Am 7. Oktober 2026 zeigt sich rund um die Uni Saarland ein vertrautes Bild: volle Busse, Fahrräder vor den Gebäuden und Studierende, die mit Kaffee in der Hand über den Campus eilen. Doch längst nicht alle, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Saarland erworben haben, beginnen ihr Studium auch hier. Rund vier von zehn Studienanfängern ziehen dafür über die Landesgrenze.

Im Wintersemester 2025/26 nahmen 60,1 Prozent ihr Studium im Saarland auf. Bundesweit blieben 69 Prozent der Studienanfänger in dem Bundesland, in dem sie ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben hatten. Das Saarland liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Rheinland-Pfalz ist das wichtigste Ziel

Wer das Saarland zum Studienbeginn verlässt, geht am häufigsten nach Rheinland-Pfalz: Rund 20 Prozent der saarländischen Studienanfänger wechselten dorthin. Baden-Württemberg folgt mit knapp sechs Prozent.

Wie stark die regionale Bindung ausfällt, unterscheidet sich bundesweit erheblich. Nordrhein-Westfalen kommt auf 82 Prozent und hat damit den höchsten Anteil. Als ein Grund gilt das vielfältige Studienangebot mit vielen Hochschulstandorten. In Rheinland-Pfalz bleiben dagegen knapp 48 Prozent im eigenen Bundesland. Weitere Studienanfänger aus Rheinland-Pfalz gingen nach Baden-Württemberg (16,9 Prozent), Nordrhein-Westfalen (11,9 Prozent) oder Hessen (10,3 Prozent).

Offen bleibt beim Saarland, wie viele der außerhalb des Landes Studierenden später zurückkehren – oder ihren Lebensmittelpunkt gleich anderswo aufbauen. Die Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt und beziehen sich auf das Wintersemester 2025/26. Über das Thema berichteten die SR-info-Nachrichten am 6. Oktober 2026. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 6. Oktober 2026 um 13:08 Uhr.

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Medizin gegen Landarztmangel, BAföG für Tausende

Ein saarländischer Sonderweg führt über die Landarztquote. Bewerberinnen und Bewerber ohne Einser-Abitur können darüber ein Medizinstudium aufnehmen. Dafür müssen sie nach dem Abschluss mindestens zehn Jahre als Hausarzt auf dem Land arbeiten. Wer gegen diese Verpflichtung verstößt, muss mit hohen Strafen rechnen. Erste Studierende wehren sich gegen diese Vorgabe.

Auch beim BAföG geht es um ganz praktische Fragen des Studierendenlebens. Im vergangenen Jahr bezogen im Saarland rund 5.200 Menschen die Förderung. Die meisten waren Studierende, ein kleinerer Teil Schülerinnen und Schüler. Dafür wurden insgesamt mehr als 26 Millionen Euro ausgegeben.

Kunst, Design und Klangkunst sind derzeit ebenfalls in Saarbrücken präsent: Die Hochschule der Bildenden Künste Saar zeigt in ihrer Absolventenausstellung „Zwischen Aufbruch und Ankunft“ Abschlussarbeiten. Verteilt ist die Ausstellung auf mehrere Orte in Saarbrücken – also kein Rundgang, bei dem man einfach nur eine Tür aufmacht und fertig.

Wer auszieht, wohnt nicht automatisch weit weg

Dass ein Studienbeginn außerhalb des Heimatbundeslands nicht zwingend einen großen Umzug bedeutet, zeigen Daten des CHE-Hochschulrankings. Über 87.000 Studierende an mehr als 200 Hochschulorten machten Angaben zu ihrer Wohnsituation und Verkehrsmittelnutzung. Erhoben wurden die Daten in den Wintersemestern 2023/24, 2024/25 und 2025/26; ausgewertet wurden Studierende in grundständigen Studiengängen ab dem dritten Fachsemester.

27,9 Prozent wohnen während des Semesters bei ihren Eltern, 27,8 Prozent in einer privaten Mietwohnung. 24,8 Prozent leben in einer Wohngemeinschaft außerhalb eines Wohnheims, weitere 15,2 Prozent in einem Wohnheim. Besonders hohe WG-Anteile wurden unter anderem in Weimar, Pfarrkirchen, Marburg und Landau festgestellt.

Bei kleineren Hochschulorten, häufig an Standorten von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, bleibt das Elternhaus vergleichsweise oft die Adresse. WGs prägen eher mittelgroße Universitätsstädte. In klassischen Universitätsstädten wohnen dagegen verhältnismäßig wenige Studierende noch bei ihren Eltern. Einige Hochschulorte, insbesondere in Ostdeutschland, weisen einen hohen Anteil an Wohnheimbewohnern auf.

63,2 Prozent wohnen direkt am Hochschulort. Weitere 30,4 Prozent leben bis zu 50 Kilometer entfernt, 6,0 Prozent zwischen 50 und 200 Kilometern. Mehr als 200 Kilometer liegen nur 0,4 Prozent entfernt. Je nach Hochschulort fällt die Entfernung allerdings deutlich unterschiedlich aus.

Bus, Fahrrad oder doch das Auto?

Beim Hochschulweg liegen öffentliche Verkehrsmittel mit 57,2 Prozent vorn. 38,8 Prozent gehen regelmäßig zu Fuß, 31,7 Prozent fahren Fahrrad und 26,5 Prozent nutzen Auto oder Motorrad. Mehrfachnennungen waren möglich – wer morgens zur Bahn radelt und abends zu Fuß zurückgeht, kann also beides angeben.

Besonders häufig werden Fahrräder in Greifswald, Münster und Göttingen genutzt. Autos spielen vor allem an kleineren Hochschulorten eine große Rolle, die oft Standorte von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind. Öffentliche Verkehrsmittel sind dagegen besonders in den Großräumen München, Berlin, Hamburg, Stuttgart und Frankfurt am Main verbreitet.

In Vallendar, Ilmenau und Freiberg gehen besonders viele Studierende regelmäßig zu Fuß zur Hochschule. Freiberg und Ilmenau haben zugleich einen hohen Anteil an Studierenden in Wohnheimen – kurze, campusnahe Wege liegen da nahe. Der DatenCHECK ergänzt den ausführlicheren „CHECK Wohnsituation und Mobilität von Studierenden in Deutschland 2026“ um detaillierte Tabellen für Hochschulorte mit mindestens 50 Antworten. Während der ausführliche CHECK die Daten insbesondere nach Bundesländern darstellt, konzentriert sich der DatenCHECK auf einzelne Hochschulorte.

Erstellt wurde die Analyse von Marc Hüsch. Und auf dem Saarbrücker Campus? Da geht der Weg für manche nur über den Innenhof, für andere über die Landesgrenze.