängerte Klopp seinen Vertrag vorzeitig bis 2026.

2022/23 gewann Liverpool den englischen Supercup gegen Manchester City, wurde in der Liga aber nur Fünfter und verpasste damit erstmals seit 2016 die Champions-League-Qualifikation. In der Champions League schied Liverpool im Achtelfinale gegen Real Madrid aus.

Ende Januar 2024 kündigte Klopp seinen Abschied zum Saisonende an. Ihm fehle zunehmend die Energie für die Tätigkeit. Liverpool wurde 2023/24 Dritter hinter Manchester City und Arsenal. Der Gewinn des Ligapokals im Februar 2024 war Klopps achter und letzter Titel mit Liverpool. Im Sommer 2024 beendete er seine Tätigkeit beim FC Liverpool.

Vom Red-Bull-Netzwerk zurück zum DFB

Am 9. Oktober 2024 wurde bekannt, dass Klopp ab 1. Januar 2025 als „Head of Global Soccer“ für Red Bull arbeiten werde. Er war für das internationale Fußballnetzwerk des Konzerns, die Weiterentwicklung der Spielphilosophie sowie Scouting- und Trainerfragen zuständig. Betroffen waren unter anderem RB Leipzig, RB Salzburg, New York Red Bulls, RB Ōmiya Ardija und Red Bull Bragantino.