Mobile Handwerkerteams sollen Saarlands Bahnhöfe schneller reparieren
Am Bahnhof Saarlouis könnte es künftig schneller gehen, wenn eine Bank wackelt, eine Scheibe beschädigt ist oder andere Teile der Ausstattung kaputtgehen. Die Deutsche Bahn setzt im Saarland mobile Handwerkerteams ein. Sie fahren von Bahnhof zu Bahnhof und reparieren gezielt direkt vor Ort.
Bisher waren feste Stations- und Hausinspektoren jeweils für einzelne Bahnhöfe zuständig. Nun bündeln die mobilen Teams mehrere Aufträge und nehmen sich sowohl kleinerer Mängel als auch aufwändigerer Reparaturen an – etwa an kaputten Bänken, beschädigten Scheiben, Vitrinen oder anderer Ausstattung. Die Bahn will Schäden „schnell, sichtbar und gebündelt“ beseitigen.
Reparaturen auf Rädern
Der Einsatz im Saarland gehört zu einem Sofortprogramm der Deutschen Bahn für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen. Bundesweit werden dafür 44 mobile Handwerkerteams aufgebaut. Rund 200 neue Mitarbeitende sollen darin arbeiten. Sie ergänzen die bereits rund 400 Stations- und Hausinspektorinnen und -inspektoren der DB. Ein Pilotversuch hatte zuvor die Wirkung eines mobilen Teams getestet.
Für Reisende dürfte das vor allem dort auffallen, wo kleine Schäden sonst lange sichtbar bleiben: an Bahnsteigen, in Wartebereichen oder in den Durchgängen. Ein Handwerkerteam rollt an, erledigt mehrere Dinge auf einmal und fährt weiter. Kein großes Tamtam, eher pragmatische Reparaturarbeit mit Werkzeugkoffer und Zeitdruck.
Mehr als fünfzig Millionen Euro für Bahnhöfe
Die DB startet das Sofortprogramm 2026 und gibt dafür mehr als 50 Millionen Euro zusätzlich aus. Rund ein Viertel der Bahnhöfe in Deutschland soll profitieren. Neben Reparaturen geht es um Reinigung und Sicherheit.
An 30 stark frequentierten Bahnhöfen steigt das Reinigungsbudget durchschnittlich um 25 Prozent. Zusätzliche Teams arbeiten im Schichtsystem, mobile Reinigungskräfte sollen schneller auf Verschmutzungen reagieren. An mehr als 200 Bahnhöfen können Fahrgäste per WhatsApp eine Reinigung anfordern. Bahnsteige, Wartebereiche, Durchgänge und Gleise sollen rascher von Schmutz befreit werden. Erstmals kommen außerdem Verfahren zur Geruchsneutralisierung und zur Verbesserung des Geruchs durch Duft zum Einsatz.
Zum Programm gehören unter anderem Kiel, Lübeck, Hamburg, Hannover und Bremen sowie Berlin Hbf, Ostbahnhof, Zoologischer Garten, Gesundbrunnen, Ostkreuz, Friedrichstraße, Alexanderplatz, Lichtenberg, Neukölln und Warschauer Straße. Auch Köln, Köln Messe/Deutz, Düsseldorf, Essen, Duisburg, Frankfurt Hbf, Hauptwache, Konstablerwache, Mainz, Mannheim, Ulm, Heidelberg, München Hbf, Pasing und Laim sind genannt.
Frühjahrsputz von Berlin bis Saarlouis
Mehr als 1.400 Bahnhöfe erhalten 2026 einen Frühjahrsputz – im Vorjahr waren es 700. Viele der zusätzlichen Aktionen finden im ländlichen Raum statt. Gereinigt werden Bahnsteige, Treppen, Tunnel, Aufzugsschächte, Glasflächen, Bedienflächen, Mobiliar und Vitrinen. Auch Graffiti und Kaugummi kommen weg. Teilweise helfen Städte, Gemeinden oder Bahnhofsmieter mit.
Auf der Liste stehen unter anderem Berlin Hbf, Ostbahnhof, Südkreuz, Gesundbrunnen und Ostkreuz, Bitterfeld, Dillingen, Dresden Hbf, Düsseldorf Hbf, Eberswalde, Erfurt Hbf, Frankfurt Hbf, Greifswald, Hamburg Hbf, Hannover Hbf, Jena Paradies, München Hbf, Remagen, Reutlingen, Saarlouis, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart Hbf und Wiesbaden Hbf.
Mehr Kontrollgänge und Kameras
An 35 stark frequentierten Bahnhöfen verstärkt die DB die Kontrollgänge ihrer Sicherheitskräfte. Zusätzliche Kräfte sind unter anderem in Hamburg, Hannover, Bremen, Berlin Hbf, Ostbahnhof, Zoologischer Garten, Gesundbrunnen, Leipzig, Köln, Düsseldorf, Essen, Duisburg, Dortmund, Frankfurt Hbf, Mainz, Mannheim, Stuttgart, München Hbf, München-Pasing und Nürnberg vorgesehen.
Flexibel nach Bedarf bestreift wird außerdem unter anderem in Kiel, Lübeck, Berlin Ostkreuz, Friedrichstraße, Alexanderplatz, Lichtenberg, Neukölln und Warschauer Straße, an der Frankfurter Hauptwache und Konstablerwache, in Ulm, Heidelberg sowie in München-Laim, am Karlsplatz und am Marienplatz. Deutschlandweit sind rund 5.000 DB-Sicherheitskräfte rund um die Uhr an Bahnhöfen im Einsatz. Mitarbeitende mit Kundenkontakt sollen neue Ausrüstung wie Bodycams und Schrillalarme erhalten; an einigen Bahnhöfen können Service-Mitarbeitende bereits per App Unterstützung anfordern.
Zusätzlich zu den DB-Kräften sind knapp 6.000 Bundespolizistinnen und -polizisten an Bahnhöfen im Einsatz. An mehr als 100 Stationen gibt es Sicherheits- und Ordnungspartnerschaften, etwa mit Städten, Kommunen, Verkehrsunternehmen, angrenzenden Unternehmen oder Sozialträgern.
Deutschlandweit überwachen inzwischen 11.000 hochauflösende Kameras Bahnhöfe sowie Ein- und Ausstiegsbereiche. In den vergangenen fünf Jahren investierten DB, Bund und Bundespolizei rund 180 Millionen Euro in moderne Videotechnik. Große Bahnhöfe sind bereits ausgestattet, kleinere Stationen sollen schrittweise folgen. Am Uni Saarland bleibt damit vorerst vor allem die praktische Frage: Wann kommt das nächste mobile Team zum Bahnhof?
